Leipziger Buchmesse

Die besten Jugendbücher 2018 – Entdeckungen zur Leipziger Buchmesse

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Ich schreibe einen Roman über Sechzehnjährige. Ich lese seit ca. 2009 Young-Adult-Literatur, empfehle Titel bei ZEIT Online und veröffentliche immer wieder auch längere Texte über z.B.“Mockingjay” (Link) oder neue Dystopien (Link). Meine Lieblings-Jugendbuchautorin ist A.S. King (Link).

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Mehrmals jährlich stelle ich hier im Blog unbekannte oder neue Bücher vor.

Heute: aktuelle Jugendbücher und Young-Adult-Literatur, erst neu auf Deutsch, weiter unten: englischsprachig.

Neue Titel oder Neuausgaben – erschienen zwischen Frühling 2017 und Frühling 2018. Angelesen, gemocht und vorgemerkt.

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Anna Woltz: „Für immer Alaska“ [Goodreads]

„Parkers kleiner Bruder ist allergisch gegen Hundehaare. Doch Parker sieht Alaska wieder: als Hilfshund für Sven, den gemeinsten Jungen ihrer neuen Klasse. Parker schmiedet einen Plan, wie sie den wunderbarsten Hund der Welt zurück holt.“ [Klappentext, gekürzt]

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Cath Crowley: „Das tiefe Blau der Worte“ [Goodreads]

„Rachel und Henry waren beste Freunde und verbrachten Tage und Nächte in der Buchhandlung von Henrys Familie. Rachel zog aus der Stadt und hinterließ Henry einen Liebesbrief – während Henry mit Amy unterwegs war. Nun ist Rachel zurück und arbeitet wieder in der Buchhandlung, zusammen mit Henry, den sie am liebsten nie wiedersehen würde.“ [Klappentext, gekürzt]

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Hayley Long: „Der nächstferne Ort“ [Goodreads]

„Ein Autounfall. Der 13-jährige Griff will sich nicht von der Trauer um den Verlust seiner Familie überwältigen lassen. Dylan lässt nichts unversucht, seinen jüngeren Bruder zu schützen. Tatsächlich gelingt es den beiden allmählich, ihren Platz wieder zu finden – jeder für sich und trotzdem gemeinsam.“ [Klappentext, gekürzt]

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Tom Fletcher: „Der Weihnachtosaurus“ [Goodreads]

„Die Weihnachtswichtel am Nordpol entdecken ein Ei, tief im Eis. Der Weihnachtsmann höchstpersönlich brütet es unter seinem dicken Po. Zufällig schickt zur gleichen Zeit ein William einen Wunschzettel ab: Er wünscht sich einen echten Dinosaurier. Als William und der Weihnachtosaurus einander in der Weihnachtsnacht begegnen, erleben die beiden nicht ein fantastisches, zum Brüllen komisches Abenteuer.“ [mit über 100 SW-Illustrationen; Klappentext, gekürzt]

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Ross Welford: „Was du niemals tun solltest, wenn du unsichtbar bist“ [Goodreads]

„Nach der Einnahme eines dubiosen chinesischen Tranks aus dem Internet und einem ausgiebigen Nickerchen auf einer uralten Sonnenbank wird Esther unsichtbar! Für andere ein Herzenswunsch, für sie der Alptraum. Sie will sich endlich gegen die miesen Knight-Zwillinge zur Wehr setzen. Ihrem nerdigen Kumpel Boyd eine echte Freundin sein. Und das größte Geheimnis überhaupt aufdecken: Wer sie in Wirklichkeit ist.“ [Klappentext, gekürzt]

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Morgan Dark: „Secret Zero. Das Spiel beginnt“ [Goodreads]

„Kyle ist beliebt am Internat Drayton. Bis er in spektakuläre Überfälle verwickelt wird. Um seine Unschuld zu beweisen, muss er ZERO finden, den mysteriösen Meisterdieb, der seine Identität hinter einer silbernen Maske verbirgt. Kyle hat das ungute Gefühl, dass ihn etwas mit ZERO verbindet…“ [Klappentext, gekürzt]

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Madeleine L’Engle: „Das Zeiträtsel“ [Goodreads]

„Die dreizehnjährige Meg Mathegenie, doch hört kaum auf die Lehrer. Also hat sie nichts als Ärger. Auch mit ihrem kleinen Bruder Charles, der über merkwürdige Begabungen verfügt und manchmal ihre Gedanken lesen kann. Meg und Charles erfahren, dass ihr Vater, ein berühmter Wissenschaftler, der seit Jahren verschwunden ist, auf dem weit entfernten Planeten Camazotz gefangen gehalten wird. Dort herrscht ES, das Böse schlechthin. Das Abenteuer durch Raum und Zeit kann beginnen …“ [Klappentext, gekürzt] dt. Kinostart der Verfilmung: 5. April 2018

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Robin Roe: „Der Koffer“ [Goodreads]

„Julians Eltern sind tot. Julian lebt bei seinem Onkel, mit Geheimnissen und einem Koffer voller Erinnerungen. Als er seinem Pflegebruder Adam wiederbegegnet, ist er zunächst glücklich: Adam ist nett, tollpatschig und gehört trotzdem zu den Coolen. Doch es ist schwer, Vertrauen zu fassen. Je mehr Vertrauen Julian fasst, desto mehr kommt Adam hinter seine Geheimnisse. Das bringt sie beide in große Gefahr.“ [Klappentext, gekürzt]

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Gill Lewis: „Der Klang der Freiheit“ [Goodreads]

„Eine illustrierte poetische Geschichte. Eine kleine Gruppe von Menschen, die in einem Boot auf offener See treiben, teilen miteinander ihre Lebensgeschichten. Der junge Rami trägt eine Geige bei sich und erzählt eine berührende Geschichte über die Erfindung des Instruments.“ [Klappentext, gekürzt: nur 80 Seiten, illustriert. Ich fand keine Leseprobe. Könnte auch schrecklicher Kitsch sein.]

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drei neue Taschenbuch-Ausgaben bereit erschienener Titel:

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Wesley King: „Daniel is different“ [Goodreads]

„Bloß nicht auffallen! Daniel, 13, hofft, dass niemand seine komischen Angewohnheiten bemerkt – weder die Familie noch sein bester Freund Max, und schon gar nicht seine Traumfrau Raya. Als er plötzlich eine mysteriöse Nachricht erhält, wird aus Daniels Leben ein richtiger Krimi.“ [Klappentext, gekürzt]

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Leila Sales: „This Song will save your Life“ [Goodreads]

„Elise will sich ändern, anpassen, egal was – Hauptsache, sie findet Freunde. Bei einem ihrer Nachtspaziergänge trifft sie auf eine Welt, in der Musik alles ist: den Underground-Club Start. Hier findet sie Freunde, sogar Liebe, und entdeckt ein Talent: Sie ist die geborene DJane! Doch das „richtige“ Leben wartet noch immer vor den Türen des Clubs…“ [Klappentext, gekürzt]

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Becky Albertalli: „Love, Simon“ [alter dt. Titel: „Nur drei Worte“; Goodreads]

„Gewinner des Deutschen Jugendliteraturpreises 2017! (Jugendjury) Was Simon über Blue weiß: Er ist witzig, weise, aber auch etwas schüchtern. Was Simon nicht über Blue weiß: WER er ist. Die beiden gehen auf dieselbe Schule und tauschen seit Monaten E-Mails aus. Simon spürt, dass er sich langsam verliebt, doch Blue ist noch nicht bereit, sich mit ihm zu treffen. Dann fällt eine Mail in falsche Hände – und Simons Leben steht Kopf.“ [Klappentext, gekürzt; kommt am 28. Juni 2018 in deutsche Kinos.]

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[nur auf Englisch] Holly Black: „The cruel Prince“

„Jude was seven years old when her parents were murdered and she and her two sisters were stolen away to live in the treacherous High Court of Faerie. Ten years later, Jude wants nothing more than to belong there, despite her mortality. But many of the fey despise humans. Especially Prince Cardan, the youngest and wickedest son of the High King. To win a place at the Court, she must defy him–and face the consequences. In doing so, she becomes embroiled in palace intrigues and deceptions, discovering her own capacity for bloodshed. But as civil war threatens to drown the Courts of Faerie, Jude will need to risk her life in a dangerous alliance to save her sisters, and Faerie itself.“ [gelungener Klappentext, kaum gekürzt]

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Timothy Zahn: „Thrawn“ [Goodreads; Figur aus DIESER Zahn-Trilogie]

„Thrawn erweist sich als unverzichtbar für das Imperium, und sein Aufstieg scheint unaufhaltsam. Als er zum Großadmiral ernannt wird, werden seine Fähigkeiten jedoch auf eine harte Probe gestellt. Nun muss er beweisen, dass sein tödlicher Scharfsinn im Krieg gegen die Rebellen stark genug ist.“ [nichtssagender Klappentext, gekürzt]

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Claudia Gray: „Leia: Prinzessin von Alderaan“ [Goodreads]

„Die sechzehn Jahre alte Leia muss ihre Eignung als Thronerbin des Planeten Alderaan unter Beweis stellen. Dazu gehören Überlebenstraining, Schulungen in galaxisweiter Diplomatie und brandgefährliche Missionen auf Welten, die unter imperialer Kontrolle stehen. Ihre Eltern scheinen nicht mehr sie selbst zu sein. Als Leia herausfindet, welche Geheimnisse vor ihr verborgen werden, muss Leia sich entscheiden: Wird sie sich künftig nur auf die Belange ihrer Heimat konzentrieren oder stellt sie sich in den Dienst einer ganzen Galaxis, die händeringend nach einer rebellischen Lichtgestalt sucht?“ [Klappentext, gekürzt; ich mochte Claudia Grays Star-Wars-Roman „Lost Stars“ – doch die deutsche Übersetzung des Leia-Romans wirkt holprig/flach: lieber das Original!]

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Stefanie Höfler: „Tanz der Tiefseequalle“ [Goodreads]

bereits gelesen: Empfehlung! Höflers Jugendbuch „Mein Sommer mit Mucks“ ist noch etwas besser. „Niko ist ziemlich dick und träumt sich oft in Parallelwelten. Dann rettet er die schöne Sera vor einer Grapschattacke, und Sera fordert ihn zum Tanzen auf, was verrückt ist und so aufregend anders, wie alles, was in den nächsten Tagen passiert. Vielleicht ist es der Beginn einer Freundschaft von zweien, die gegensätzlicher nicht sein könnten – doch im entscheidenden Moment mutig über ihren Schatten springen.“ [Klappentext, gekürzt]

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Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ [Goodreads]

„Warum steckt in „Gemeinschaft“ auch „gemein“? Erna ist 11, besucht eine Gemeinschaftsschule und lebt, wie ihre Freundinnen Liv und Rosalie, im gemeinschaftlichen Wohnprojekt. Dass das ganze Gemeinschaftsgetue ungerecht und sogar verlogen sein kann, erleben Erna und ihre Freundinnen, als nach dem Schulfasching jemand mutwillig die Klos ruiniert hat: Weil der Täter sich nicht meldet, sollen jetzt alle dafür büßen. Erna ermittelt. Sie findet heraus, was passiert ist. Doch soll sie es auch verraten? Schließlich gibt es laut einem Sprichwort drei Wahrheiten – deine, meine und die Wahrheit. Und wer kann die schon ertragen?“ [Klappentext, gekürzt]

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Michelle Cuevas: „Kasimir Karton. Mein Leben als unsichtbarer Freund“ [Goodreads]

„Manchmal wundert Kasimir sich schon, warum ihn niemand beachtet. Im Sportunterricht wird er nicht als Letzter ins Team gewählt, sondern gar nicht, und seine Eltern vergessen, ihm bei Mahlzeiten einen Teller hinzustellen. Nur seine Zwillingsschwester Fleur hält zu ihm. Doch eines Tages macht Kasimir eine schockierende Entdeckung: Fleur hat sich ihn ausgedacht! Mit dem Wunsch, ein echter Junge zu werden, begibt sich Kasimir auf eine lange Reise.“ [Klappentext, gekürzt]

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ab hier: Bücher ohne Übersetzung ins Deutsche

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Amy Rose Capetta: „Echo“

„New York: Zara is unprepared—for Eli, the girl who makes the world glow and for Leopold, the director who wants perfection. Zara wants to play her dream role in Echo and Ariston, the Greek tragedy that taught her everything she knows about love. When the director asks Zara to promise that she will have no outside commitments and distractions, it’s easy to say yes. But it’s hard not to be distracted when there’s a death at the theater—and then another—especially when Zara doesn’t know if they’re accidents, or murder, or a curse that always comes in threes. Assistant lighting director Eli Vasquez, a girl made of tattoos and abrupt laughs and every form of light, looks at Zara. It’s hard not to fall in love. Two girls, finding each other on a stage set for tragedy.“ [Klappentext, gekürzt]

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Adam Silvera: „They both die at the End“

„On September 5, Death-Cast calls Mateo Torrez and Rufus Emeterio: They’re going to die today. Mateo and Rufus are total strangers, but, for different reasons, they’re both looking to make a new friend on their End Day. The good news: There’s an app for that. It’s called the Last Friend, and through it, Rufus and Mateo are about to meet up for one last great adventure—to live a lifetime in a single day.“ [Klappentext, gekürzt; queerer Autor, dessen Bücher/Leseproben mir bisher ALLE zusagten.]

