BookDNA

Stefan Mesch: Publikationen und Termine, Mai 2012

Termine, Artikel, Veröffentlichungen

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wichtige Veröffentlichungen, 2011/12:

  • Futter für die Bestie: 528 Wege… zum nächsten guten Buch. Essay, erschienen in Ausgabe 31 von „BELLA triste – Zeitschrift für junge deutschsprachige Literatur“, Hildesheim 2011. [Link; Ergänzungen hier und hier.]
  • Wofür stehst du? Junge Literatur, Poesie… und Position. Essay zur Gegenwartsliteratur, Literaturfest München, September 2011. [fab:muc.de]
  • Schreibversuche. Schreibschulprosa. Stadtgeschichten. Vorwort zur jährlichen „Landpartie“-Anthologie des Studiengangs Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, März 2012. [Link; Edition Pächterhaus]

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Literatur und Netzkultur für DIE ZEIT:

  • eBook nach Fukushima: In ‚Aftershocks‘ berichten Blogger und Autoren über die Tage nach dem Tsunami. [ZEIT Online, Mai 2011]
  • Barbara Honigmann (Interview): Die jüdische Autorin über Heimat, Traumata und Emanzipation. [ZEIT Online, Oktober 2011]
  • eBooks und Social Reading: Auf Plattformen wie Slicebooks und Longreads werden Hobby-Leser zu Kuratoren. [ZEIT Online, November 2011]
  • Brewster Kahle (Interview): Der Archivar und OpenLibrary-Erfinder über Bibliotheken, freies Wissen und den Kampf gegen Amazon und Google. [ZEIT Online, April 2012]
  • Bücher für den Sommer! Persönliche Empfehlung für den Comic ‚Daytripper‘ von Gabriel Bá und Fabio Moon. [ZEIT Online, Juli 2011]
  • Bücher für Weihnachten! Persönliche Empfehlung für den Coming-of-Age-Roman ‚Das also ist mein Leben‘ von Stephen Chbosky. [ZEIT Online, Dezember 2011]

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TV, Comics, Feminismus etc. im Berliner Tagesspiegel (Print):

  • Heimwerker: Die neuen Autonomen. Urban Gardening, Etsy, Do-it-Yourself als Luxus und Selbstverwirklichung. Eine Rundschau. [Link, August 2011]
  • ‚Green Lantern‘ in Comic und Kino: Übersicht/Einführung ins „vielleicht letzte große triviale Epos“ im Medium Comic. [Link, Juli 2011]
  • US-TV-Serien werden immer konservativer. Hausfrauen, Prinzessinnen, Sexobjekte… von ‚Panem‘ bis ‚Bridesmaids‘. [Link, September 2011]
  • ‚Netzspiegel‘ Online-Kolumne: Literatur-Empfehlungen, Netzwerke und die BookDNA-Datenbank. [November 2011, Link, November 2011]

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verstreute Veröffentlichungen:

  • 25 Jahre mit „Green Lantern“ (Interview): Sally Pascale, Hausfrau und Bloggerin, über die monatliche Comic-Reihe. [englisch, August 2011, Link]
  • Literaturfestival ‚PROSANOVA‘: kurze Glosse über Eventplanung und Perfektionismus in der ‚PROSANOVA‘-Festivalzeitung. [Mai 2011, Link]

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Lektorat:

  • „Die Magier von Montparnasse“ (Oliver Plaschka, Klett-Cotta; Fantasy) erscheint im Taschenbuch. [August 2011, Amazon.de]
  • „Weiter Weg“ (Martin Spieß, Birnbaum Verlag; Short Stories) erscheint im Taschenbuch. [Juni 2011, Amazon.de]
  • Verlagsgutachten für Natalie Buchholz, Michael Zöllner und Franziska Schneider, Klett-Cotta / Tropen-Verlag [2011, Wikipedia.de]

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Lesungen, Akademisches u.a.:

