Stewart O’Nan

Erzählen / Schreiben… mit “My so-called Life” / “Willkommen im Leben”

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Du schreibst ein Buch über Schüler? Dorfjugend?“ – „Elftklässler, ja.“ – „Ein Jugendbuch?“ – „Ich… bin nicht sicher.“

  • Zugriff und Stil ähneln US-Erzählern wie John Updike, Stewart O’Nan.

  • Zielgruppe? Leser von 25 bis 40, meine „Generation“.

  • Doch meinen Ansprüchen wird „Zimmer voller Freunde“ erst gerecht, wenn Siebzehnjährige das Buch im Schwimmbad lesen – und in der Clique verleihen.

Passt „Jugendbuch“, als Etikett, auf den Roman? Nur, falls “Willkommen im Leben“ / „My so-called Life“ (1994/95 auf ABC, eine Staffel, 19 Episoden) eine „Jugendserie“ ist. Beides zeigt Alltag, Freundschaft, Familienleben. Macht Teenager zu Perspektivträgern, Erzählern. Doch steht jedes Format, das sich auf Lebenswelten Jugendlicher konzentriert, im Jugend-Genre?

  • 2007 produzierten Edward Zwick und Marshall Herskovitz „quarterlife“, eine (ABC-)Webserie über College-Absolventen, die sich zum ersten Mal auf dem Arbeitsmarkt behaupten.

  • 1999 bis 2002 produzierten Zwick und Herskovitz die ABC-Familienserie „Once and again“ („Nochmal mit Gefühl“) über eine geschiedene Frau Anfang 40, die mit ihrem Partner und je zwei Kindern zwischen 9 und 16 eine Patchwork-Familie wagt.

  • 1987 bis 1991 produzierten Zwick und Herskovitz eine ABC-Serie über junge Eltern und ihre ledigen Freunde, „thirtysomething“ („Die besten Jahre“). Werber, Journalisten, eine Fotografin und eine „Career Woman“, die Arbeit und Familie balancieren.

Willkommen im Leben“ zeigt Alltag (und altersgemäß „tiefsinnige“ Einsichten und Monologe) von Angela Chase, einer behüteten Fünfzehnjährigen aus einem Vorort Pittsburghs, die zum Start der zehnten Klasse Eltern und alte Freunde – Nerd-Nachbar Brian und die häusliche, „anständige“ Sharon – vor den Kopf stößt, als sie ihr Haar rot färbt und sich Punk-Mädchen Rayanne und Hispano-Außenseiter Rickie zuwendet.

19 Episoden erzählen vom Abnabelungsprozess zu ihren Eltern und Angelas erster, oft tragikomischer Beziehung mit Jordan Catalano, einem Fleecepulli-Jungen mit Gitarre, altem Cabrio und Lese-Rechtschreib-Schwäche.

  • Ich sah „Willkommen im Leben“ 1995/96, mit zwölf.

  • 1997 und 1999, mit 14 und 16, in Nachmittags-Wiederholungen.

  • 2009, mit 26, zur Vorbereitung von „Zimmer voller Freunde“.

Bei jedem Durchgang erschien mir Angelas Leben „authentisch“, „realistisch“, „persönlich“, „dringlich“ – ohne schrille Misstöne, Hysterie, Übertreibungen, Eskapismus und Melodrama, die bei „Beverly Hills, 90210“ oder „Dawson’s Creek“ schnell Überhand gewannen: Stewart O’Nan (Link: Text von mir) nennt seine (Vorstadt-)Romane „domestic fiction“ – und ich verstehe, wenn der Begriff falsche, staubige Assoziationen weckt: Muttis und Blumenbeete, Leben in der Spielstraße, Milch, Kekse, Schwangerschaftsstreifen – die Welt von Pinterest und Chefkoch.de. Eng. Apolitisch. Hohl.

