Literaturwerkstatt Berlin

Finalist beim 20. Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin

Ich bin Finalist beim 20. Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin…

…und begleite den Wettbewerb zudem in kurzen, persönlichen Blog-Snapshots (Link).

Meine Blogposts / Einträge zum Wettbewerb, schon vorab:

und, zu mir selbst und meinem Roman „Zimmer voller Freunde“:

Was IST der „Open Mike“-Wettbewerb? Regeln, Geschichte usw. hier (Link)
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Stefan Mesch, geboren 1983 in Sinsheim (Baden), schreibt für die ZEIT und den Berliner »Tagesspiegel«. Er studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim, war Mitherausgeber von «BELLA triste« und Mitveranstalter des Literaturfestivals PROSANOVA. Er veröffentliche Prosa und Essays in u. a. »Edit« und »Macondo« und lebt seit 2009 jeden Winter / Frühling als freier Lektor und Übersetzer in Toronto und jeden Sommer / Herbst in Eppingen (Baden), im leer stehenden Haus seiner toten Großeltern. «Zimmer voller Freunde« ist sein erster Roman. www.zimmervollerfreunde.tumblr.com

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Open Mike 2012 – Presse, Kritik, Diskurs (Vorjahre)

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Ich bin Finalist (und: Liveblogger) beim 20. open mike-Wettbewerb der Literaturwerkstatt Berlin, und lese am 10. und/oder 11. November aus meinem Roman „Zimmer voller Freunde“ (Link). (Heimathafen Neukölln, Eintritt frei – kommt vorbei! Details hier)

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Schon heute: Ein Pressespiegel / eine Montage über 20 Jahre „Open Mike“, und die großen Stärken, Schwächen, Probleme und Sternstunden des Wettbewerbs:

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“Alle waren sie da, und jedes Jahr werden es mehr. Für Verleger, Literaturagenten, Scouts und Medien gibt es im November einen denkbar effizienten Termin. Beim Lesewettstreit „Open Mike“ lässt sich in der Literaturwerkstatt […] an einem Wochenende ein repräsentativer Eindruck davon gewinnen, was landauf, landab gedacht und geschrieben wird.” Steffen Richter, Die Welt, 2001
„Sechs Lektoren aus renommierten deutschsprachigen Verlagen entschieden über die Finalisten, die an diesem Samstag und Sonntag in Berlin vor Jury und Publikum die Endrunde bestreiten. 15 Minuten hat jeder der 23 Autoren Zeit, seine Geschichte oder sein Gedicht vorzutragen.“ Maar, Lauterbacher Anzeiger, 2011
“Mitte der Neunziger begannen bei diesem Wettlesen die Karrieren von Karen Duve, Kathrin Röggla, Julia Franck oder Terézia Mora. 2001 war mit den Preisträgern Nico Bleutge und Tilman Rammstedt noch einmal ein großes Jahr. Danach aber blieb die Durchschlagskraft begrenzt […] Zum Teil mag es an der gesunkenen Nachfrage nach Debütanten liegen. Der Hype der jungen deutschen Literatur vor zehn Jahren war eben die Ausnahmesituation.” Wolfgang Schneider, FAZ, 2008
“Bei über 100.000 deutschsprachigen Neuerscheinungen jährlich ist die Konkurrenz beträchtlich, und so waren die diesjährigen Autoren vor allem darum bemüht, alles richtig zu machen. […] Beim literarischen Nachwuchs herrscht derzeit Innerlichkeit vor, die Beschäftigung mit der Vergangenheit und die Suche nach dem eigenen Weg. Gesellschaftskritik steht nur selten, politischer Protest leider gar nicht auf dem Programm.” Cornelius Wüllenkemper, Deutschlandradio, 2011
“Politische oder historische Themen vermisst man indes. Lektor Dirk Vaihinger würde das keinem der unter 35-jährigen vorwerfen: Die Jungautoren entwickeln noch ihren eigenen literarischen Ton. Die großen Themen kommen später.” Elena Phillipp, Die Welt, 2010
“Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – und der war hier spürbar. Man erlebte Talente, die noch keine Routinen ausgebildet haben, die ihr Formgefühl und Welt-Bild gerade erst entwickeln. Solche ersten Schwimmzüge sind etwas ganz Besonderes. Auch wenn den Beteiligten meist klar war: Das muss noch besser werden.” Wolfgang Schneider, FAZ, 2009
“In den besten Stunden des Open Mike kann man atemberaubend Zeuge werden, wie ein Schriftsteller die Welt betritt. Das sind 15 Minuten, die man nicht vergisst: als vor zwölf Jahren Karen Duve hier zum ersten Mal las, später Julia Franck oder Terézia Mora und zuletzt noch einmal fulminant, vor zwei Jahren, Kirsten Fuchs.” Jana Hensel, Die Welt, 2006

ZEIT online: Simon, ein Wort zu den anderen Teilnehmern: Konkurrenz oder Kollegen?