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Mackenzie Lee: „Cavaliersreise. Bekenntnisse eines Gentlemans“ [Goodreads]

„Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent schicken! Irgendwie ist Monty immer in eine Tändelei verwickelt oder betrunken oder zur falschen Zeit am falschen Ort nackt (in Versailles! Am Hof des Königs!). Zwischen Paris und Marseille kämpfen Monty, Percy und Felicity gegen Wegelagerer und Piraten, gegeneinander (Monty und Felicity) oder gegen ihre Gefühle füreinander (Monty und Percy). Doch am Ende finden die drei nicht nur zueinander, sondern auch zu sich selbst.“ [Klappentext, gekürzt]

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Barry Lyga: „Bang“

„At the age of four, Sebastian accidentally shot and killed his infant sister with his father’s gun. Ten years later, he has lived with the guilt and horror for his entire life. With his best friend away for the summer, Sebastian has only a new friend—Aneesa—to distract him from his darkest thoughts. But even this relationship cannot blunt the pain of his past. Because Sebastian knows exactly how to rectify his childhood crime and sanctify his past. It took a gun to get him into this. Now he needs a gun to get out.“ [Klappentext, kaum gekürzt; ich las 2010 Barry Lygas „Boy Toy“, und empfehle es sehr.]

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Shaun David Hutchinson: „At the Edge of the Universe“

Tommy and Ozzie have been best friends since second grade, and boyfriends since eighth. They spent countless days dreaming of escaping their small town—and then Tommy vanished. More accurately, he ceased to exist, erased from the minds and memories of everyone who knew him. Everyone except Ozzie. Ozzie doesn’t know how to navigate life without Tommy, and soon suspects that something else is going on: that the universe is shrinking. When Ozzie is paired up with new student Calvin on a physics project, he begins to wonder if Calvin could somehow be involved. But the more time they spend together, the harder it is for him to deny the feelings developing between them, even if he still loves Tommy.“ [Klappentext, gekürzt]

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John Young: „Farewell Tour of a Permanent Optimist“

„Quick-witted, sharp-tongued Connor Lambert has been dying from cancer for years, but he’s not dead yet. Forming an unlikely friendship with fellow juvenile delinquent Skeates, the pair stage a break out and set off on a crazy tour across Scotland to find Connor’s dad, an inmate at Shotts prison. But Connor’s left two things behind — the medication he needs to keep him alive, and the girl who makes living bearable.“ [Klappentext, gekürzt]

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Akemi Dawn Bowman: „Starfish“

„Kiko Himura has always had a hard time saying exactly what she’s thinking. With a mother who makes her feel unremarkable and a half-Japanese heritage she doesn’t quite understand, Kiko prefers to keep her head down, certain that once she makes it into her dream art school, Prism, her real life will begin. But then Kiko doesn’t get into Prism, at the same time her abusive uncle moves back in with her family. So when she receives an invitation from her childhood friend to leave her small town and tour art schools on the west coast, Kiko jumps at the opportunity in spite of the anxieties and fears that attempt to hold her back. And now that she is finally free to be her own person outside the constricting walls of her home life, Kiko learns life-changing truths about herself, her past, and how to be brave.“ [Klappentext, kaum gekürzt]

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NoNieqa Ramos: „The Disturbed Girl’s Dictionary“

„Macy’s school officially classifies her as „disturbed,“ but Macy isn’t interested in how others define her. Her mom can’t move off the couch, her dad’s in prison, her brother’s been kidnapped by Child Protective Services, and now her best friend isn’t speaking to her. Writing in a dictionary format, Macy explains the world in her own terms.“ [Klappentext, gekürzt]

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Amy Reed: „The Nowhere Girls“

„Three misfits come together to avenge the rape of a fellow classmate. Grace Salter is the new girl in town, whose family was run out of their former community after her southern Baptist preacher mom turned into a radical liberal after falling off a horse and bumping her head. Rosina Suarez is the queer punk girl in a conservative Mexican immigrant family. Erin Delillo is obsessed with two things: marine biology and Star Trek: The Next Generation, but they aren’t enough to distract her from her suspicion that she may in fact be an android. When Grace learns that Lucy Moynihan, the former occupant of her new home, was run out of town for having accused the popular guys at school of gang rape, she’s incensed that Lucy never had justice. They form an anonymous group of girls at Prescott High to resist the sexist culture at their school. Told in alternating perspectives, this groundbreaking novel is an indictment of rape culture and explores with bold honesty the deepest questions about teen girls and sexuality.“ [Klappentext, gekürzt]

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Sarah Moon: „Sparrow“

„Sparrow has always had a difficult time making friends. When the one teacher who really understood her — Mrs. Wexler, the school librarian, a woman who let her eat her lunch in the library office — is killed in a freak car accident, Sparrow’s world unravels and she’s found on the roof of her school in an apparent suicide attempt. With the help of an insightful therapist, Sparrow finally reveals the truth of her inner life. And it’s here that she discovers an outlet in Rock & Roll music.“ [Klappentext, gekürzt]

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Anna Priemaza: „Kat and Meg conquer the World“

„Kat and Meg couldn’t be more different. Kat’s anxiety makes it hard for her to talk to people. Meg hates being alone, but her ADHD keeps pushing people away. But when the two girls are thrown together for a year-long science project, they discover they do have one thing in common: They’re both obsessed with the same online gaming star and his videos. It might be the beginning of a beautiful friendship—if they don’t kill each other first.“ [Klappentext, leicht gekürzt]

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Lianne Oelke: „Nice Try, Jane Sinner“

„Jane is 17 and signs up for House of Orange, a student-run reality show that is basically Big Brother. Living away from home, the chance to win a car, and a campus full of people who don’t know what she did in high school… what more could she want? As House of Orange grows from a low-budget web series to a local TV show with fans and shoddy T-shirts, Jane finally has the chance to let her cynical, competitive nature thrive. She’ll use her growing fan base, and whatever Intro to Psychology can teach her, to prove to the world—or at least viewers of substandard TV—that she has what it takes to win.“ [Klappentext, gekürzt]

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Marie Marquardt: „The Radius of us“

„Months after setting off toward the U.S. / Mexico border in search of safety for his brother, Phoenix Flores-Flores finally walked out of detention. When a car sped toward them and Gretchen Asher’s attacker told her to run, she recognized a surprising terror in his eyes. Told in alternating first person points of view, The Radius of Us is a story of love, sacrifice, and the journey from victim to survivor. It offers an intimate glimpse into the causes and devastating impact of Latino gang violence, both in the U.S. and in Central America, and how people struggling to overcome trauma can find healing in love.“ [sehr schlechter / fragwürdiger Klappentext, gekürzt]

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Claire Christian: „Beautiful Mess“

„Ava lost Kelly. She gets thrown out of school. There’s simmering rage and weird, destructive choices. The only thing going right for Ava is her job at Magic Kebab. Which is where she meets Gideon, a poet and collector of vinyl records with an aversion to social media. He lives in his head. She lives in her grief. The only people who can help them move on with their lives are each other.“ [Klappentext, gekürzt]

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Chantele Sedgwick: „Switching Gears“

„Still mourning the loss of Lucas, the boy she loved in secret for years, seventeen-year-old Emmy Martin turns to her passion for mountain biking. But then, she discovers her mom has early-onset Alzheimer’s. When Cole Evans, the rich boy who usually doesn’t care about anything but himself, offers to train her for the biggest mountain biking race of the season, she accepts. The more time she spends with him, the more she realizes he’s different than she’d expected. As she drifts further away from her family and closer to her dream of being sponsored, a terrible accident threatens any semblance of peace and happiness she has left. Instead of closing herself off to the people she loves, Emmy must learn to rely on those she has pushed away.“ [Klappentext, gekürzt]

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Katherine Applegate: „Wishtree“

„Red is an oak tree, and the neighborhood „wishtree“—people write their wishes on pieces of cloth and tie them to Red’s branches. Along with her crow friend Bongo and other animals who seek refuge in Red’s hollows, this „wishtree“ watches over the neighborhood. Until a new family moves in. Not everyone is welcoming, and Red’s experiences as a wishtree are more important than ever.“ [Klappentext, leicht gekürzt]

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J. Anderson Coats: „The Many Reflections of Miss Jane Deming“

„High-spirited Jane is excited to be part of Mr. Mercer’s plan to bring Civil War widows and orphans to Washington Territory—but life out west isn’t at all what she expected. The problem, she fears, is her mind. It might not be suitably broad because she had to leave school to take care of little Jer. Seattle doesn’t turn out to be quite as advertised. In this rough-and-tumble frontier town, Jane is going to need every bit of that broad mind and sturdy constitution—not to mention a good sense of humor and a stubborn streak a mile wide.“ [Klappentext, gekürzt]

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Keely Hutton: „Soldier Boy“

„Here is the true story of Ricky Richard Anywar, abducted in 1989 at age fourteen by Joseph Kony’s rebel army in the Ugandan civil war. Ricky is trained, armed, and sent to battle government troops alongside his brutal kidnappers, but over his two and a half years of enslavement, he never stops dreaming of escape. Here also is the story, set twenty years later, of a fictional character named Samuel, a boy deathly afraid of trusting anyone ever again, and representative of the thousands of child soldiers Ricky has helped rehabilitate as founder of the internationally acclaimed charity Friends of Orphans.“ [Klappentext, leicht gekürzt]

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Kristi Wientge: „Karma Khullar’s Mustache“

„Karma Khullar is about to start middle school, and she is super nervous. Not just because it seems like her best friend has found a newer, blonder best friend. Or that her dad is the new stay-at-home parent. She has realized that she has seventeen hairs that have formed a mustache on her upper lip. Debut author Wientge tackles the uncomfortable—but all too relatable—subject of female body hair and self-esteem with this sweet and charming novel in the tradition of Judy Blume.“ [Klappentext, gekürzt]

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Mark Maciewjewski: „I am Fartacus“

„Chub is a short, accidentally bald, middle school outcast. With help from his personal band of like-minded misfits (not to mention tactics gleaned from the Colonel, a US military vet with toenail issues), Chub’s determined to bring down his nemesis, class hero and now potential class president, Archer, or the Arch—the very guy who betrayed Chub with the lice-killing potion that left him bald as a billiard ball. But then he discovers that there are some very dangerous skeletons in Archer’s closet, and more at stake than just a few middle school reputations. Chub sets off to bring down an evil empire—and inadvertently become the least likely hero of Alanmoore Middle School.“ [Klappentext, gekürzt]

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Dusti Bowling: „Insignificant Events in the Life of a Cactus“

„Aven Green loves to tell people that she lost her arms in an alligator wrestling match, or a wildfire in Tanzania, but the truth is she was born without them. When her parents take a job running Stagecoach Pass, a rundown western theme park in Arizona, Aven moves with them across the country. She bonds with Connor, a classmate who also feels isolated because of his own disability, and they discover a room at Stagecoach Pass that holds secrets.“ [Klappentext, gekürzt]

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Graphic Novels ab ca. 11:

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Keezy Young: „Taproot“

„Blue is having a hard time moving on. He’s in love with his best friend. He’s also dead. Luckily, Hamal can see ghosts, leaving Blue free to haunt him to his heart’s content. But something eerie is happening in town, leaving the local afterlife unsettled. Blue has to find a way to protect Hamal, even if it means… leaving him.“ [Klappentext, leicht gekürzt]

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Cecil Castellucci: „Soupy Leaves Home“

„Pearl Plankette ran away from her abusive father and stumbles upon a disguise that gives her the key to a new identity. Reborn as a boy named Soupy, she meets Remy -Ramshackle- Smith, a hobo who takes her under his wing. But Ramshackle has his own demons to wrestle with, and he’ll need Soupy just as much as she needs him. Set in 1932, this is the story of two misfits with no place to call home, who build a relationship during a train hopping journey toward the sunny promise of California.“ [Klappentext, gekürzt; die Kritiken sind mittelmäßig, weil die Wirtschaftskrise hier sehr romantisiert wird; doch ich habe großen Respekt vor Autorin Cecil Castellucci seit der DC-Serie „Shade, the Changing Girl“]

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Shannon Hale: „Real Friends“