Willkommen im Leben“ – und: O’Nan, Richard Yates, John Updikes „Rabbit“-Romane – sind Beispiele für gelungene „domestic fiction“: In einer Hierarchie menschlicher Bedürfnisse – z.B. in Maslovs Fünf-Stufen-Pyramide: physische Ansprüche, Sicherheit, sozialer Anschluss, Wertschätzung, Selbstverwirklichung – bleiben die Ziele von Thriller- und Fantasy-Figuren oft (langweilig, für mich uninteressant) auf der untersten Ebene: „Die Pferde brauchen Futter!“, „Wir müssen Obdach finden, bevor es dunkel wird!“, „Jemand muss rein – und meine Tochter da raus holen!“.

domestic fiction“ folgt Menschen, die grundsätzlich sicher sind: Kein anderes Genre kann so differenziert, zeitbezogen, offen Fragen zu Identität, Familie, Elternschaft, Sexualität, Lebenszielen, Gemeinschaft stellen. Und während die Ziel- und Altersgruppen der Zwick-/Herzskovitz-Serien ständig wechseln, bleibt die Arbeitsweise der jeweiligen Serien-Autoren dieselbe: eine Gruppe Schreiber sammelt „authentische“, „realistische“, „persönliche“, „dringliche“ Alltags-, Generations- und Lebenserfahrungen. Erlebnisse, so mundane, dass sie jeder (er-)kennt. Und – hier wird es Kunst und Kunstgriff – hängt diese Erkenntnis-Nuggets an Figuren und Figurensprache, so eigensinnig, dass sie einmalig / authentisch wirken:

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Im August 1994, am Ende des Pilotfilms von „Willkommen im Leben“, kommt Angela nach Mitternacht zurück nach Hause. Sie streift die Schuhe ab und steigt barfuß die Treppe hoch, um niemanden zu wecken. Von oben fällt Licht auf ihr rot gefärbtes Haar. Und vorne, im Schlafzimmer der Eltern, läuft der Fernseher: Ihre Mutter sitzt alleine auf dem Ehebett und schaut durch alte Alben oder Adressbücher. James Stewart, in schwarzweiß und ohne Ton, sagt auf dem Bildschirm seiner Tochter gute Nacht. Angela lehnt den Kopf an den Türrahmen. „Meine Mutter wurde adoptiert“, sagt sie im Off. „Eine Zeit lang hat sie ihre richtigen Eltern gesucht.“ Sie macht eine Pause. „Das tun wir wohl alle.“ [Zitat aus “Zimmer voller Freunde”]

Als Teenager traf „Willkommen im Leben“ bei mir auf große, größte Resonanz:

  • Fast nichts passt / ereignet sich: Angela verbringt viel Zeit damit, still zu klagen, dass ihr Leben nur sehr langsam, schwerfällig Fahrt aufnimmt. Erwachsenwerden, das ist Warten, die Zähne zusammenbeißen, die Nerven behalten. („I thought, at least, that by the age of 15, I would have a love life. But I don’t even have a ‘like’ life.“)

  • Oft missglücken Angela und ihren Nicht-Mehr- oder Noch-nicht-so-richtig-Freunden die banalsten Vorhaben (Tanzen gehen, ein Konzert besuchen, zu selbstbezogenen, nervösen Eltern durchdringen)… ohne, dass die Autoren dabei einladen, über Pech, Missgeschick und pubertäre Beschränktheit der Beteiligten zu lachen.

  • und, in den Worten des „TV Tropes“-Wikis: “Often, the show took a comic plot and subverted it by playing it for drama (and, arguable, realism) rather than for humor – and this was both much funnier and much more painful than it would have been as a comedy.”

Die tagesaktuellen, akuten „Klappt es? Misslingt es?“-Spannungsbögen einzelner „Zimmer voller Freunde“-Kapitel bleiben oft in dieser – sehr unspektakulären – Größenordnung:

  • Darf Antje die Wohnung ihrer Mutter sehen, hinter deren Rücken?

  • Soll Frank am 18. Geburtstag durch die Schule trotten?

  • Kann Stefan Stoff zur Rede stellen, bevor die Stadtbahn kommt?

Die größte Arbeit / Mühe an „Zimmer voller Freunde“ ist, 420 Seiten lang Spannung und Dringlichkeit zu schüren für eine lose Gruppe pubertärer Figuren, die – einerseits – stets ganz, ganz oben auf der Pyramide über Selbstbilder und Rollen philosophieren… aber – andererseits – vor jedem selbstbestimmten Schritt die dümmsten, dörflichsten „Hoffentlich hat Papa heute Abend Lust, uns in die Disko zu fahren!“-Konflikte lösen müssen:

Ich war zweimal in Sassis Flur.