Simon Urban: Der Wettbewerb ist eine freundliche Angelegenheit. Natürlich befindet man sich in einer Konkurrenzsituation, aber es ist eine harmonische Konkurrenzsituation.

Kathrin Schadt, ZEIT Online, 2007

”Im Publikum drängten sich Lektoren, Literaturagenten und Talent-Scouts zu Dutzenden. Diejenigen, die ohne Preis nach Hause gehen mussten, können sich daher trotzdem zu den Gewinnern zählen. Im 19. Jahr seines Bestehens reicht oft schon die Teilnahme am „Open Mike“, um eine literarische Karriere zu beflügeln.” Vanja Budde, Deutschlandradio Kultur, 2011
Simon Urban: Der Open Mike ist natürlich ein Viehmarkt, aber es kann ja jeder selbst entscheiden, ob er zum Vieh gehören möchte oder nicht. Wer gelesen werden will, muss also auch mal das Vieh sein können. Außerdem macht das ja durchaus Spaß, vor so einer Kulisse. Kathrin Schadt, ZEIT Online, 2007
“Das Setting für die Lesungen ist hervorragend; das Bühnenlicht weich, das Publikum ist aufmerksam, klatscht sehr gerne und feiert – zu Recht – mehr Texte als es Preise gibt. Ich war ziemlich lange nicht mehr bei solchen Wettbewerben und wundere mich darüber, dass es keine Dissonanzen zu geben scheint, keine Fraktionierungen, keine Ablehnung des Betriebs etwa seitens der Autoren; dass das Etwas-toll-Finden nicht wie früher so oft von der entschiedenen Ablehnung eines anderen begleitet wird. Höchstens gibt es mal ein vorsichtiges Nichts-damit-anfangen-Können.” Detlef Kuhlbrodt, taz, 2011
“[Trichtert man etwa allen] Open-Mike-Teilnehmern [ein], dass man sich bei Wettbewerben keinesfalls bewegen darf, sondern seine Werke sitzend und in artigen, subtil intonierten Stimmlagen vorzutragen hat? […] Etwas mehr raumgreifende Rotzigkeit seitens der Lesenden wäre beim Publikum bestimmt prima ankommen.” Brigitte Preissler, Frankfurter Rundschau, 2010
“14 Uhr: Die letzten Lesenden stehen aufgeregt zwischen den Zuschauern, die wechselweise rauchen, herumstehen, Kaffee oder Wein trinken, diskutieren, Wetten abschließen. Dann wieder hinein ins Gedränge, der letzte Leseblock, überall schwappt das Adrenalin auf den Boden. Auf keinen der Vorträge kann ich mich richtig konzentrieren, ich verliere die Satzenden, stückele mir die Texte zusammen, nehme noch eine Schmerztablette, die Leute strömen nach der letzten Lesung wieder aus dem Saal, sibirische Kälte und Nieselregen setzen ein.” Anne Köhler, Süddeutsche Zeitung / jetzt.de, 2008
“Man muss es leider so konstatieren: Humor, Sprachgewalt, Mut und Bösartigkeit waren rar gesät im Teilnehmerfeld. […] Mut zum Risiko, experimentelle Schreibweisen, jede Form von Diskurswissen oder Weltgewandtheit, wie sie beispielsweise auf der Longlist zum diesjährigen Deutschen Buchpreis weithin vertreten war: Fehlanzeige. […] Wie das Publikum, so das Wettbewerberfeld: konzentriert, aufmerksam, brav und bieder. Jung und uninteressant.” René Hamann, taz, 2010
“Man könnte sagen, dass 20-jährige Deutsche noch nie auf einem breiten Niveau so gut schreiben konnten wie heute, aber so wenig mitzuteilen haben wie nie zuvor. Auch Maxim Biller klang im Schlusswort der Jury mutlos: „Es gab keine Geschichte, von der ich hätte wissen wollen, wie sie ausgeht.“” Jana Hensel, Die Welt, 2006
„Das muß wohl grausam sein: immer wieder Ich-Geschichten; offenbar ist die Bereitschaft, sich eine Figur auszudenken, bei den meisten Jungautoren nach wie vor gering ausgeprägt. Aber Lektoren lesen anders. Vor allem lesen sie mehr, als im Manuskript steht. Wo Kritiker nur die Mängel des fertigen Produkts sehen, nimmt der Lektor beglückt die Anfänge eines Autors wahr. Das Vergnügen des Lektors sind „Texte, die unterwegs sind“, wie Patricia Klobusiczky vom Rowohlt Verlag glaubhaft versicherte.“ Wolfgang Schneider, FAZ, 2004