„When best friends are not forever: Shannon and Adrienne were close since they were little. But one day, Adrienne starts hanging out with Jen, the most popular girl and leader of a circle of friends called The Group. Everyone in The Group wants to be Jen’s #1, and some girls would do anything to stay on top, even if it means bullying others. Newbery Honor author Shannon Hale and New York Times bestselling illustrator LeUyen Pham join forces in this graphic memoir about how hard it is to find your real friends.“ [Klappentext, gekürzt]

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zuletzt: drei feministische Nonfiction-Titel. Nicht explizit für Jugendliche – doch es ist sicher ein Gewinn, das möglichst früh zu lesen:

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404 Ink: Laura Jones, Heather McDaid [Herausgeberinnen]: „Nasty Women“

„With intolerance and inequality increasingly normalised by the day, it’s more important than ever for women to share their experiences. A collection of essays, interviews and accounts on what it is to be a woman in the 21st century. People, politics, pressure, punk – From working class experience to racial divides in Trump’s America, being a child of immigrants, to sexual assault, Brexit, pregnancy, contraception, identity, family, finding a voice online, role models and more. Keep telling your stories, and tell them loud.“ [Klappentext, gekürzt]

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Morgan Jerkins: „This will be my Undoing. Living at the Intersection of Black, Female and Feminist in (white) America“

„From one of the fiercest critics writing today, Morgan Jerkins’ highly-anticipated collection of linked essays interweaves her incisive commentary on pop culture, feminism, black history, misogyny, and racism with her own experiences to confront the very real challenges of being a black woman today. Jerkins is only in her twenties, but she has already established herself as an insightful, brutally honest writer. Doubly disenfranchised by race and gender, often deprived of a place within the mostly white mainstream feminist movement, black women are objectified, silenced, and marginalized with devastating consequences, in ways both obvious and subtle, that are rarely acknowledged in our country’s larger discussion about inequality.“ [Klappentext, gekürzt]

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Kelly Jensen (Herausgeberin): „Here we are: Feminism for the Real World“

„Forty-four writers, dancers, actors, and artists contribute essays, lists, poems, comics, and illustrations about everything from body positivity to romance to gender identity to intersectionality to the greatest girl friendships in fiction. Be inspired to find your own path to feminism.“ [Klappentext, gekürzt]

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Autoren, Journalisten auf Facebook: Wie finde ich Kontakte?

Leipziger Autorenrunde (2015). Foto: Leander Wattig

Leipziger Autorenrunde (2015). Foto: Leander Wattig

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Im Kindergarten war ich meist allein. In der Grundschule hatte ich eine Handvoll Freundinnen, Freunde – doch viele Kinder konnten wenig mit mir anfangen.

Machen Sie sich keine Sorgen“, sagte die Klassenlehrerin. „Auf der weiterführenden Schule wird es besser.“

Das stimmt: Je älter ich werde, desto leichter lässt sich mein Umfeld filtern (Klassismus olé!). Und desto besser passen die Leute um mich herum zu mir und meinen Interessen. Ich bin mobiler. Vernetzter. Kann oft entscheiden, mit wem ich Zeit verbringe. An welchen Orten ich Kontakte suche. Ich traue mich, Leute anzusprechen. Ich traue mich, Leute vor den Kopf zu stoßen, ihnen aus dem Weg zu gehen. Wir alle finden „unsere“ Menschen. Zunehmend digital, ortsunabhängig – auf Plattformen.

Zur Leipziger Autorenrunde – auf der Buchmesse, im 19. März 2016 – geben über 60 Dozent*innen, Expert*innen, Schreib-, Verlags- und Buchmenschen in kurzen Sessions Erfahrungen weiter. Ich habe zehn Ideen gesammelt, wie wir im Netz – vor allem: auf Facebook – „unsere“ Leute finden. Ideen, die sich vor allem an Textarbeiter richten: Schreiber, die Verlage suchen. Oder Redakteure suchen. Oder Publikum, Fans, Multiplikatoren. Ideen, Erfahrungen – aus acht Jahren Facebook, fünf Jahren Blog.

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Autorenrunde 01

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01: Vorbilder

Ich studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, in Hildesheim – und als ich ankam, mit 20, waren meine Lieblingsautoren John Cowper Powys und Thomas Wolfe: Literaten der 20er und 30er Jahre. Auch in Seminaren wurden solche Klassiker gestreift… doch wichtiger war fast all meinen Dozent*innen, dass wir die Gegenwart im Blick behalten: Wer schreibt, heute? Deutschsprachige, tolle Stimmen?

Ich verstehe, dass die (vor allem: deutsche) Verlags-, Journalismus-, Texter-, Medienwelt oft etwas glanzlos ist – im Vergleich zu den Klassikern, und/oder Amerika. Aber wer mit Text arbeiten will in Deutschland, muss herausfinden, wie heute in Deutschland mit Texten gearbeitet wird. Sagt nicht: „Ich schreibe Fantasy. Meine Vorbilder sind Tolkien, Neil Gaiman und Terry Pratchett.“ Sagt nicht: „Ich will Kritiker werden. Genau wie Reich-Ranicki.“ Sagt nicht: „Ich hätte gern den Job von Lois Lane: Journalistin – im Daily Planet.“

Egal, welche Sorte Text- und Verlagsarbeit: Informiert euch. Übers Jetzt! Folgt Leuten, die an Stellen arbeiten, an die ihr wollt; Karrieren haben, die euch für euch selbst plausibel scheinen. Es war nie leichter, Verlagshäuser, Strukturen, Abläufe hinter den Kulissen einzublicken: Lernt dazu. Sucht Role Models. Abonniert sie auf Facebook und Twitter. Findet ihre Blogs. Bücher. Podcasts. Interviews. Sagt ihnen gern auf Lesungen hallo – oder interviewt sie für eure eigenen Podcasts, Blogs.

Oft aber spielt gar keine Rolle, ob diese Leute wissen, wer ihr seid: Für mich sind Dietmar Dath, Stefan Niggemeier, Elke Heidenreich plausible, große Vorbilder. Ich versuche nicht, mich anzufreunden. Stecke keine Energie in die Bemühung, von IHNEN wahrgenommen, gehört, gelesen zu werden: Ihr müsst kein Buddy werden, Stalker, Jubler, Fan. Doch ihr müsst – für euch selbst – wissen, in welche Richtung ihr wollt. Und euch informieren, welche Kompetenzen Menschen brauchen, die schon ein paar Stufen weiter oben/vorn arbeiten, auf dieser Route.

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Autorenrunde 02

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02: Gleichgesinnte

Nutzt die US-Version von Facebook – und Graph Search: die Möglichkeit, komplexe Suchanfragen zu starten:

  • Freundes-Freunde, die Fan sind von: Leipziger Autorenrunde

  • Frauen, die sich für Frauen interessieren und Fan sind von: Edition F

  • Menschen, die Terry Pratchett liken und teilnahmen an: Leipziger Buchmesse

Ihr könnt in Graph-Search-Suchanfragen beliebig viele solcher Elemente kombinieren, Schnittmengen suchen, die zu euch, euren Interessen, vielleicht dem Wohnort passen… und in den Suchergebnissen Profile öffnen: Sind Menschen darunter, denen ihr spontane Freundschaftsanfragen schicken wollt? Oft, z.B. bei vielen Journalist*innen, Autor*innen sind Profile auch öffentlich – und ihr könnt einfach „Follow“ drücken.

Legt Listen an auf Facebook, von Freunden (oder Fan-Seiten; oder Menschen denen ihr folgt) – von denen ihr keinen Beitrag verpassen wollt. Ich selbst habe eine (nicht öffentliche) Liste für 40 enge Freunde. Eine Liste für ca. 200 tolle Verlagsmenschen und -Projekte. Eine Liste für interessante fremde Buchmenschen, die mich nicht kennen, aber deren Beiträge mich interessieren. Und eine Liste für feministische und queere Themen:

Menschen sehen nicht, dass sie solchen privaten Listen hinzugefügt wurden. Es hilft euch, eure Facebook-Welt zu ordnen, den Überblick zu behalten und, wenn ihr wollt, keinen Beitrag zu verpassen. Vernetzt euch mit Leuten, die auf dem selben Weg sind. Ähnliche Ziele haben. Wenn ihr einen Text, Blogpost, ein Foto ehrlich mochtet: Sagt es, verlinkt es, empfehlt es auf Facebook oder Twitter.

Wenn ihr ein Seminar oder eine Veranstaltung besucht habt: Schaut, wer noch teilnahm. Nutzt Facebook-Literatur-Gruppen wie „Das blaue Sofa“, „Bücher, die man lesen muss“, „Buchtipp“. Fragt Freunde, ob sie euch neue Leute vorstellen oder empfehlen können. Fragt in Gruppen, welche anderen Gruppen aktiv und interessant sind.

Ich selbst folge sehr vielen Kultur- und Textmenschen – doch sende kaum Freundschaftsanfragen. Doch mein Profil, meine eigenen Postings sind öffentlich – deshalb fragen viele fremde Buch-Leute mich an, und oft nehme ich sie an. Egal: dass Facebook die „Follow“-Funktion von Twitter übernahm, ist für mich ein Riesengewinn. Nicht jedes Profil, das mich interessiert, wird sich auch für Beiträge interessieren, die ich selbst poste. Einseitiges Folgen ist so zwanglos, unkompliziert: Mein Facebook-Stream wird vielstimmiger, komplexer.

Belästigt und bedrängt niemanden. Biedert euch nicht an. Spamt nicht! Nichts hasse ich mehr, als eine Anfrage von „Claudia Schmökerfee“ anzunehmen – und sofort eingeladen zu werden: „Claudia Schmökerfee schlägt dir vor, dass du ihre Seite ‚AUTORIN Claudia Schmöckle‘ mit ‚gefällt mir‘ markierst.“

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Autorenrunde 03

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03: LESER:

Seid nicht gekränkt, wenn sich die Gleichgesinnten (oder gar: die Vorbilder) nicht sehr für eure Texte, eure Arbeit, eure Posts interessieren: Ich bin überrascht, wie viele Buchblogger*innen jeden Tag stundenlang Buchblogs zu lesen scheinen. Wie viele Deko- und Mode-Menschen auf Instagram die Deko- und Modefotos anderer Menschen lieben/zu lieben vorgeben. Manchmal wirkt das wie eine Schlange, die sich selbst frisst.

Ihr müsst euer berufliches Umfeld kennen und verstehen. Aber bitte beklatscht nicht alles. Und bitte beklatscht es auf keinen Fall nur, weil ihr wollt, dass die anderen zurück-klatschen. Auf mich wirken solchen berechnenden Alles-Liker, Alles-Gutfinder verbissen, traurig, aufgesetzt.

Wer kommentiert meine Posts? Wer liest meine Beiträge, wem sind sie ein Gewinn?

Ich merke: Wer MICH mag, hat oft trotzdem wenig Interesse an meinen (beruflichen) Texten. Wer mit mir Kaffee trinkt, spazieren geht, will mit mir Kaffee trinken, Spazieren gehen – nicht: Blogposts lesen, in denen ich über Bücher spreche. Leute mögen mich als Mensch. Andere mögen mich als Blogger. Als Facebook-Sammler/-Poster/-Kommentator. Als literarischen Autor. Leute mögen nie ALLES. Drängt sie nicht. Versucht nicht, jemandem auf jedem Level zu gefallen: Es gibt Autor*innen, deren Facebook-Beiträge ich liebe… und deren Bücher mir egal sind. Es gibt Journalisten, mit denen ich zum Mars fliegen würde – doch ihre Zeitung kaufe ich nie.

All das heißt auch: Ihr könnt auf jeder Plattform, in jedem Netzwerk Dinge posten/tun/ausprobieren, die jeweils anderen Menschen gefallen. Seid eitel auf Instagram. Seid politisch auf Facebook. Witzelt auf Twitter. Schreibt Gedichte im Blog: Euer Tumblr-Ich muss nicht die selben Leute glücklich machen wie euer Snapchat-Ich.

Ich schreibe meist sehr verständliche Facebook-Beiträge (weil ich dort die meisten Follower habe, aber viele Leute mich nur oberflächlich kennen und z.B. über Ironie stolpern) – doch auf Twitter poste ich nerdig, kleinteilig, spontan. Ich nehme Fotos auf Facebook ernst – auf Instagram dagegen spiele ich herum.

Beobachtet, WER euch liked und abonniert, teilt und kommentiert, unterstützt, vielleicht sogar anfeuert, bewundert, gerne liest. Bei mir sind das fast nie meine genauen Spiegelbilder: Irgendein anderer Journalist/Kritiker/Autor Anfang 30, in Berlin. Sondern: Leute, drei, vier Jahre jünger. Oder zehn, zwanzig Jahre älter. Fragt diese Leute, welche Beiträge sie mögen. Warum sie euch zuhören und eure Arbeit schätzen. DAS sind die Leser. Und oft, merke ich, finden sie einzelne Texte/Plattformen/Arbeiten von mir toll. Ohne aber, MICH so zu mögen, wie das engere Freunde tun.