[…] Ich war elfmal bei Stoff, gut fünfzigmal bei Fred, ich war dreihundertmal bei Frank und ich war viermal bei den Langs, viermal in 28 Monaten, denn Dawson hat den Führerschein, ein Ruder- und das Motorboot; und jedes Prolo-Kind in jeder Stadt hat Straßenbahnen, Züge, einen Nachtbus. Aber von meinem Dorf zu Helena sind es zwölf Kilometer. Hinter die Au, zu Fred, beinahe 15. Runter in Danis Dorf fast 19. Das ist doppelt so weit wie von der Bronx zum Central Park.“ [Zitat aus “Zimmer voller Freunde”]

Der Ton, in dem „Willkommen im Leben“ von Jugend, Erwachsenwerden und den – manchmal: läppisch narzisstischen; manchmal: hochkomplexen, drastischen – Fragen ganz oben auf der Pyramiden-Spitze erzählt, ist „authentisch“, „realistisch“, „persönlich“ und „dringlich“. Als Elftklässler, Auf-den-Schulbus-Warter, Leser, Zuschauer half mir dieser Ton, eine artifizielle, oft sehr pointierte US-Serie sehr ernst und sehr persönlich nehmen zu können (ohne mich, wie bei „90210“ und „Dawson’s Creek“, ständig latent „betrogen“ und manipuliert zu fühlen). Als Autor, heute, hilft mir derselbe Ton, sehr persönliche, biografische Momente zugänglich, relevant, auf-der-Decke-im-Schwimmbad-lesefreundlich zu erzählen.

Jugendbuch“ ist (aus Gründen, die ich im nächsten Teil erläutere) kein guter Leit- und Sammelbegriff für meine Arbeit. „domestic fiction“ – so un-sexy, apolitisch und „Schatz? Da ist schon wieder Laub in unserer Regenrinne!“ das klingt – passt besser. Und greift tiefer:

[…a]ls mir in der Grundschule die Freunde fehlten, las ich „TKKG“.

Als ich kein Super-NES bekam, las ich die Spiele-Tests in Mega Fun oder Total!.

Als ich vor „Akte X“ zu Bett gehen musste, las ich den TeleVision-Episodenguide.

Und heute? Seit Sassis Zorn die beiden einzig nennenswerten Mädchen meiner Welt verstören (und fast verjagen…) konnte? Blicke ich auf Kunstfiguren wie Dawson, Joey, Jen. Denn alles, was ich fühlen und erleben will, wird irgendwo für mich beschrieben und erklärt. In einem Buch, in einer Serie, in Zeitschriften, in einem Song, im Netz. In den Erzählungen und Selbstzeugnissen fremder Menschen! Wann treffe ich geschlechtsreife, reale junge Frauen? Wo bleiben echte Kellys und Rayannes? Ich sprach noch nie mit einer richtigen Studentin. Ich saß noch nie bei einer echten Achtzehnjährigen im Auto. Vor einer wildfremden und dubiosen Chrissy, vor einer schwabbeligen Dani, vor einer stutenbissigen  […] Nina […] habe ich oft beinahe… Angst. Denn ich weiß sehr genau, wie Major Kira oder Lois Lane agieren. Ich habe Miss Parker aus „Pretender“ weinen sehen! Doch keine einzige geglückte weibliche Figur im echten Leben. Weiß Stoff, wie man sich fühlt, wenn man allein über den Schulhof muss? Oder gezwungen ist, sich auszuziehen, vor einer Doppelstunde Sport? Oder am Rand von einer Party steht, auf der sich niemand freut, dass man gekommen ist?

Ich brauche die Teenager im Fernsehen (und, im Notfall: Frank) damit ich weiß, was für mein Alter gut, gesund, normal und tolerabel ist. Ich lerne – ich lebe! – durch Filme und Serien.“ [Zitat aus “Zimmer voller Freunde”]

Willkommen im Leben“ war bis heute der beste dieser „Lehrer“. Und – fast 20 Jahre nach der ersten Ausstrahlung – weiterhin sehenswert.

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Stefan Mesch schreibt an “Zimmer voller Freunde”, seinem ersten Roman…

…und – hin und wieder – über Serien und Fernsehen, z.B. hier und hier.