  • Lesung: „Zimmer voller Freunde“ Literaturbüro Freiburg, ‚zwischen/miete‘-Lesereihe, 4. November 2011. [Details]
  • Übersetzung ins Englische: Fünf Festreden / Ansprachen für Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, für seine Reise durch Kanada, April 2012.
  • Übersetzung ins Deutsche: Pressestimmen / Zitate für die Website des Goethe-Institut Toronto, April 2012.
  • Moderation [Englisch]: Picador-Gastprofessorin und Schriftstellerin Fiona Maazel im Centraltheater Leipzig, 15. Mai 2012. [Details]
  • Gastvorlesung / Seminar: ‚Entenhausen finden Sie überall: Kulturwissenschaftliche Methoden am Beispiel Comic‘, Universität Hildesheim, 21. Mai 2012. [Details]

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Literatur: Scouting & Kritik

  • Lektüre von jährlich ca. 80 Romanen / 160 Comics… auf Goodreads.com bewertet und sortiert. [Profil; Übersicht 2011, Übersicht 2012]
  • monatliche Liste: 23 neue, vielversprechende, unbekannte Bücher – gesammelt und verlinkt [„Underdog Literature“, seit Juni 2011]
  • monatliche Liste: 15 unbekanntere Kinofilme / Arthouse-Produktionen – gesammelt und verlinkt [„Underdog Cinema“, seit März 2012]
  • sporadische Liste: Netz-/Presseschau, Debatten, Links, Funstücke – gesammelt und sortiert [„Underdog Journalism“, seit April 2012]
  • persönliche Empfehlungen: Die 20 besten Lektüren 2011 [Blog, Januar 2012]

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stefanmesch.wordpress.com: nennenswerte Einträge

  • Superhelden-Comics: gute Einstiegspunkte / Lektüre-Listen für u.a. „Superman“, „Green Lantern“ und „Batwoman“. [Link, englisch, seit Dezember 2011]
  • Ayelet Waldman (Interview): langes Gespräch mit der Autorin, Anwältin, TV-Produzentin, Kolumnistin. [Link, englisch, November 2011]
  • Anne Köhler (Interview): Gespräch mit der Autorin, Kolumnistin und Gelegenheits-Jobberin zum Erscheinen ihres Buches. [Link, November 2011]
  • „Helden meiner Kindheit“: private Medien- und Trickfilm-Biografie, ca. 1987 bis 1995. [Link, Juni 2011]
  • seit Ende Mai 2011 knapp 100 Einträge [davon zwei Drittel Englisch] und ca. 35.000 Besucher.

Social Media:

  • Facebook [Link]
  • Google Plus [nur sporadisch, Link]
  • Twitter [nur sporadisch, Link]
  • Goodreads [Bücher / Lektüren, Link]
  • Criticker [Filme, Link]
  • IMDb [Watchlist für zukünftige Filme, Link]
  • last.fm [Musik / Webradio, Link]
  • Youtube [sporadische Videos, Link]
  • ZEIT Online [Link]

mehr:

Netzspiegel: BookDNA, Booklamp, Empfehlungen… und Stichworte

 Buchcover und Klappentexte lügen. Erst in absurden Online-Datenbanken wie „BookDNA“ wird das Genom großer Geschichten entschlüsselt.

von Stefan Mesch

 

Für die „Netzspiegel“-Kolumne des Berliner „Tagesspiegel“ habe ich eine kurze Glosse geschrieben über Tags, Buchempfehlungen und Netzwerke, die Texte analysieren.

Die Printversion erscheint morgen, im gedruckten „Tagesspiegel“.

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Den Anfang machten die Nationalbibliotheken mit ihren CIP-Registern, noch vor den digitalen Netzwerken: Statt jeden neuen Roman allein unter dem Stichwort „Fiction“ abzulegen, erfand etwa die Library of Congress für ihr Suchregister tausende Hilfs- und Suchbegriffe, mit denen jedes Buch in eigenen Sach- und Themenwelten gefunden werden kann:

Stewart O’Nans „Emily, allein“ etwa erzählt von einer alten Frau mit Herzproblemen und einem kranken Hund in Pittsburgh. Die Suchbegriffe? „Witwen“, „ältere Frauen“, „Ereignisse, die das Leben verändern“ und „häusliche Geschichten“. Vier große Themen. Vier Anschluss- und Verknüpfungspunkte, die Lesern bei der Suche nach der nächsten Lektüre helfen.