Müssen sie auch nicht: Seid nicht enttäuscht, dass nicht zehn Menschen ALLES für euch sind… ihr tatsächlich eher 1000 oder 10000 ansprecht – aber eben immer nur: mit jeweils EINER Arbeit, EINEM Aspekt.

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Autorenrunde 04

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04: die Don’ts

Postings entlarven: Sie zeigen viel mehr, als man denkt. Ich glaube, man kann Lesern online schlecht viel vormachen: Mit jedem Satz, mit jedem Status, Foto zeigt man so viel über sich, dass Tricks, Täuschungen, Fassaden bald unsinnig viel Aufwand kosten würden. Freundin S. arbeitet am Theater – und sagt, Postings unter Theater-Leuten sind oft viel positiver, kameradschaftlicher als unter Buchmenschen: „Mit jedem Posting positionierst du dich. Deine Beiträge sind sehr wertend. Die ‚gefällt mirs‘ der Leute, die dir zustimmen, kannst du sehen. Doch ich glaube, es gibt genauso viele Leute, die mitlesen und denken: ‚Uff‘.“

Ich selbst denke mehrmals pro Minute ‚uff‘: Lese Postings, die mich begeistern, freuen, überzeugen sollen – aber die stattdessen beitragen, dass ich ihre Verfasser weniger schätze, respektiere, weniger gern zuhöre. Bei deutschen Autoren nervt mich oft, dass sie jovial in ihre Freundes- und Follower-Runde duzen – von oben herab, oft aufgesetzt, wie jemand, der nicht MIT seinen Kontakten spricht, sondern nur ZU ihnen: „Huhu, meine Lieben. Freut ihr euch auch schon so auf mein Buch? Schnell hier bestellen!“

Ich merke: Weil meine Kontakte jeweils unterschiedliche Stefans kennen, auf sehr verschiedenen Wissensständen sind und mich deshalb oft etwas schief einschätzen/missverstehen, hilft IMMER – bei jedem Text, Link, Beitrag – präzise zu formulieren, wo ich stehe: Mit welcher Absicht teile ich das? Ich halte das für wichtig, interessant? Warum?

Ich verstehe, dass Facebook oft stresst, nervt. Mutlos macht:

Lesen Freunde zu lange durch ihren Newsfeed, werden sie oft neidisch, wütend oder verzweifelt („Alle Menschen sind SO dumm!“).

Mir helfen da drei Gedanken:

  • Leute zeigen auf Facebook oft ein Best-Of ihres Lebens – während ich aus meinem eigenen Alltag ALLE Fehlschläge, Sackgassen, Patzer kenne: Ich habe nichts davon, jedes fremde Best-Of gegen mein Work-in-Progress aufzuwiegen.

  • Wer Selfies postet, zweifelt oft an seiner Attraktivität. Wer postet, wie glücklich er gerade ist, muss sich das oft durch solche Postings affirmieren. Schaut nicht durch Posts und schimpft „Ihr findet euch toll? Ihr Trottel!“ Je mehr mein Selbstbild wankt, desto tröstender scheinen mir Likes und Online-Selbstdarstellung. Wer sich am lautesten nach Lob, Bewunderung sehnt… braucht oft gerade wirklich etwas Aufmunterung. Deshalb gebe ich sie oft – neidlos und gern.

  • ICH würde fast alle Fotos, die ich sehe, nie so posten. Fast alle Sätze, die ich lese, nie so schreiben. Das ist okay – weil unterschiedliche User andere Ziele, Freundeskreise, Normen haben, ganz anders auftreten und für ganz andere Dinge geschätzt oder gelobt werden wollen. Ich glaube, wir ALLE scrollen oft durch Facebook – und schaudern: „Huch. Alle sind furchtbar. Und kriegen dauernd Likes, obwohl sie furchtbar sind.“

Ich kenne nur eine Autorin, die mir auf Facebook noch nie auf die Nerven ging, deren Tonlage (zufällig?) meine Ansprüche prima trifft: Britta Sabbag. Bei allen anderen denke ich oft „Ich verstehe, was du sagen willst – aber die Haltung/Wortwahl ist schlimm“, oder „Wow: Gerade kommst du nicht sympathisch rüber.“ Oft hilft auch, „nervige“ Postings mit einem Freund oder Partner durchzusehen. Zu fragen: „Wie ist dein Eindruck? Scheint diese Person sympathisch, hier? Ist das ein guter Auftritt?“

Meist stoßen mich Kleinigkeiten vage ab: ein Profil wirkt „irgendwie eitel“, ein älterer Mann „irgendwie bitter“, ein Verleger „vielleicht aufgeblasen“. Erwähne ich dann den Namen vor meiner Mutter oder meinem Freund, rufen sie oft „Klar: DER ist doch aufgeblasen! Das sieht man doch an folgenden Fotos/Kommentaren/Reaktionen.“ It’s not me. Postings entlarven. Sie zeigen viel mehr, als man denkt.

Deshalb: Fragt bitte eure scharfsinnigsten, ehrlichsten, boshaftesten Freunde: Wie komme ICH rüber, online?

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Autorenrunde 05

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05: Fragt!

Ich muss mir keine Bohrmaschine kaufen – oder? Weil jeder von uns genug Leute mit Bohrmaschine kennt.

Und ich muss nicht an Türen klingeln, einzeln fragen: „Hast du vielleicht eine Bohrmaschine?“ Sondern kann auf Facebook posten, einmal – kurz und diskret. Traut euch, nach Dingen zu fragen, öffentlich. Und traut euch umgekehrt, Dinge anzubieten. Wenn ich für einen Text recherchiere… wenn ich eine Frage an einen Fachmann habe… wenn ich eine billige Alternative brauche zu einem Produkt… frage ich immer öfter erstmal meine Facebook-Welt. Und kriege meist wunderbare, kompetente Antworten.

Leute haben Angst, „zu betteln“. Ich denke selbst oft, VIEL mehr zu kriegen als zu geben – und will mein Netzwerk nicht überstrapazieren: Letztes Jahr brauchte ich Übernachtungen, für die Leipziger Messe, und Facebook-Freunde halfen mir SO sehr… Ich hatte das ganze Jahr über ein schlechtes Gewissen, das nicht in gleichem Maße zurückgeben zu können. Dieses Jahr bin ich nur Samstags auf der Messe: Nochmal zu fragen, nochmal zu nehmen, schien mir maßlos. Gierig.

Tatsächlich aber macht Geben Spaß: Wir alle haben so viel Wohlstandskram, alten Krempel, so viel kaum genutztes Wissen, Expertise, so viele Ressourcen und Fundstücke, so viele Ideen… und so viel Empathie: Mitdenken macht Spaß, Helfen macht Spaß, ich finde es normal, Facebook zu öffnen und nach drei Minuten zu wissen: „Lisa sucht gerade Kinderbuch-Tipps, Anne eine Ferienwohnung am Meer, Chris gute US-Kurzgeschichten, die er übersetzen kann… und hey: Vielleicht könnt sie Marc danach veröffentlichen! Chris und Marc müssen sich kennen lernen!“

Ich behalte solche Anfragen im Hinterkopf. Oft kann ich nicht direkt, sofort helfen. Muss ich auch nicht: Fast immer hilft irgendwer. Und manchmal, WENN ich helfen kann, freue ich mich darüber wie bei einem Bingo-/Lotto-Moment… bei dem das, was ich biete und das, was jemand anderes sucht, glücklich deckungsgleich sind.

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Autorenrunde 06

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06: Benennt eure Ziele und Kompetenzen.

Freundin K. übersetzt oft, für Verlage. Sie wusste, dass ich selbst übersetze, wollte mich Verlagen empfehlen – und sagte, sie braucht eine Arbeitsprobe. Sonst wird es nichts.

Meine Website/Blog ist der Ort, an dem JEDER Auftraggeber solche Arbeitsproben, Referenzen suchen wird – und finden kann: Texte, Rezensionen, Links zu meinen Veröffentlichungen, Interviews, meine Mailadresse. Alles möglichst offen, sichtbar, eindeutig: Leute wissen, was ich tue. Und: Was ich tun will.

Oft werde ich gebeten, junge Autor*innen/Journalist*innen zu empfehlen, für Jobs. Doch bei vielen Schreibern, mit denen ich vor zehn Jahren studierte, weiss ich – trotz Facebook-Freundschaft – nicht genau, wie oft, wie gern, wie professionell sie heute noch schreiben (wollen): Ich sehe keine Arbeitsproben. Ich kann nichts weiterleiten, zeigen, verlinken. Ich weiß nicht, ob man eine schön gestaltete Website braucht (nach meiner Erfahrung: nein). Ich weiß nicht, ob man eine eigene URL/Domain braucht (nach meiner Erfahrung: nein).

Aber: Ein Redakteur, Buchhändler, Verleger, potenzieller Auftraggeber, der euren Namen bei Google eingibt, MUSS etwas finden – so sortiert, übersichtlich, einladend wie möglich. Sammelt, zeigt, macht sichtbar, archiviert, was ihr tut. Und macht genauso sichtbar, was ihr tun wollt.

Unter meiner Veröffentlichungsliste steht: „Ziele: Print-Feuilleton (Zeit, SZ, FAZ?) | Klagenfurter Literaturkurs | Übersetzungen (Literatur, Genre, Young Adult; Comics bei Panini?) | Wired | Volltext | Literaturspiegel/SPON | taz | …und: den Roman abschließen.“

Um diese kurze Wunsch-/Ziel-Liste zu schreiben, musste ich überraschend lange überlegen: Ich weiß, dass ich jahrzehntelang weiterhin Kritiker, Autor, Journalist sein will. Und wir alle haben ungefähre Vorstellungen, wie es am Ziel aussieht. Doch die genauen, realistischen Etappen, Stationen, greifbaren Zwischenstufen dorthin? Welche konkreten Aufgaben, Jobs will ich übernehmen – im Lauf der nächsten zwei, drei Jahre…? Wo will ich mich anbieten? Wo will ich überhaupt erst anfangen, herauszufinden, wie man sich dort anbietet: Bei welchem Redakteur, mit welchen Pitches? Ich musste erstmal ordnen, entscheiden.

Ein Bekannter, gerade in den letzten Semestern, seufzte neulich, er würde so gerne irgendwo schreiben. Eine erfahrene Journalistin saß am Tisch und fragte: „Was schreiben? Wo? Wem kann ich dich vorstellen?“ Er wusste es selbst noch nicht.

Lasst die Menschen um euch herum wissen, nach welchen Stellen, Ausschreibungen, Chancen ihr sucht. Ich frage das andere Freund*innen oft. Behalte ihre Antworten lange im Hinterkopf. Helfe, wenn ich kann – auch, wenn es oft lange dauert: Freunde von mir machen die Programmplanung in Literaturhäusern. Wir halten Kontakt: Sie wissen, woran ich arbeite, was meine Themenfelder, Expertengebiete sind. Oft hat das Literaturhaus-Programm jahrelang nichts mit dem zu tun, was ich bieten kann. Doch kurz, bevor ich denke: „Oh: Ich bin nicht gefragt.“, kommen neue Anfragen – für etwas, für das ich die genau richtige Person bin. Jobs, die genau auf mein Profil passen.

Macht euer Profil so sichtbar wie möglich.

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Autorenrunde 07

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07: Kennt eure Route: die nächsten Schritte.

Warum habe ich meinen Roman noch nicht veröffentlicht? Weil Kapitel 31 fehlt. Kapitel 30… und neun weitere Kapitel, bis runter zu 21: Freunde schauen manchmal auf Autor*innen, die sehr jung viel geschafft haben – Vea Kaiser, Ronja von Rönne, Benjamin Lebert – und ärgern sich, dass sie nicht Veas, Ronjas, Benjamins Leben führen gerade… obwohl sie sicher sind: Sie könnten all das besser.

Könnte ich das? Vielleicht. Falsche Frage! Wichtiger, viel akuter nämlich: Wann schreibe ich Kapitel 21 fertig? Wie schaffe ich genug Freiraum in meinem Leben, um alle sechs bis acht Wochen ein weiteres Kapitel zu beenden? Was bedeutet das konkret– finanziell, und für die Zeit, die mir dann für Artikel/Journalismus fehlt? Für die Zeitaufteilung jedes Tages?

Nicht alles ist planbar. Doch so oft male ich mir vage aus, wie ich „voran komme“ … und merke dann: Ich muss genauer definieren, was das bedeutet! Macht Listen. Haltet eure Erwartungen möglichst konkret. Klagt nicht: „Niemand interessiert sich für meine Texte“, sondern findet heraus, welche Sorte Text zu welchen Themen ihr wo anbieten/einreichen könnt. Falls restlos all diese Texte abgelehnt werden: Jammert. Aber nicht vorher!