Best Books of the Year: My personal Top 20

2012 Juli Frantje-Haus Selfpic.

(After a popular list last year [Link]…)

…here are the 20 very best books I’ve read in 2012:

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20: JASON SHIGA, “Bookhunter”, Graphic Novel, 2007.
Bookhunter

19: GAYLE FORMAN: “If I stay”, Young Adult Novel, 2009.
If I Stay (If I Stay, #1)

18: DAVID MARKSON: “The Last Novel”, (postmodern) Novel / Lists / Trivia Collection, 2007.
The Last Novel

17: SHARON M. DRAPER: “Out of my Mind”, Young Adult Novel, 2010.
Out of My Mind

16: OCTAVIA BUTLER: “Kindred”, (Fantasy) Novel, 1971.
Kindred

15: JOHAN HARSTAD: “Buzz Aldrin, what happened to you in all the Confusion?”, Novel (Norway), 2005.
Buzz Aldrin, What Happened to You in All the Confusion?

14: KRISTEN D. RANDLE: “The only Alien on the Planet”, Young Adult Novel, 1995.
The Only Alien on the Planet

13: DANIELA KRIEN: “Irgendwann werden wir uns alles erzählen”, Novel (German), 2011.
Irgendwann werden wir uns alles erzählen

12: TENNESSEE WILLIAMS: “A Streetcar named Desire”, Play, 1947. […alternative / runner-up: HENRIK IBSEN: “A Doll’s House”, Play (Norway), 1879.]
A Streetcar Named Desire and A Doll's House

11: ARNO GEIGER: “Der alte König in seinem Exil” (Austrian) Alzheimer Memoir, 2011.
Der alte König in seinem Exil

10: SARAH LEAVITT: “Tangles. A Story about Alzheimer’s, my Mother and me”, Graphic Novel, 2010.
Tangles : a story about Alzheimer's, my mother, and me

09: ARNE BELLSTORF: “Baby’s in Black”, Graphic Novel (German), 2010.
Baby's in Black: Astrid Kirchherr, Stuart Sutcliffe, and The Beatles in Hamburg

08: SCOTT SNYDER: “Batman: The Court of Owls”, Graphic Novel (and good start for new “Batman” readers):
Batman, Vol. 1: The Court of Owls

07: STEWART O’NAN: “The Odds. A Love Story”, Novel, 2012.
The Odds: A Love Story

06: JOACHIM HELFER, RASHID al-DAIF: “Die Verschwulung der Welt”, Essay (German / Persian), 2006.
Die Verschwulung der Welt.

05: ALEXIS M. SMITH: “Glaciers”, Novel, 2012.
Glaciers

04: JOE HILL: “Locke & Key” series, Graphic Novels, 2008 to 2013.
Locke and Key, Vol. 1: Welcome to Lovecraft

03: MARLEN HAUSHOFER: “The Wall / Die Wand”, Austian novel, 1962.
Die Wand

02: GERBRAND BAKKER: “The Detour / Der Umweg”, Dutch novel, 2010.
Der Umweg

01: RUTH KLÜGER: “Still alive. A Holocaust Girlhood remembered”, Memoir / Essay, 1992.
Weiter leben. Eine Jugend.

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For a complete list of books I’ve read in 2012, please go here [Link].

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In comics, I’ve also enjoyed Guy Delisle’s travelogues / non-fiction graphic novels “Burma Chronicles” [Link], “Pyongyang” [Link] and “Jerusalem” [Link], the “New 52” DC comic books featuring “Wonder Woman” [Link], “Green Lantern” [Link], “Swamp Thing” [Link] and the “Birds of Prey” [Link] – and large parts of Naoki Urasawa’s “Pluto” [Link]

…and “Honey & Clover” [Link], a “Scott Pilgrim”-like, bittersweet / comedic coming-of-age manga series about five friends at an art school.

Here’s a collage of my notable graphic novel discoveries in 2012:

Wordpress Graphic Novels Best-of 2012.

Have a good 2013! More to come!

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Related Posts:

and:

Geschenke 2012: Bücher, DVDs und Comics

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[für eine Übersicht über die besten Bücher, die ich 2011 gelesen habe… hier entlang (Link)!]

[für eine Übersicht aller Geschenke, die ich 2010 machtehier entlang (Link)!]