mehr Infos:

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Teilnehmer 2012:

Verena Boos, Yevgeniy Breyger, Vera Buck, Thomas Dörschel, Sandra Gugic, Verena Güntner, Juan S. Guse, Ann-Christin Helmke, Alina Herbing, Joey Juschka, Sascha Kokot, Juliane Link, Nina Lörken, Stefan Mesch, Martin Piekar, Friederike Scheffler, Nadja Schlüter, Kerstin Schubert, Michael Spyra, Arne Vogelgesang, Linus Westheuser und Tristan Marquardt

open mike (Literaturwerkstatt Berlin, seit 1993): Liste der Teilnehmer

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Die Gewinner des 19. open mike (2011)?

Sebastian Unger (Lyrik), Christina Böhm und Joseph Felix Ernst.

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Eine gute Auflistung der Sieger der Vorjahre (Link) ist bei Wikipedia zu finden.

Was mir aber – vor allem als Redakteur bei ‚BELLA triste‘ (Link) – bisher schmerzlich fehlte: eine Auflistung der Nominierten.

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Hier – nur ganz kurz, zum Stöbern, Rechnen und „Oh! Ganz vergessen…“-Rufen: die Teilnehmer des open Mike-Wettbewerbs… der letzten zehn Jahre. (Davor gibt’s keine guten Listen / Aufstellungen mehr. Schon die Jahre 2004 bis 2002 enthalten Lücken und waren schwer zu finden):

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19. open mike, 2011:

nominiert für Lyrik: Philipp Günzel, Tristan Marquardt, Jan Skudlarek , Manuel Stallbaumer, Sebastian Unger, Charlotte Warsen, Janin Wölke.

nominiert für Prosa: Christina Böhm, Nadine D’Arachart & Sarah Wendler, Roman Ehrlich, Daniel Erning, Joseph Felix Ernst, Johanna Hemkentokrax, Stefan Köglberger, Anja Kootz, Lisa Kreißler, Isabelle Lehn, Meter Mütze, Peter Parczewski, Joseph Reinthaler, Ann-Kathrin Roth, Michael Sieben, Janna Steenfatt

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18. open mike, 2010:

nominiert für Lyrik: Isabella Antweiler, Philip Maroldt, Stephan Reich, Jan Skudlarek, Levin Westermann

nominiert für Prosa: Martina Bögl, Katharina Hartwell, Judith Keller, Susan Kreller, Anne Krüger, Andreas Lehmann, Janko Marklein, Tom Müller, Jennifer de Negri, Frauke Pahlke, Sebastian Polmans, Christian Schich, Jasmin Seimann, Jan Snela, Julia Trompeter

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17. open mike, 2009:

nominiert für Lyrik: Konstantin Ames, Ondrej Cikán, Carolin Dabrowski, Alexander Gumz, Anne Krüger, Sebastian Th. Lollschied

nominiert für Prosa: Greta Granderath, Vea Kaiser, Jenny Kau, Andreas Lehmann, Juliane Liebert, Thomas Mahler, Inger-Maria Mahlke, Marie T. Martin, Claudine Muller, Pyotr Magnus Nedov, Pola Pulver, Matthias Senkel, Jan Sprenger, Lutz Woellert

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16. open mike, 2008:

nominiert für Lyrik: Philip Maroldt, Milo Pablo Momm, Franziska Oehme, Johann Reißer, Matthias Senkel, Thien Tran, Lino Wirag

nominiert für Prosa: Kristine Bilkau, Nina Bussmann, Martin Fritz, Stephanie Gleißner, Jeannette Hunziker, Oliver Kluck, Anne Köhler, Svealena Kutschke, Alexander Langer, Sonia Petner, Julia Powalla, Sabine Raml, Johanna Wack, Kai Wiegandt, Florian Wiesner