Nach meiner Erfahrung klappen von fünf Projekten meist drei. Ich nahm mir vor, erst panisch/selbstmitleidig zu werden, wenn fünf Projekte am Stück scheitern. Das ist bisher noch nie passiert: Ich hatte nie fünf Flops, Sackgassen, Enttäuschungen in Folge. Um motiviert zu bleiben, will ich jedes Mal, wenn eine Sache floppt, vier weitere Ansätze, Ideen, Ziele benennen können – und mich um deren Umsetzung bemühen.

…das ist so aufregend (und zeitaufwändig), dass ich die Enttäuschung nach zwei Tagen Arbeit an Neuem eh vergessen habe.

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Autorenrunde 08

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8: Drei Adjekte

Sucht euch drei Dinge, die ihr kommunzieren wollt“, riet mir eine Marketing-Freundin. Sie sagt, Leser, Follower, Interessierte können drei solcher Attribute gut verstehen und im Kopf behalten. Aus drei Attributen formt sich ein schlüssiges Image, das man leicht bespielen, immer neu zeigen kann.

Ich könnte zum Beispiel mit jedem Facebook-Beitrag etablieren: Stefan Mesch ist neugierig. Kritisch. Und an Menschen interessiert.

Oder: Ich arbeite für Deutschlandradio Kultur. Blogge. Schreibe am Roman. Oder: Meine Fachgebiete sind Genre-Literatur, unbekannte Bücher und Comics. Oder: Ich komme aus Heidelberg. War in Hildesheim. Toronto. Jetzt oft Berlin…

…nein, halt: Das sind schon vier Stationen/Attribute. Es wird unübersichtlich.

Tatsächlich haben Menschen Mühe, sich die simpelsten Prämissen zu merken: Ich selbst verwechsle oft die Karrieren, Ziele, Wohnorte, Partner, Status Quos guter (Netz-)Freund*innen, habe Mühe, bei allen up-to-date zu bleiben: Nur von den allerengsten Freunden lese ich JEDEN Beitrag. Und vieles wird auf Facebook auch nur ein-, zweimal offen gesagt, gepostet: Treffe ich Menschen, die mir auf Facebook folgen, denke ich zuerst „Sie wissen, dass ich Superman mag. Sie wissen, dass ich in einem Dorf aufwuchs. Sie wissen, dass ich ein Booktube-Video gedreht habe und gern ein noch mehr probieren würde. Sie wissen, dass mir Berlin recht fremd ist.“ Tatsächlich aber gehen solche Dinge dauernd verloren. Auf Facebook. Und in den Köpfen.

Falls ihr eine kommerzielle Fan-Seite betreibt und wirklich nur EINE Agenda pushen wollt: Nehmt drei Adjektive. Sagt: „Ich bin Krimi. Ich bin Niedersachsen. Ich bin Katzenfotos.“ Ich glaube aber, auf Facebook sprechen die meisten von uns (in ihrem Privatprofil) zu einer Gruppe, SO durchmischt, dass drei Attribute zu eng sind: Deshalb ist es normal für mich, dort Dinge möglichst erklärend, verständlich zusammenzufassen und – wie beim Drehbuchschreiben für eine Seifenoper – immer zu bedenken: „Auch die großen Fans könnten die letzte Folge verpasst haben. Geh bloß nicht davon aus, dass die Mehrheit den Überblick hat, alle Details kennt!“

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Autorenrunde 09

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9: die feinen Unterschiede

Der Literaturbetrieb hat so viele Rollen – und viele Text-Menschen spielen Doppel-, Mehrfachrollen… ich kann diese Posten, Berufe nicht zu einer Hierarchie ordnen: Ganz oben Verleger, dann Autoren oder Lektoren, weiter unten Journalisten, Buchhändler, Blogger, Leser. Das wäre zu simpel.

Aber: Redakteure posten andere Fotos, teilen andere Links, machen andere Twitter-Witze als… Journalismus-Studenten. Bestsellerautoren verhalten sich anders als Leute, die am Anfang ihrer Schreibkarriere stehen. Kaffeetassen und sexy Selfies, Glitzer-Feen und arrogante Sprachwitze, Familien-Kitsch, wütende Rants… jeder darf alles posten. Doch es gibt oft überraschende Gefälle bei den Likes, der Zustimmung, den Reaktionen.

Ich bin freier Kritiker: Ich will keinen Job als Redakteur. Ich lektoriere gern – aber suche keine Stelle im Verlag. Trotzdem merke ich: Wenn ich „im Stil“ von Redakteuren poste…. statt Inhalte, wie sie andere freie Kritiker teilen, denken Redakteure eher: „Oha. Einer von uns.“ Wenn ich „im Stil“ von Verlegen urteile… nehmen mich Verleger ernster. Vielleicht auch nur, weil alle sich narzisstisch spiegeln. Von einem Blogger, boshaft oder hochnäsig wie ein (Klischee-)Feuilletonist, denken Feuilletonisten schneller: „Der könnte auch für uns schreiben.“ Und viele Verlagsautoren wirken auf mich oft bereits wie „typische“ Verlagsautoren…. bevor sie den Vertrag unterschrieben: Fake it until you make it. Dress for the job you want, not for the job you have.

Wenn du so tust, als hättest du besonders viel mit der Gruppe gemein, zu der du stoßen willst… darfst du oft irgendwann tatsächlich zu ihr stoßen.

Das wird vor allem umgekehrt zum Problem: Ein Lehrer, der im Stil seiner Schüler postet? Eine Autorin, die postet, sie sei „Mega-Leseratte“? Ich habe Kulturjournalsimus studiert… doch Kultur-Redakteure sagen immer öfter „Ach: Sie sind der Blogger.“ So lange ihr das postet, was auch Buch-Amateure posten, Fans, Hobby-Leser, denken die Verleger, Schreibtischmenschen, die euch beäugen und prüfen schnell: „Ach so: ein Fanboy. Ein Blog-Mädchen. Amateure.“

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Autorenrunde 10

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10: Drückt auf verschiedene Knöpfe.

Ein Netzfreund veröffentlichte einen Roman. Und FLEHT, dass er mehr Leser findet: Er postet, kommentiert wieder und wieder: „Ich wünschte, Leute interessierten sich für mein Buch. Ich wünschte, ich wäre gefragt. Ich wünschte, das Buch wäre rentabel. Dann wäre alles einfacher!“

Das stimmt. Doch hilft das dauernde, immergleiche Öffentlich-Darüber-Lamentieren? Vieles, was ich wollte, glückte. Doch ebenso viele Ideen, Fragen, Texte, Projekte von mir… sind mühsam, bringen kaum Ergebnisse, zünden nicht so recht. Es hilft nicht, immer wieder auf den selben „Zündungs“-Knopf zu hämmern. Oder überall zu posten „Warum zündet es nicht? Ich wünschte, es würde zünden!“

Wenn niemand eure Turnschuh-Fotos mag: Fotografiert andere Schuhe. Oder völlig andere Motive. Oder stellt sie auf Tumblr… auf Flickr. Oder Twitter.

Wenn euer Buch wenig Leser findet – und die Verkäufe nicht besser werden, indem ihr täglich auf allen Kanälen, in allen Gruppen postet „Kauft!“, macht etwas anderes: Verlosungen. Rezensionsexemplare. Eine Leserunde. Gebt Interviews.

Ich bin auf Facebook, um Menschen kennen zu lernen und mit ihnen über – immer neue, wechselnde – Fragen zu sprechen. Nicht: Um mich von Leuten bewerben zu lassen. Oder: die immer gleichen drei Attribute einer Marke/Persona gezeigt zu bekommen. Schon Autoren-Seiten like ich selten – weil ich auf Augenhöhe sprechen will, in Privat-Profilen. Und, weil ich immer Angst habe, dass ein „Like“ für meine Freunde aussieht wie: „Ah: Stefan Mesch ist FAN dieses Autors.“ Schon bei vielen Verlagen, die ich „like“, denke ich: „Hm. So viel halte ich gar nicht von eurer Arbeit, euren Büchern. Ich habe nur ‚Like‘ gedrückt, um informiert zu bleiben.“

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  • Vorbilder finden.
  • Gleichgesinnte finden.
  • Leser finden.
  • Posten, was man selbst gern lesen würde.
  • Fragen: Um Sachkenntnis, Ideen, Hilfe bitten.
  • Ziele und Kompetenzen benennen – und sichtbar halten.
  • Die Reiseroute kennen.
  • Drei Attribute bestimmen (oder nicht).
  • Rollen ausprobieren – ohne, sich zu verstellen.
  • Auf wechselnde, neue Knöpfe drücken – statt immer auf den selben.


empfehlenswerte Links:

1) http://www.tor.com/2016/03/10/publishing-business-art-rejection-personal/

2) http://fusion.net/story/244545/famous-and-broke-on-youtube-instagram-social-media/

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Autorenrunde text

Die besten Jugendbücher 2016: Entdeckungen / Vorauswahl zur Leipziger Buchmesse

Jugendbücher 2016, Stefan Mesch (2)

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Einmal pro Monat stelle ich ca. 20 unbekannte oder neue Bücher vor.

heute: aktuelle Jugendbücher und Young-Adult-Literatur, neu auf Deutsch.

Neue Titel oder Neuausgaben, erschienen zwischen Frühling 2016 und Frühling 2017…

…angelesen, gemocht und vorgemerkt.

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jugendbücher 2016 - Stefan Mesch

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Ich schreibe einen Roman über Sechzehnjährige. Ich lese seit ca. 2009 Young-Adult-Literatur, empfehle Titel bei ZEIT Online und veröffentliche immer wieder auch längere Texte über z.B.“Mockingjay” (Link) oder neue Dystopien (Link). Meine Lieblings-Jugendbuchautorin ist A.S. King (Link).

10 große Favoriten / Empfehlungen:

The Member of the Wedding   To Kill a Mockingbird  Quien ama a Gilbert Grape  The Only Alien on the Planet  Vielleicht Lieber Morgen

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The Usual Rules  The Hunger Games (The Hunger Games, #1)  Please Ignore Vera Dietz  Two Boys Kissing  Imperfect Spiral

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“Willkommen im Leben” gehört zu meinen Lieblingsserien. “One Tree Hill” ist ein Guilty Pleasure.

2014 habe ich bei Beltz & Gelberg veröffentlicht, in “Das ist genau mein Ding!”.

Jetzt: 20 aktuelle Bücher, in meiner “bald lesen!”-Vorauswahl: Leseprobe gelesen – aber noch nicht gekauft.

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01: Tanya Lieske, „Sommernachtstraum“

  • leichte, aber sprachlich recht komplexe Verwechslungskomödie
  • 336 Seiten, Fischer KJB, Februar 2016
  • Goodreads: noch kaum Wertungen

„Shakespeares ›Sommernachtstraum‹ als Schultheaterprojekt! Ben und seine Schüler stürzen sich in die Proben. Hermia liebt Lysander, Helena will Demetrius, Oberon straft Titania, und die Feenkönigin liebt plötzlich einen Esel. Während den Proben geraten auch die Liebesgeschicke der Theatergruppe durcheinander: Struppi liebt Mireille, Mary Jane will Ben, Bens Freundin trifft sich heimlich mit Mireilles Vater.“ [Klappentext, gekürzt]

Sommernachtstraum

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02: Kenneth Oppel, „Das Nest“

  • Kinder-Fantasy im Stil von Neil Gaimans „Coraline“.
  • Illustrator John Klassen hat viele Fans – aber langweilt mich meist.
  • 217 Seiten, Dressler (Oetinger), Januar 2016
  • deutsch von Jessika Kornina-Scholz, illustriert von John Klassen. Goodreads: 3.82 von 5

„Steve durchlebt eine schwere Zeit: sein neugeborener Bruder kämpft um sein Leben. Als sich eines Nachts die Wespenkönigin in Steves Träume einschleicht und ihm anbietet, das Baby zu ‚reparieren‘, scheinen seine Wünsche erhört zu werden. Doch die Dinge nehmen eine finstere Wendung, als Steve erkennt, was wirklich mit dem Kleinen geschehen soll.“ [Klappentext, gekürzt]

The Nest

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03: Jason Reynolds, „Coole Nummer“

  • New-York-Roman, mitreißend, psychologisch, sympathisch.
  • 260 Seiten, Reihe Hanser bei dtv, August 2015
  • deutsch von Klaus Fritz, Goodreads: 3.95 von 5

„Brooklyn: Ali hat sich fast sechzehn Jahre lang von allem Ärger fern gehalten. Dann ergibt sich die Gelegenheit, mit den großen Jungs zu spielen.“ [Klappentext, gekürzt]

When I Was the Greatest

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04: Susin Nielsen, „Die hohe Kunst, unterm Radar zu bleiben“