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die zehn Bücher, die ich am häufigsten verschenke:

die zehn Filme / Serien, die ich gerne empfehle / verschenke:

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Buchtipps sind… sinnlos. In meinem privaten (Zuhause-)Freundeskreis jedenfalls:

Es fällt mir leichter (und wirkt weniger… übergriffig / aufdringlich), auf Amazon Marketplace zwei, drei gebrauchte Ausgaben zu kaufen und zu schenken, als Freunden mit Kaufempfehlungen in den Ohren zu liegen.

Sobald ich denke “Er/sie hätte Spaß, mit diesem Buch”, kaufe ich eine billige Ausgabe.

Hier: Die Bücher und DVDs, die ich 2011 verschenkt habe.

Blau markierte Titel kamen sehr gut an.

Rot markierte Titel kamen schlecht an.

Die Liste für 2010 ist hier (Link).

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Geschenke 2011:

Kinder:

mein Neffe, zum 2. Geburtstag und zu Weihnachten:

  • “Cube Book: Dream Cars” (Bildband, Link)
  • “Cube Book: Cars” (Bildband, Link)
  • “Cube Book: People” (Bildband, Link)
  • “Cube Book: The Earth” (Bildband, Link)
  • “Cube Book: Baby Animals” (Bildband, Link)
  • Eric Carle: “Mein allererstes Buch der…” (Farben, Wörter, Bewegungen)
  • “At the Zoo: A Lift-the-Flap Shadow Book.” (Spielbuch, Link)
  • Frans Lanting: “Eye to Eye. Intimate Encounters with the Animal World” (Bildband, Link)

Sohn meiner besten Freunde, 3 / 4 Jahre alt:

  • Dr. Seuss / Felicitas Hoppe: “Grünes Ei mit Speck” (Bilderbuch, Link)
  • Album voller (nerdiger) Ausmal-Bilder (z.B. DAS hier, Link)

Tochter meiner besten Freunde, 9 Jahre alt:

  • Kiyohiko Azuma: “Yotsuba&!”, Band 4 bis 10 (Manga, Link)
  • Jeff Smith: “Bone” (Fantasy-Comic, Link)
  • “Scribblenauts” (DS-Spiel, Link)
  • E.B. White: “Wilbur & Charlotte” (Kinderbuch, Link)
  • Shannon Hale: “Anna fängt Feuer” (Fantasy-Jugendbuch, Link)
  • “Avatar: Herr der Elemente”, Episoden 1 bis 6 (DVD, Link)
  • “Nausicäa aus dem Tal der Winde” (DVD, Link)
  • “Ein Herz und eine Krone” (Hollyood-Klassiker, Link)
  • “Lady Oscar – die Rose von Versailles”, Staffel 1 (DVD, Link)

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Frauen:

meine Schwester – Schülerin, 18:

  • Sven Regener: “Neue Vahr Süd” (Roman, Link)
  • David Foster Wallace: “Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich” (Essay, Link)
  • Gary Shteyngart: “Super Sad True Love Story” (Roman, Link)
  • Miriam Toews: “Ein komplizierter Akt der Liebe” (Roman, Link)
  • Kirsten Fuchs: “Die Titanic und Herr Berg” (Roman, Link)
  • Cormac McCarthy: “Die Straße” (Roman, Link)
  • Ethan Hawke: “Hin & weg” (Roman, Link)
  • Kevin Vennemann: “Nahe Jedenew” (Roman, Link)
  • Stewart O’Nan: “Halloween” (Roman, Link)
  • Lois Lowry: “The Giver” (Jugendbuch, Link)
  • Suzanne Collins: “The Hunger Games” (Jugendbuch, Link)

Pädagogin, 28 – mag Schmöker und weibliche Hauptfiguren:

  • Kathryn Stockett: “Gute Geister” (Roman, Link)
  • Howard Cruse: “Am Rande des Himmels” (Graphic Novel, Link)
  • “Mad Men”, Staffel 2 (DVD, Link)

Pädagogin, 28 – mag Klassiker, Reisen und bürgerliche Figuren/Themen:

  • Saree Makdisi: “Palästina: Innenansichten einer Belagerung” (Sachbuch, Link)
  • Ayelet Waldman: “Böse Mütter” (Sachbuch, Link)
  • Tove Jansson: “Sommerbuch” (Roman, Link)
  • Wallace Stegner: “Zeit der Geborgenheit” (Roman, Link)
  • Jenny Erpenbeck: “Heimsuchung” (Roman, Link)