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15. open mike, 2007:

die Teilnehmer / Nominierten: Knut Birkholz, Nina Lucia Bußmann, Nava Ebrahimi, Tina Ilse Gintrowski, Djawad Hossaini, Timo Kröner, Mirko Kussin, Juliane Liebert, Anselm Neft, Theresa Pak, Carolin Reeß, Andre Rudolph, Gregor Runge, Sara Schüller, Kerstin Schulte, Christoph Steier, Mischahtt Strümpel, Johann Trupp, Simon Urban, Nadja Wünsche, Judith Zander

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14. open mike, 2006:

die Teilnehmer / Nominierten: Luise Boege, York Freitag, Jan Imgrund, Anja Kampmann, Svea-Lena Kutschke, Martin Lechner, Barbara Peveling, Leif Randt, Carsten Schneider, Katharina Schwanbeck, Andreas Stichmann, Andrea Stift, Robin Thiesmeyer, Mathias Traxler, Anke Wenzel, Christian Westheide, Judith Zander, Julia Zange

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13. open mike, 2005:

die Teilnehmer / Nominierten: Jörg Albrecht, Soma Amos, Katharina Bendixen, Sabine Brandel, Andreas Browa, Lisa-Marie Dickreiter, Carl-Christian Elze, Ariane Faber, Patrick Findeis, Lucy Fricke, Anne-Kathrin Heier, Dagrun Hintze, Simone Hirth, Hanna Lemke, Rebecca Maria Salentin, Sebastian Wallmann

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12. open mike, 2004:

die Teilnehmer / Nominierten: Nikolai Vogel, Peter Clar, Lea Gottheil, Nanina Egil, Christian Schloyer, Monika Zeiner, Lars Reyer, Karola Foltin, Matthias Sachau, Lars-Arvid Brischke, Barbara Davidson, Albrecht Selge, Rene Becher, Stefan Schein, Christoph Pollmann, Vincent Andreas, Rabea Edel, Sybille Luithien

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11. open mike, 2003:

nominiert u.a.: Manuela Branz, Sünje Lewejohan, Nora Bossong, Roland Scheerer, Stephanie Mock, Petra Lehmkuhl, Kirsten Fuchs, Thomas von Steinaecker, Renatus Deckert, Annette Selg, Achim Stricker, Niels Mohl und Oliver Kemmann, Carolin Blumenberg, Jörg Metelmann, Guiliano Musio, Veronika Reichl, Franziska Gerstenberg

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10. open mike, 2002:

nominiert u.a.: Kai Weyand, Ariane Grundies, Christian Schünemann, Katrin Reich, Wiebke Eden, Kirstin Breitenfellner, Milena Oda, Stephan Reich, Larissa Boehning, Achim Stricker

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Die Gewinner, 1993 bis 2011:

  • 1993: Wolfgang Schlenker, Tim Krohn, Kathrin Röggla
  • 1994: Ulf Stolterfoht, Karen Duve, Michael Müller
  • 1995: Julia Franck, Sabine Neumann, Christian Futscher
  • 1996: Marcus Jensen, Vera Henkel, Olaf Behrens
  • 1997: Robby Dannenberg, Björn Kuhligk, Terézia Mora
  • 1998: Boris Preckwitz, Stephan Groetzner, Tobias Hülswitt
  • 1999: Almut Tina Schmidt, Jochen Schmidt, Michael Stauffer
  • 2000: Zsuzsa Bánk, Claudia Klischat, Markus Orths
  • 2001: Nico Bleutge, Erika Anna Markmiller, Tilman Rammstedt
  • 2002: Kai Weyand, Christian Schünemann, Ariane Grundies
  • 2003: Kirsten Fuchs, Veronika Reichl, Petra Lehmkuhl
  • 2004: Christian Schloyer, Rene Becher, Rabea Edel
  • 2005: Lucy Fricke, Dagrun Hintze, Jörg Albrecht
  • 2006: Luise Boege, Katharina Schwanbeck, Julia Zange
  • 2007: Johann Trupp, Tina Ilse Gintrowski, Judith Zander
  • 2008: Svealena Kutschke, Sonia Petner, Thien Tran, Johanna Wack
  • 2009: Inger-Maria Mahlke, Matthias Senkel, Konstantin Ames
  • 2010: Janko Marklein, Jan Snela, Levin Westermann, Sebastian Polmans
  • 2011: Sebastian Unger, Joseph Felix Ernst, Christina Böhm

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