  • gewollt schrulliges Jugendbuch – vielleicht zu drollig…
  • …aber auf den ersten Seiten scheint mit der exzentrische Ich-Erzähler plausibel und sympathisch!
  • 256 Seiten, cbt, Februar 2016
  • deutsch von Claudia Max, Goodreads: 4.18 von 5

„Henry ist 13. Seine Devise: bloß nicht auffallen. Denn wehe, es kommt raus, was sein Bruder getan hat. Weil Henry, seit ES passiert ist, nur noch Robotersprache spricht, hockt er viel beim Seelendoc. Als er Alberta trifft, die zwar auch nicht normal, aber ziemlich toll ist, fragt er sich, ob da mehr daraus werden könnte. Und ob das bedeutet, dass es für ihn tatsächlich ein Leben DANACH gibt.“ [Klappentext, gekürzt]

The Reluctant Journal of Henry K. Larsen

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05: Karin Bruder, „Panama“

  • ruhiger, vielleicht auch klassisch-literarischer als viele aktuelle Young-Adult-Novels.
  • 337 Seiten, Reihe Hanser bei dtv, Oktober 2015
  • Goodreads: noch kaum Wertungen

„Ihr Großvater schickt Liana nach dem Abitur nach Panama City. Sie soll den Sohn ihres verstorbenen Bruders abholen, der seit Jahren als verschollen galt. Doch vor Ort ist alles komplizierter als gedacht. Als sie Ruud kennenlernt, hat sie es nicht mehr eilig, in ihr altes Leben zurückzukehren.“ [Klappentext, gekürzt]

Panama: Roman (Reihe Hanser)

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06: Karin Kaci, „Homevideo“

  • Typische Schullektüre. Ich mag Tempo, Härte und Geschwindigkeit: kurz und rasant.
  • 176 Seiten, Carlsen, Januar 2016
  • Goodreads: noch kaum Wertungen

„Das Buch zum TV-Film »Homevideo« (Grimme-Preis 2012): Jakobs Kamera ist wie ein Tagebuch. Der 15-Jährige filmt, was ihn bewegt. Doch dann gerät ein selbstgedrehtes, intimes Video durch Zufall in die Hände von Mitschülern, die es ins Internet stellen. Jakob wird ausgelacht, angemacht, gemobbt. Seine Freundin Hannah zieht sich zurück. Lehrer und Eltern wissen kaum, wie sie mit der Sache umgehen sollen. Keiner kann helfen, keiner kann die Hassbotschaften stoppen. Es bleibt nur ein Ausweg…“ [Klappentext, gekürzt]

Homevideo

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07: Bonnie-Sue Hitchock, „Der Geruch von Häusern anderer Leute“

  • kitschige Prämisse – aber literarisch/stilistisch überzeugt mich die Autorin.
  • 320 Seiten, Königskinder (Carlsen), März 2016
  • deutsch von Sonja Finck, Goodreads: 4.19 von 5

„Unweit des nördlichen Polarkreises, wo der Alltag manchmal unerbittlich ist, kreuzen sich ihre Lebenswege immer wieder: Alyce weiß nicht, wie sie Fischen und Tanzen in Einklang bringen soll. Ruth hat ein Geheimnis, das sie nicht mehr lange verbergen kann. Dora will ihren Vater nie wieder sehen und wird von Dumplings Familie aufgenommen. Hank und seine Brüder hauen von zu Hause ab, doch einer von ihnen gerät in große Gefahr. Und trifft auf Alyce…“ [Klappentext, gekürzt]

The Smell of Other People's Houses

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08: Gudrun Pausewang, „Der einhändige Briefträger“

  • noch mit 90 schreibt Pausewang Jugendbücher: erwachsener Ton, gut recherchiert.
  • 192 Seiten, Ravensburger, April 2015
  • Goodreads: noch kaum Wertungen

„September 1944: Der Krieg ist längst Alltag. Außer Johann, 17, leben im ostböhmischen Wolfentann fast nur noch Frauen, Greise und Kinder. Johann arbeitet als Briefträger, seit er an der Front seine linke Hand verlor. Er ist beliebt, denn er bringt den Dorfbewohnern Nachrichten von den fernen Vätern, Söhnen, Brüdern und kennt ihre Schicksale und Geschichten. Doch seine Freundschaft zur verwirrten alten Försterswitwe wird Johann bei Kriegsende zum Verhängnis…“ [Klappentext, gekürzt]

Der einhändige Briefträger

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09: Klaus Kordon, „Krokodil im Nacken“

  • sehr beliebter Autor von Jugendbüchern über die deutsche Geschichte: Kordons autobiografischer Gefängnisroman wirkt auf mich dringlich, nah, persönlich. Nur der Umfang macht mir Angst: 800 Seiten Fliesen, Betonboden, Selbstmitleid?
  • 800 Seiten, Beltz und Gelberg, November 2015 [Neuauflage. Buch von 2002.]
  • Goodreads: 4.04 von 5

„Die Lebensgeschichte von Manfred Lenz, der nach einem missglückten Fluchtversuch aus der DDR ein Jahr in Stasi-Gefängnissen verbringt. Seine Frau Hannah ist ebenfalls inhaftiert, die Kinder Silke und Michael wurden im Heim untergebracht. In seiner Isolation lässt Manfred Lenz sein Leben Revue passieren: Die Kneipe am Prenzlauer Berg, in der er nach dem Krieg aufgewachsen ist, der Einmarsch der sowjetischen Truppen auf dem Potsdamer Platz, der Tod der Mutter, das Kinderheim, das Jugendwohnheim – und dann die nur ein paar hundert Meter entfernte Grenze nach Westberlin. Der große Roman erzählt mit bestechender Authentizität deutsch-deutsche Zeitgeschichte.“ [Klappentext, gekürzt]

Krokodil im Nacken

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10: Tromly, „Digby“

  • charmante Detektiv-Komödie, erster Band einer Reihe
  • 368 Seiten, Oetinger, Februar 2016
  • deutsch von Sylke Hachmeister, Goodreads: 3.92 von 5

„Beschossen. Inhaftiert. Gekidnappt. Ein ganz normaler Tag mit Digby. Das war Zoe schnell klar. Denn Digby will den Fall seiner kleinen Schwester, die vor acht Jahren entführt wurde, aufklären. Spannende Unterhaltung auf höchstem Niveau, mit einer Prise schrägem Humor und einem besonders lässigem Dedektiv.“ [Klappentext, gekürzt]

Digby (Digby, #1)

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11: Robert Clement, „70 Meilen zum Paradies“

  • Vielleicht wissen wir 2016 so viel über Schleuser, Lampedusa und die Flucht aus Nordafrika, dass das Buch langweilt? Aber: Stil, Ton, Figuren sprechen mich an.
  • Taschenbuch: 176 Seiten, Verlag Jungbrunnen, März 2015. Zuvor 2006 im Sessler Verlag.
  • Goodreads: 3.80 von 5

„Siad, ein junger Krankenpfleger aus Somalia, und seine Tochter Shara warten in Tunesien gemeinsam mit anderen Flüchtlingen aus Afrika, bis Schlepper sie nach Europa bringen. Ihr Ziel ist Lampedusa, das Tor zu einer Zukunft, von der sie sich Sicherheit und Wohlstand erhoffen. Mit 55 anderen Flüchtlingen drängen sie sich in einem kleinen, altersschwachen Kutter. Die Reise wird zum Albtraum. Im Flüchtlingslager müssen sie unter menschenunwürdigen Bedingungen warten, bis entschieden ist, ob sie einreisen dürfen oder zurückgeschickt werden. Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis, Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien.“ [Klappentext, gekürzt]

70 Meilen zum Paradies

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12: Elke Reichard, „Deutschland, gefühlte Heimat. Hier zuhause und trotzdem fremd“

  • Gestaltung wie aus den frühen 90ern, Klappentext wie aus den 70ern, wirkt wenig selbstbewusst oder empowernd. Aber: Das Buch versammelt interessante Protokolle/Portraits – und ist weniger muffig als sein Cover.
  • 176 Seiten, Reihe Hanser bei dtv, August 2015
  • Goodreads: noch kaum Wertungen

„Jeder vierte Jugendliche in Deutschland hat inzwischen einen sogenannten Migrationshintergrund. Die Autorin ging auf die Reise durch das Einwanderungsland Deutschland.“ [Klappentext, gekürzt]

DEUTSCHLAND, GEFÜHLTE HEIMAT

ähnlich: „Neu in der Fremde. Von Menschen, die ihre Heimat verlassen.“ [März 2016, Beltz & Gelberg]

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13: Arne Svingen, „Die Ballade von der gebrochenen Nase“

  • Tragikomischer Zwischendurch-Roman für Elf-, Zwölf-, Dreizehnjährige. Mir sind solche Middle-Grade-Jungs-Bücher, besonders aus Skandinavien, am Ende oft zu süßlich oder simpel. Trotzdem: angelesen und gemocht.
  • 192 Seiten, Luebbe, Oktober 2015
  • deutsch von Gabriele Haefs, Goodreads: 3.96 von 5

„Bart geht Ärger am liebsten aus dem Weg. Seine Mutter schickt ihm zum Boxunterricht, dabei gehört seine Leidenschaft der Musik. Er liebt Opern und singt heimlich. Das darf in der Schule niemand erfahren. Doch Ada ist anders als seine Mitschüler und stellt auf den Kopf.“ [Klappentext, gekürzt]

La chanson du nez cassé

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14: Luca Bloom, „Ich, Elias“

  • Simples Konzept, aber souverän erzählt. Ein Jungs-Buch, das hoffentlich nicht in Selbstmord oder der großen Katastrophe endet.
  • 144 Seiten, Beltz & Gelberg, Juli 2015 [Neuauflage: Buch von 2009]
  • Goodreads: 3.44 von 5

»Erwachsene sagen, die Jugend sei die schönste Zeit im Leben. Sie haben wirklich keine Ahnung.« Elias, 15, mitten in der Pubertät, verliebt, entrückt und durcheinander: Die Welt steht still, wenn er Zoe sieht. Doch er macht einen entscheidenden Fehler.“ [Klappentext, gekürzt]
Ich, Elias

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15: Dave Cousins, „15 kopflose Tage“

  • Harte Themen, leichte Sprache: Ich bin gespannt, ob diese Gratwanderung knapp 300 Seiten lang glückt.
  • 288 Seiten, Verlag Freies Geistesleben, Februar 2015
  • deutsch von Anne Brauner, Goodreads: 3.86 von 5

„Laurence Roach wünscht sich ein normales Leben. Doch seine Mutter ist eine depressive Alkoholikerin. Als sie eines Abends nicht mehr nach Hause kommt, erzählt er niemandem davon – aus Angst, er und sein Bruder Jay müssten sonst in Pflegefamilien. Er zieht sich ihre Kleider an und verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Lügen.“ [Klappentext, gekürzt]

Fünfzehn kopflose Tage

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16: Kenneth Oppel, „Affenbruder“

  • Der Klappentext klingt vorhersehbar, Bücher über kleine weiße Jungs und ihre liebsten Tiere sind mir oft zu sentimental – aber 440 Seiten bieten Platz für Tiefgang, Psychologie.
  • 439 Seiten, Beltz & Gelberg, Juli 2015
  • deutsch von Gerold Anrich und Martina Instinsky-Anrich, Goodreads: 4.04 von 5

„Ein ungewöhnlicher Tierversuch, der ethische Grenzen überschreitet und eine Familie auf die Probe stellt. Zan ist ein Schimpansen-Baby und soll Zeichensprache lernen. Für Ben wird zum »richtigen« Bruder, den er über alles liebt und zu dem er eine enge Beziehung aufbaut. Als Zan die Erwartungen nicht erfüllt und von der Uni weiterverkauft wird, erlebt fragt Ben sich verzweifelt: Wie weit darf die Wissenschaft Zan für ihre Zwecke einsetzen?“ [Klappentext, gekürzt]

Affenbruder

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17: Andrew Smith, „Auf Umwegen“

  • Smith hat einen sehr, sehr guten Ruf und schreibt Bücher, die auch männliche Teenager sehr ansprechen. Das Pferd, das Meilen-Gerede, die ersten Seiten und der Road-Trip-Plot langweilten mich… aber ich glaube, das ist nochmal einen längeren, genaueren Blick wert:
  • 336 Seiten, Königskinder (Carlsen), Oktober 2015
  • deutsch von Hans-Ulrich Möhring, Goodreads: 3.89 von 5

„Finn berechnet die Zeit in Meilen, nicht in Minuten. Stets am Rande der Katastrophe – als Kind ist ein totes Pferd von einer Brücke auf ihn gefallen – hat er immerhin den besten Freund der Welt: den total irren Cade. Dann lernt er Julia kennen. Als sie wegzieht, macht er sich auf eine Reise, die sie nicht – wie geplant – zum College ihrer Wahl führt. Ein unerwarteter Unfall macht sie zu ebenso unerwarteten Helden.“ [Klappentext, gekürzt]