Pädagogin, 28 – mag Mangas und Surreales:

  • Kiyohiko Azuma: “Yotsuba&!”, Band 1 und 2 (Manga, Link)
  • Michael Chabon: “Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay” (Roman, Link)

Pädagogin, 28 – mag Young Adult-Literatur und Schmöker:

  • Nadja Einzmann: “Dies und das und das” (lit. Portraits, Link)
  • Yasushi Inoue: “Meine Mutter” (Essay, Link)
  • Lois Lowry: “Hüter der Erinnerung” (Jugendbuch, Link)
  • Judy Blume: “Are you there, God? It’s me, Margaret” (Jugendbuch, Link)
  • Kazuo Ishiguro: “Der Maler der fließenden Welt” (Roman, Link)
  • Isabell Allende: “Mein erfundenes Land” (Essay, Link)
  • A.S. King: “Please don’t hate me: Nichts ist wichtig, wenn man tot ist” (Jugendbuch, Link)

Journalistin, 28:

  • Annika Scheffel: “Ben” (Roman, Link. Kein “Geschenk”, sondern weitergegeben, weil ich es schlimm misslungen fand und keinen Wert auf das Buch lege.)
  • Fréderic Martel: “Mainstream. Wie funktioniert, was allen gefällt.” (Sachbuch, Link)

Bühnentechnikerin, 29:

Regisseurin / Theaterwissenschaftlerin, 29:

  • Joan Didion: “Das Jahr Magischen Denkens” (Essay, Link)
  • Susan J. Douglas: “Where the Girls are. Growing up Female with Mass Media” (Cultural Studies, Link)

entfernte Freundin / Angestellte, die kaum Romane liest; zur Hochzeit:

  • Ben Schott: “Schotts Sammelsurium: Sport, Spiel und Müßiggang” (Trivia, Link)
  • Ben Schott: “Schotts Sammelsurium: Essen und Trinken” (Trivia, Link)
  • Ben Schott: “Schotts Sammelsurium” (Trivia, Link)
  • Matthias Stolz: “Deutschlandkarte. 101 unbekannte Wahrheiten.” (Bildband, Link)
  • David McCandles: “Das BILDERbuch des nützlichen und unnützen Wissens” (Bildband, Link)

Hausfrau / Beamtin, 32:

  • “One Week” (DVD, Link)

Verkäuferin; Fan von (Mainstream-)Fantasy und Young-Adult-Literatur, 45:

  • Patricia Briggs: “Ruf des Mondes” (Fantasy, Link)
  • Sergej Lukianenko: “Wächter der Nacht” (Fantasy, Link)

Krankenschwester, Mitte 50:

  • Stewart O’Nan: “Das Glück der anderen” (Roman, Link)
  • Rick Moody: “Der Eissturm” (Roman, Link)

meine Mutter (ehem. Arzthelferin, Pflegedienstleiterin, Mitte 50):

  • Evan S. Connell: “Liebenswerte Mrs. Bridge” (Roman, Link; mehr hier: Link)
  • Richard Ford: “Unabhängigkeitstag” (Roman, Link)
  • Richard Yates: “Zeiten des Aufruhrs” (Roman, Link)
  • Stephen Chbosky: “Das also ist mein Leben” (Jugendbuch, Link)
  • “Mad Men”, Staffel 2 (DVD, Link)
  • …sowie verschiedene DVDs (vor allem Dramen, lange Liste hier, Link)

Krankenschwester, Mitte 60, mag Unterhaltungsliteratur und “Schicksale”:

  • Stewart O’Nan: “Alle, alle lieben dich” (Roman, Link)
  • Kevin Vennemann: “Nahe Jedenew” (Roman, Link)
  • Björn Kern: “Einmal noch Marseille” (Roman, Link)

(deutsche) Sprachlehrerin, wuchs in den 60ern in Santa Monica auf:

  •  Susan J. Douglas: “Where the Girls are. Growing up Female with Mass Media” (Cultural Studies, Link)

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Männer:

Mein Bruder – Mechatroniker, 25:

  • “Das verflixte siebte Jahr” (DVD, Link)
  • “Rachels Hochzeit” (DVD, Link)
  • “Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt” (DVD, Link)

Ingenieur/Maschinenbauer, 27:

Programmierer, 28:

  • George R.R. Martin: “Die Herren von Winterfell” (Fantasy-Roman, Link)
  • Gary Shteyngart: “Super Sad True Love Story” (Roman, Link)
  • Tucker Shaw: “Everything I ate: A Year in the Life of my Mouth” (Bildband, Link)
  • Geoff Johns: “Green Lantern: Secret Origin” (Superhelden-Comic, Link)

Bankkaufmann, 30:

Second-Hand-Buch-Galore zum 30. Geburtstag:

  • Neil Gaiman: “American Gods” (Fantasy-Roman, Link)
  • Vladimir Kaminer: “Militärmusik” (Roman, Link)
  • Paul Auster: “Im Land der letzten Dinge” (Roman, Link)
  • John Updike: “Rabbit in Ruhe” (Roman, Link)
  • Richard Ford: “Unabhängigkeitstag” (Roman, Link)
  • Vladimir Nabokov: “Das Bastardzeichen” (Roman, Link)
  • Raymond Chandler: “Der lange Abschied” (Roman, Link)
  • Michael Chabon: “Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay” (Roman, Link)
  • Truman Capote: “Kaltblütig” (Roman, Link)
  • Stewart O’Nan: “Das Glück der anderen” (Roman, Link)
  • Stewart O’Nan: “Die Speed-Queen” (Roman, Link)
  • Kolja Mensing: “Wie komme ich hier raus? Aufwachsen in der Provinz” (Essay, Link)
  • Frank Miller: “All-Star Batman & Robin” (Superhelden-Comic, Link)
  • Greg Rucka: “Batman: No Man’s Land” (Superhelden-Roman, Link)

…und: eine Runde billiger DVDs, um einen kurzen Krankenhausaufenthalt weniger langweilig zu machen:

  • “The Hurt Locker” (DVD, Link)
  • “The Cove” (DVD, Link)
  • “An Education” (DVD, Link)
  • “Before Sunset” (DVD, Link)
  • “Letters from Iwo Jima” (DVD, Link)
  • “Waltz with Bashir” (DVD, Link)
  • “Das verflixte siebte Jahr” (DVD, Link)

Künstler / Kurator, 31:

  • Jörn Morisse / Rasmus Engler: “Wovon lebst du eigentlich? Vom Überleben in prekären Zeiten” (Sachbuch, Link)
  • “Inside Job” (Doku, Link)

mein Vater, Mechatroniker, Mitte 50:

  • Inside Job (Doku, Link)
  • Tree of Life (Familienfilm, Link)

Grafiker, 59 – mag Südostasien und Oldtimer:

  • Naomi Klein: “Die Schock-Strategie” (Sachbuch, Link)
  • “Cube Book: Dream Cars” (Bildband, Link; wollte eine eigene Ausgabe, nachdem er die Bücher meines Neffen gesehen hatte)

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Geschenke für Paare / junge Eltern:

  • “Ugly Betty”, Staffel 1 (DVD, Link)
  • “Türkisch für Anfänger”, Staffel 1 bis 3 (DVD-Box, Link)
  • “Before Sunset” (DVD, Link)
  • “Ist das Leben nicht schön?” (DVD, Link)
  • “Vanilla Sky” (DVD, Link)
  • “Das verflixte siebte Jahr” (DVD, Link)

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Geschenke für Freunde aus Kanada / Toronto:

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(weibl.) Office Manager (…und großer Familienmensch), 27, zur Hochzeit:

  • Monika Maron: “Animal Triste” (Roman, engl. Ausg., Link)
  • Joan Didion: “The Year of Magical Thinking” (Essay, Link)
  • Yasushi Inoue: “Chronicle of my Mother” (Essay, Link)
  • Randy Pausch: “The Last Lecture” (Essay, Link)
  • Simone de Beauvoir: “She came to Stay” (Roman, Link)

Grafiker / Animator, 30:

  • Gabriel Bà, Fabio Moon: “Daytripper” (Graphic Novel, Link)
  • Alissa Torres: “American Widow” (Graphic Novel, Link; nicht zu empfehlen)
  • Marjane Satrapi: “Persepolis” (Graphic Novel, Link; nicht zu empfehlen)
  • Apostolos Doxiadis: “Logicomix” (Graphic Novel, Link; nicht zu empfehlen)
  • David Small: “Stitches” (Graphic Novel, Link)