Es gibt das Stichwort „Frisöre“, das Stichwort „Japan – 1926 bis 1945“ und das Stichwort „Brandwunden und Verbrühungen“. Und wer jetzt schimpft „Aber die Bibliothekare haben den kranken Hund vergessen!“, darf gerne selbst mithelfen und sortieren: Man kann dem „Hund“, den die Bibliothekare nicht so wichtig fanden, heute bequem auf Amazon.de nachspüren.

Dort gibt es 800 Produkte zum Thema „Hunde“. Und wie mit Stickern, Klebezetteln oder kleinen Umhängeschildern – englisch: Tags – darf jeder Kunde jedes Produkt mit einer Unzahl beliebiger neuer Hilfsbegriffe verschlagworten.  Helene Hegemanns „Axolotl Roadkill“ etwa ist unter den Begriffen „Berlin“, „Teenies“ und „Drogen“ abgelegt. Und, für acht enttäuschte Leser, unter „pseudo-intellektuell“.

US-Netzwerke sortieren noch viel feiner: Mit dem „Plot Keyword“ „Death of Dog“ findet man 53 Filme und Serien in der Filmdatenbank IMDb. In der „Listopia“-Rubrik des Büchernetzwerks Goodreads haben 60 Leser über das traurigste Buch mit toten Hunden abgestimmt und eine eigene „The Dog dies!“-Liste angelegt. Und auf TVTropes.org – der schönsten Plattform zum Beschreiben und Erkennen erzählerischer Motive und Klischees –, listet das Verzeichnis „A Boy and his X“ die größten, markantesten und traurigsten Geschichten über die Freundschaft zwischen Mensch und Tier.

Aber helfen solche Werkzeuge wirklich bei der Suche nach der passenden Lektüre? Romane sind schwer zu „erkennen“, schwer zu „durchschauen“, schwer zu sortieren und schwer zu vergleichen. Empfehlungen sind Feinarbeit, Geschmacksprognosen fast Psychologie. Welche Zutaten braucht ein politischer Roman? Wie viele Spannungs-, Erotik- oder Anspruchs-Punkte verdient Hemingway? Wie ließen sich die spröden Kurzgeschichten Judith Hermanns fassen? „Bildsprache: 83 Prozent. Satzrhythmus: 90 Prozent. Erzählfluss: 62 Prozent. Lesespaß: 78 Prozent“? Oder einfach: „Kann Spuren von Sehnsucht, Tränen und Küssen enthalten“?

Keine Website geht dieses Problem verkopfter (und amüsanter!) an als Booklamp.org. Der Empfehlungs- und Katalogdienst für Bücher will die „BookDNA“ jeder Geschichte entschlüsseln – und in präzisen Prozentzahlen bemessen. Der Schreibstil wird erfasst in den fünf Kategorien „Bewegung“, „erzählerische Dichte“, „Rhythmus“, „Dialog“ und „Beschreibung“. Der Inhalt mit trockenen Schlagworten wie „entfernte Verwandtschaft und Cousins“ oder „Terminplanung / Zeitfragen“.

Die Fantasy-Reihe „Ein Lied von Eis und Feuer“ enthält „62 Prozent körperliche Merkmale“ und doppelt so viel Dialog wie Beschreibung. Die Hauptzutaten von „Anna Karenina“ sind „Beziehungen und Eheleben“, „Gefühlsbekundungen“ und „nonverbale Kommunikation“.

Noch ein paar Jahre, und wir können Bücher bestellen wie Pizza: „Einmal sterbender Hund, mit 80 Prozent ‚Bewegung‘ und ‚erzählerischer Dichte‘. Bloß keine Cousins oder Witwen! Aber viele ‚körperliche Eigenheiten‘.“ Die Frage ist nur, ob wir dann wirklich finden, was wir suchen.

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