Auf Umwegen

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18: Leila Sales, „This Song will save your Life“

  • ruhiges, warmherziges Buch über Identität und Freundschaft
  • 320 Seiten, Kosmos, Juni 2015
  • deutsch von Anja Herre, Goodreads: 3.97 von 5

„Niemand teilt Elises Kleidungsstil oder ihren Musikgeschmack. Bei einem ihrer Nachtspaziergänge trifft sie Pippa und Vicky, die sie in den Underground-Musikclub „Start“ mitnehmen – und plötzlich ist Elise unter Menschen, die sie so nehmen, wie sie ist. Außerdem entdeckt sie ihr Talent fürs DJ-ing. Sie wird zur heißesten Newcomerin der Szene und scheint mit einem Mal alles zu haben, was sie sich schon immer gewünscht hat: Freunde, Akzeptanz und vielleicht sogar Liebe. Doch was, wenn das richtige Leben droht, alles wieder zunichte zu machen?“ [Klappentext, gekürzt]

This Song Will Save Your Life

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19: Rob Thomas & Jennifer Graham, „Veronica Mars, Bd. 2: Mörder bleiben nicht zum Frühstück“

  • ich mag die ersten ca. anderthalb Staffeln des Krimi-Serie (2004). Den Kinofilm von 2014 habe ich noch nicht gesehen – doch bevor Rob Thomas die Serie schrieb, war er Young-Adult-Autor, und die beiden neuen „Veronica Mars“-Romane machen auf mich einen sehr soliden Eindruck.
  • 368 Seiten, Loewe, September 2015
  • deutsch von Sandra Knuffinke und Jessika Komina, Goodreads: 4.02 von 5

„Das Neptune Grand war schon immer das eleganteste Hotel am Platz. Reiche und Prominente gehen ein und aus. Doch als eine Frau behauptet, in einem der Zimmer angegriffen worden zu sein, wenden sich die Hotelbesitzer an Veronica. Veronica-Mars-Schöpfer Rob Thomas legt den heiß ersehnten zweiten Thriller um die Kult-Detektivin vor.“ [Klappentext, gekürzt]

Mörder bleiben nicht zum Frühstück (Veronica Mars #2)

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20: Melanie Mühl, „Fünfzehn sein. Was Jugendliche heute wirklich denken“

„Diese Teenager! Gucken pausenlos auf ihr Handy. Anstatt sich mit Freunden zu treffen, tummeln sie sich im Internet. Lieben nur Computerspiele, Kosmetik, sich selbst und den Konsum. Klassische Bildung? Fehlanzeige. Melanie Mühl hat Jugendliche befragt, und sie erzählen ausführlich und erstaunlich offen über Liebe und Intimrasur, Freundschaft und die besten Posen bei Instagram. Wie hart ist es für Teenager, in einer Optimierungsgesellschaft aufzuwachsen? Wovon träumen Jugendliche im 21. Jahrhundert? Fest steht: Von vielen Vorurteilen müssen wir uns verabschieden.“ [Klappentext, gekürzt]

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schon hier im Blog vorgestellt:

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21: Sarah Darer Littman: „Die Welt wär besser ohne dich“

  • NOCH ein Buch über Mobbing/Cyber-Stalking. Hier überzeugt mich der Stil, nicht das verbrauchte Thema.
  • 384 Seiten, Ravensburger, Januar 2016.
  • deutsch von Franziska Jaekel, Goodreads: 4.14 von 5

„Seit Wochen chattet Lara mit Christian. Sie ist total verliebt und möchte ihn endlich treffen. Doch dann postet Christian plötzlich fiese Kommentare auf ihrer Facebook-Pinnwand. Und minütlich schließen sich ihm andere an. Als Lara die Beleidigungen nicht mehr erträgt, trifft sie eine verzweifelte Entscheidung.“ [Klappentext, gekürzt]

Die Welt wär besser ohne dich

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22: Jenny Valentine, „Durchs Feuer“

  • Zu schrullig? Zu sentimental? Ich bin unsicher: Ich mochte Stil und Figuren – aber erwarte eine Art… Noah-Baumbach-Groteske, übertrieben bittersüß.
  • 260 Seiten, dtv, Februar 2016
  • deutsch von Klaus Fritz, Goodreads: 3.99 von 5

„Iris hat für ihre Eltern nur Verachtung übrig. Mutter Hanna sieht nicht nur aus wie eine Barbiepuppe, sondern ist genauso leblos, und Stiefvater Lowell, der verkrachte Soap-Darsteller, ignoriert sie. Dann tritt Ernest, Iris` leiblicher Vater, in ihr Leben: ein hoch betuchter Kunstsammler. Ernests Tod ist ein Abgang wie ein Paukenschlag und die letzte große Liebeserklärung an seine Tochter Iris.“ [Klappentext, gekürzt]

Durchs Feuer

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23: James Dawson, „How to be Gay. Alles über Coming-Out, Sex, Gender und Liebe“

  • Ratgeber für/über schwule, lesbische, queere, bi- und transsexuelle Jugendliche und sexueller Vielfalt in der Pubertät – in einfacher Sprache, aber: informiert, witzig, mitreißend. 2015 gelesen und sehr gemocht: Ich wollte Dawson für den Queerspiegel/Berliner Tagesspiegel interviewen – aber es scheiterte hieran (Link)
  • 304 Seiten, S. Fischer, Juli 2015
  • deutsch von Volker Oldenburg, Goodreads: 4.05 von 5

„Wie fühlt es sich an, zum ersten Mal in ein Mädchen verliebt zu sein, wenn man selbst ein Mädchen ist? Und was passiert dann? Wie findet man andere schwule Jungs? Und warum fühlen sich manche Menschen im falschen Körper gefangen? Mit über hundert Originalbeiträgen von lesbischen, schwulen, bi- und transsexuellen Jugendlichen, die ein unendliches Spektrum sexueller Identitäten repräsentieren. Für alle, die immer schon mehr wissen wollten über Homosexualität und Transgender – und für alle, die einfach nur neugierig sind!“ [Klappentext, gekürzt. Das versprochene „unendliche“ Spektrum ist leider Quatsch: Schwule stehen im Vordergrund, der Rest wird oft nur nebenbei erwähnt.]

How to be Gay: Alles über Coming-out, Sex, Gender und Liebe

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24: Jim Shepard, “Aron und der König der Kinder”

  • Junge im Warschauer Ghetto (schon wieder)…
  • simples, aber mitreißendes Kinder-/Jugendbuch, USA 2015.
  • 270 Seiten, C.H. Beck, Januar 2016.
  • deutsch von Claudia Wenner. Goodreads: 3.74 von 5

„Aron ist ein kleiner polnisch-jüdischer Junge in einer großen, armen Familie. Leider hat er keine Zeit, ein vernünftiger Erwachsener zu werden. Denn seine Familie zieht nach Warschau, die Deutschen überfallen Polen und die Juden werden ins Ghetto gepfercht. Er freundet sich mit einer Gruppe Jugendlicher an, die für sich und ihre Familien ums Überleben kämpfen, arbeiten, schmuggeln und stehlen und sich immer fragen müssen, wieviel Freundschaft und Liebe sie sich noch leisten können. Als der König der Kinder, der berühmte Arzt und Pädagoge Janusz Korczak, Aron in sein Waisenhaus aufnimmt, beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft, die den Jungen verändert und beide über sich hinauswachsen lässt.“ [Klappentext, gekürzt]

Aron und der König der Kinder

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25: MONIKA FETH, “Der Libellenflüsterer”

  • das klingt SO bieder und nach “deutsches Jugendbuch”… doch Feth erzählt so plastisch, plausibel, dass ich sobald wie möglich weiterlesen will.
  • 529 Seiten, cbt, August 2015
  • Goodreads: 4.13 von 5

“Merle ist Tierschützerin. Ein Hund, den sie einst vermittelt hatte, starb wenige Wochen später auf grausame Weise. Der neue Besitzer wurde angeklagt und aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nun kreuzen sich ihre Wege erneut und Merle kommt einem weit gefährlicheren Geheimnis auf die Spur…” [Klappentext, gekürzt]

Der Libellenflüsterer

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26: David Levithan, „Two Boys Kissing – Jede Sekunde zählt“

  • eins meiner Lieblingsbücher. größte denkbare Empfehlung!
  • 288 Seiten, S. Fischer, September 2015
  • deutsch von Martina Tichy, Goodreads: 4.10 von 5

„Craig und Harry wollen ein Zeichen für alle schwulen Jungs setzen. Dafür küssen sie sich. 32 Stunden, 12 Minuten und 10 Sekunden. So lange dauert es, um den Weltrekord im Langzeitküssen zu brechen. So lange dauert es, sich über die Gefühle füreinander klarzuwerden, nachdem man sich eigentlich gerade getrennt hat. Geschickt verwebt David Levithan Geschichten [mehrerer Paare, schwuler und transsexueller Figuren] zu einer großen Geschichte über homosexuelle Jugendliche von heute.“

[2013 bei ZEIT Online empfohlen] In US-amerikanische Jugendbüchern tut sich stilistisch oft nicht viel: Stakkatosätze. Präsens. Sekundenrealismus, nah am Ich-Erzähler. Alles klingt gleich. Nichts irritiert. Eine Ausnahme ist David Levithan, der in zehn Jahren fast 20 Bücher über Paare, Selbstverwirklichung und Partnerschaft-als-Selbstverwirklichung schachtelte. Jedes klang anders. Allerdings ist Two Boys Kissing ist der erste Levithan-Roman, der mich überzeugt: Acht schwule Jugendliche auf dem Land, 50 Stunden persönlichste Katastrophen und Triumphe, brillante Perspektivwechsel, Schnitte. 200 Seiten nichts als Sätze, die Leser zum Weinen bringen wollen. Vor Wut. Freude. Begeisterung. Ein hoher Ton.

David Levithan: Two Boys Kissing. A Novel. Knopf Books for Young Readers, New York 2013. 208 Seiten, 11,40 Euro.

Two Boys Kissing  Two Boys Kissing: Jede Sekunde zählt

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Graphic Novel-Reihe: „Ms. Marvel“

Ms. Marvel (USA)

Autorin: G. Willow Wilson, Zeichner: Adrian Alphona
Marvel Comics, seit Februar 2014. Deutsch bei Panini.
19+ Hefte und einige Gastauftritte / drei Sammelbände, wird fortgesetzt.

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Den ersten Band „Ms. Marvel“ würde ich am liebsten jedem Menschen von 10 bis 15 schenken – oder… bis 45. Ein All-Ages-Comic, charmant, atmosphärisch, optimistisch und rasant wie „Harry Potter“.

Band 2 hatte hanebüchene Konflikte und viel (leeres, dummes) Gerede über die angeblichen Besonderheiten der Generation Y. Und mit Band 3 tauchen immer kompliziertere Marvel-Crossover und -Bezüge auf. Auch der Zeichner wechselt ärgerlich oft: Vielleicht verheddert sich die Reihe gerade.

Vorerst aber: Unbedingt lesen! Kamala Khan, Teenager, Online-Nerd und Muslima, lebt in New Jersey. Ihre Eltern sind aus Pakistan eingewandert und haben Angst, dass sie verwestlicht. Als sie bemerkt, dass sie ihren Körper verformen, schrumpfen, verwandeln kann, hilft sie in Schule und Nachbarschaft. Ein humorvoller Comic, bunter und kindlicher als viele andere Marvel-Titel – geschrieben von einer muslimischen Autorin.

Ein zeitgemäßer, sympathischer Bestseller – aber manchmal zu drollig, harmlos.

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und:

Morton Rhues „No place, no home“ klingt vielversprechend – doch ich fand keine Leseprobe.

Goodreads: 3.86 von 5

„Nie im Leben hätte Dan damit gerechnet, dass auch er und seine Eltern einmal hier landen würden: in Dignityville. Dignityville ist eine Zeltstadt, ein Zufluchtsort für Leute, die erst ihre Arbeit, dann ihr Haus verloren haben. Ein Ort für Verlierer, die sich nicht genug angestrengt haben, dachte Dan. Doch dann lernt er Menschen kennen, die ohne Schuld ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft verloren haben – nicht jedoch ihren Stolz und den Willen, ihn sich zurückzuerobern.“

No place, no home

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ein aktueller US-Titel, angelesen und gemocht: Monica Tesler, „Bounders“

Bounders

Die besten Romane 2015: Entdeckungen

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Einmal pro Monat stelle ich ca. 20 unbekannte oder neue Bücher vor.

heute: aktuelle Romane, neu auf Deutsch.

Literatur seit Anfang 2015 – angelesen, gemocht und vorgemerkt:

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01: CHIGOZIE OBIOMA, „Der dunkle Fluss“ / „The Fishermen“

  • Nigeria: Als ihr Vater plötzlich verschwindet, wollen zwei Brüder vom Fischfang leben.
  • Literarischer Thriller aus Sicht eines Neunjährigen.
  • 313 Seiten, 13. Februar 2015, Aufbau Verlag [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Der dunkle Fluss

02: JAN HIMMELFARB, „Sterndeutung“

  • Arthur Segal, Jude und Überlebender des Holocaust, lebt als Autohändler in der Ukraine: Anfang der 90er Jahre blickt er zurück auf sein Leben.
  • 394 Seiten, 19. Januar 2015, C.H. Beck [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Sterndeutung

03: MARIA SEMPLE, „Wo steckst du, Bernadette?“ / „Where did you go, Bernadette?“

  • Satrischer, überraschender, warmherziger und mutig konstruierter Familienroman zwischen David Foster Wallaces “Unendlicher Spaß” und… “Gilmore Girls”.
  • 384 Seiten, 12. Januar 2015, btb [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Wo steckst du, Bernadette?

04: MICHAEL FEHR, „Simeliberg“

  • Literarische Adaption eines Grimm-Märchens als Schweizer Hinterwäldler-Noir-Thriller in Versen und Mundart. (Wow.)
  • 144 Seiten, Februar 2015, Der gesunde Menschenverstand [Amazon | Leseprobe | Goodreads]

Simeliberg

05: PAMELA ERENS, „Die Unberührten“ / „The Virgins“

  • Ein Mädchen und ihr Freund… beobachtet, manipuliert und beneidet von einem linkischen Mitschüler:
  • 297 Seiten, 19. Januar, C.H. Beck [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Die Unberührten

06: TERÉZIA MORA, „nicht sterben“

  • Poetikvorlesungen einer meiner deutschsprachigen Lieblingsautorinnen.
  • 160 Seiten, 23. Februar 2015, Luchthand [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Nicht sterben

07: MATTHEW THOMAS, „Wir sind nicht wir“ / „We are not ourselves“

  • Roman über eine irische Familie in Queens, von den 1940ern bis ins Jahr 2000.
  • Jonathan Franzens „Die Korrekturen“ in… nett / harmloser.
  • 896 Seiten, 16. Februar 2015, Berlin Verlag [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Wir sind nicht wir

08: FAVEL PARRETT: „Der Himmel über uns“ / „When the Night Comes“

  • Atmosphärischer Mainstream-Roman über ein junges Mädchen in Hobart, Tasmanien, das sich mit einem Seefahrer befreundet.
  • (..die früheren Bücher Parretts haben noch bessere Kritiken.)
  • 220 Seiten, 14. Februar 2015, Hoffmann und Campe [Amazon | Ocelot | Goodreads]

When the Night Comes

09: TILMAN STRASSER, „Hasenmeister“

  • Ein Musikschüler und Geigenvirtuose schließt sich in der Übezelle ein und flüchtet vor der Welt und seiner Exfreundin.
  • Leseprobe hier (Link)
  • 240 Seiten, 23. Februar 2015, Salis Verlag [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Hasenmeister

10: NICOLAS BREUEL, „Schlossplatz, Berlin“

  • Ein nervöser, naiver (?) Bundestagsabgeordneter denkt während einer Zwangspause an der Nordsee neu über seine Ziele und Werte nach.
  • 280 Seiten, 1. März 2015, dtv [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Schlossplatz, Berlin

11: MARC DEGENS, „Fuckin‘ Sushi“

  • Coming of Age in Bonn: eine Schülerband schafft den Durchbruch. Zu welchem Preis?
  • 320 Seiten, 18. Februar 2015, Galiani [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Fuckin Sushi

12: LINUS REICHLIN, „In einem anderen Leben“

  • Ein Kunstfälscher in Berlin trifft auf die Jahrzehnte alten Lebenslügen seiner Eltern und seiner Jugend. Dick aufgetragen – aber sympathisch.
  • 384 Seiten, 29. Januar 2015, Galiani [Amazon | Ocelot | Goodreads]

In einem anderen Leben

13: DIETMAR SOUS, „Roxy“

  • Außenseiter- und Schulversagerroman über die 70er Jahre. Trotz plattem Buchcover und Klappentext recht smart und schwungvoll.
  • 144 Seiten, 13. Februar 2015, Transit [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Roxy

14: TEJU COLE, „Jeder Tag gehört dem Dieb“ / „Every Day is for the Thief“

  • Teju Cole, geboren 1975 als Sohn nigerianischer Einwanderer, reist von den USA aus zurück nach Nigeria, portraitiert und fotografiert dort Menschen und Orte.
  • 176 Seiten, 2. Februar 2015, Hanser Berlin [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Jeder Tag gehört dem Dieb

15: XIFAN YANG, „Als die Karpfen fliegen lernten: China am Beispiel meiner Familie“

  • Xifan Yang, in Deutschland aufgewachsen, schreibt über ihre Eltern und Großeltern.
  • 335 Seiten, 23. Februar 2015, Hanser Berlin [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Als die Karpfen fliegen lernten: China am Beispiel meiner Familie

16: BRENDAN I. KOERNER, „Der Himmel ist unser. Liebe und Terror im Goldenen Zeitalter der Flugzeugentführungen“ / „The Skies belong to us: Love and Terror in the Golden Age of Hijacking“

  • US-Sachbuch: eine kleine Kulturgeschichte der Flugzeugentführung von 1968 bis 73.
  • 320 Seiten, 1. März 2015, Verlag André Thiele [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Der Himmel ist unser: Liebe und Terror im Goldenen Zeitalter der Flugzeugentführungen

17: DANIEL JAMES BROWN, „Das Wunder von Berlin: Wie neun Ruderer die Nazis in die Knie zwangen“ / „The Boys in the Boat: Nine Americans and their epic Quest for Gold at the 1936 Berlin Olympics“

  • US-Sachbuch: der Olympiasieg des amerikanischen Ruder-Teams und der komplexe, toll recherchierte historische Rahmen.
  • 520 Seiten, 20. April, Riemann Verlag [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Das Wunder von Berlin: Wie neun Ruderer die Nazis in die Knie zwangen

18: BARBARA HONIGMANN, „Chronik meiner Straße“

Chronik meiner Straße

19: BENJAMIN PERCY, „Jemand wird dafür bezahlen müssen“ / „Refresh, Refresh“

  • Short Stories aus Oregon. Provinziell, dunkel… vielleicht zu konventionell?
  • 320 Seiten, 23. März 2015, Luchterhand [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Jemand wird dafür bezahlen müssen: Stories

20: LÁSZLÓ KRASZNAHORKAI, „Die Welt voran“

  • Kurzgeschichten, Sprachexperimente, Verwirrspiele: experimentelle Prosastücke des ungarischen Avantgarde-Erzählers.
  • 416 Seiten, 19. Februar 2015, S. Fischer [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Die Welt voran

21: AYELET GUNDAR-GOSHEN, „Löwen wecken“

  • Ein israelischer Neurochirurg überfährt einen illegalen Arbeiter aus Eritrea und begeht Fahrerflucht. Am nächsten Tag erpresst ihn die Witwe: Er soll Flüchtlinge versorgen und behandeln, in einem Camp.
  • 432 Seiten, 1. Februar 2015, Kein & Aber [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Löwen wecken

22: KENNETH BONERT, „Der Löwensucher“ / „The Lion Seeker“

  • Südafrika in den 30er Jahren: ein junger Jude als Litauen und die Geheimnisse und Verfehlungen seiner Familie.
  • 800 Seiten, 25. März 2015, Diogenes [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Der Löwensucher

23: SANDRA GUGIC, „Astronauten“

  • Stadtgeschichten, Einsamkeit, lose verknüpfte Alltagsaufnahmen.
  • 208 Seiten, 21. Januar 2015, C.H. Beck [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Astronauten

24: AMBER DERMONT, „In guten Kreisen“ / „The Starboard Sea“

  • Unterhaltungsroman über Privatschul-Schnösel in den 60er Jahren, Gruppenzwang, Klassismus und vertuschte Verbrechen.
  • 444 Seiten, 10. Februar 2015, mare [Amazon | Ocelot | Goodreads]

In guten Kreisen

25: SIFISO MZOBE, „Young Blood“

  • Young-Adult-Literatur aus Südafrika: ein junger schwarzer Schulabbrecher wird zum Kriminellen.
  • 274 Seiten, 16. Februar 2015, Peter Hammer [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Young Blood

26: TOM DRURY, „Das stille Land“ / „The driftless Area“

  • Eine Affäre in der Provinz, eine allein lebende Nachbarin und eine Kette aus Zufällen… oder geheimen Plänen?
  • 216 Seiten, 31. Januar 2015, Klett-Cotta [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Das stille Land

27: JOHN WILLIAMS, „Butcher’s Crossing“

Butcher's Crossing

28: ARNO GEIGER, „Selbstportrait mit Flusspferd“

  • Nach einer Trennung verbringt ein Veterinärsstudent einen Sommer mit der Pflege eines Zwergflusspferdes. Schönes Sommerbuch? Oder Kitsch?
  • 288 Seiten, 2. Februar 2015, Hanser [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Selbstporträt mit Flusspferd

29: DAGNY GIOULAMI, „Alle Geschichten, die ich kenne“

  • Schrulliger, leichter Südosteuropa-Roman über eine junge Frau aus Zürich, die spontan nach Griechenland reist.
  • 160 Seiten, Februar 2015, weissbooks [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Alle Geschichten, die ich kenne: Roman

30: SIBYLLE KNAUSS, „Das Liebesgedächtnis“

  • Eine Schriftstellerin wird im Alter dement… und schreibt gegen den eigenen Verfall an.
  • 192 Seiten, 9. Februar 2015, Verlag Klöpfer & Meyer [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Das Liebesgedächtnis

31: MIKLÓS BÁNFFY, „In Stücke gerissen“ (US-Titel: „They were divided“)

In Stücke gerissen

32: MICHÉLE BERNSTEIN, „Alle Pferde des Königs“

  • Hipster-Literatur, im Original erschienen 1960:
  • Bernstein, eine junge Situationistin, parodiert den psychologischen Roman Frankreichs so geschickt und erfolreich, dass ihr (ironisches?) Buch als großer Jugend- und Beziehungsroman gefeiert wird.
  • 128 Seiten, 25. Februar 2015, Edition Nautilus [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Alle Pferde des Königs

33: PÉTER ESTERHÁZY, „Indirekt“

  • Literatur mit Links: Aus vielen literarischen Zitaten und eigener Handlung colaggiert Esterházy ein kurzes, charmantes erzählerisches Spiel.
  • 176 Seiten, 19. Januar 2015, Berlin Verlag [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Indirekt

34: SIRI HUSTVEDT, „Die gleißende Welt“ / „The Blazing World“

  • New-York-Roman über eine Künstlerin, die ihre Arbeit hinter drei Männernamen versteckt, um Sexismus zu entgehen.
  • 512 Seiten, 24. April, Rowohlt [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Die gleißende Welt

35: KAREN JOY FOWLER, „Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke“ / „We are all completely besides ourselves“

  • überraschender Familienroman über ein altes Trauma… und Forschung an Menschenaffen.
  • 368 Seiten, 11. Mai 2015, Manhattan [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke

36: SEMJON VOLKOV, „Idiotenbus“

  • der Alltag eines jungen Mannes mit geistiger Behinderung in einer Werkstatt.
  • Rollenprosa, ein bisschen gewollt-drollig / lesebühnenhaft.
  • 200 Seiten, 12. Januar 2015, Verlag tredition [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Idiotenbus

37: FLORIAN GANTNER, „Trockenschwimmer“

  • Ein junger, melancholischer Versager in Österreich blickt zurück auf seine Alltags-Niederlagen… und ein (kleines) Verbrechen.
  • 192 Seiten, 12. Februar 2015, Edition Laurin [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Trockenschwimmer

38: RICHARD McGUIRE, „Hier“ / „Here“

  • der selbe Bildausschnitt, immer neu über ganze Epochen hinweg gezeigt:
  • Graphic Novel über Zeit und Wandel.
  • 300 Seiten, 10. Dezember 2014, Dumont [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Hier

39: MILJENKO JERGOVIC, „Vater“

  • autobiografisches Essay: der bosnische Schriftsteller erinnert sich an den Tod seines Vaters und ihr schwieriges Verhältnis.
  • 208 Seiten, 3. Februar 2015, Schöffling [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Vater

40: DASA DRNDIC, „Sonnenschein“

  • Kroatien im zweiten Weltkrieg: ein selbstbewusster, doch oft recht eitler und creative-writing-hafter Roman über eine jüdische Familie.
  • 400 Seiten, 14. Februar 2015, Hoffmann und Campe [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Sonnenschein

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