PR-Frau, 30:

  • Alison Bechdel: Fun Home (Graphic Novel, Link)
  • Suzanne Collins: “The Hunger Games” (Jugendbuch, Link)

Webcomic-Zeichnerin / Feministin, 31:

  • Jeph Loeb, Tim Sale: “Catwoman: When in Rome” (Graphic Novel, Link)
  • Greg Rucka, Ed Brubaker: “Gotham Central, Vol 1.” (Graphic Novel, Link)

Bibliothekar (und Farmerssohn), Ende 30:

  • Josh Kilmer-Purcell: “The Bucolic Plague” (Essay/Memoir, Link)

Filmemacher / Aktivist, 60:

  • Judd Winick: “Pedro and me” (Graphic Novel, Link)
  • “Pedro” (Biopic/Drama, Link)

Pädagogin / Feminstin / Couchsurferin in spe, 60:

  • Anne Lamott: “Bird by Bird: Some Instructions on Writing and Life” (Essay, Link)

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verwandte Links:

Books against Sadness […and Loss, and Grief]: Personal Book Recommendations

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“I’ve been in an emotionally fragile state for a couple months. I’m looking for some literature that will help me be happy with existing again. What do you recommend?”

Books That Will Help Me Grapple With Existence? [a recent discussion in the “books” section of Reddit.com]

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Last night, I wrote a quick list, answering the above question.

Here are my recommendations [Link]:

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Let’s split this up in… books that deal with dark/depressing themes, but show lots of hope and will be uplifting BY THE END (…but not neccessarily right from the beginning):

  • Gabriel Bà: Daytripper [mortality; life is short]
  • Evan S. Connell: Mrs. Bridge [everyday life is depressing; make your own decisions)
  • Cormac McCarthy: The Road [life can be hell; love prevails]
  • Stewart O’Nan: A Prayer for the Dying [everyone is mortal; you can overcome any loss]
  • Joan Didion: The Year of Magical Thinking [it’s not the end that counts; it’s the memories you make]
  • David Mazzucchelli: Asterios Polyp [everyone’s an island, but the happy, accidental connections between people make life worth living]
  • Randy Pausch: The Last Lecture [you might die tomorrow; strife harder TODAY!!]
  • Jean-Paul Sartre: No Exit [hell is other people; avoid the ones that belittle you]
  • Bryan Lee O’Malley: Lost at Sea [it’s okay to feel adrift once in a while]
  • Rob Sheffield: Love is a Mixe Tape [you will lose love – but you’re stronger than you think!]
  • Gayle Forman: If I stay [even with horrendous loss, there’s lots to live for!]
  • Brad Kessler: Birds in Fall [grief is complex and frightening, but consolation can be found in the weirdest moments]
  • Miriam Toews: Swing Low [if a parent decides to die, it does not mean that he didn’t love you]

I also very, very much would like to recommend the anime series “Neon Genesis Evangelion”. It has a fragile, nervous, deeply unhappy soul-searching main character who has an existential struggle with questions like “Why should I care? What can I do? Who should I fight for?”. The answers are complex, and not sugar-coated at all.

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Then, there’s a second, different category: feel-good books, with lots of joy, energy and a life-affirming atmosphere. If you want to feel… happy, warm and consoled, pick the follwing books:

  • Kyohiko Azuma: Yotsuba&! [everyday life is an adventure]
  • Jiro Taniguchi: A distant Neighborhood [when youth is gone… your sense of wonder should remain!]
  • Tove Janson: A Summer Book [life is like the weather. the harsh moments are as much a part of life as the lush ones.]
  • Harper Lee: To kill a Mockingbird [stand up for your beliefs, and reach out to the people around you]
  • Banana Yoshimoto: Kitchen [find your family. they don’t have to be the people you were born with.]
  • Haruki Murakami: Kafka on the Shore [life is rich, magical, paradox, scary and unpredictable. and that’s a good thing!]
  • Joyce Maynard: The Usual Rules [kids are growing. and you are, too.]
  • Kurt Busiek: Superman: Secret Identity [every step of growing up is scary. there’s a fuller picture. don’t get clouded by fear and alienation.]
  • Julie Orringer: The Invisible Bridge [every moment counts. celebrate reality. tell people you love them. make a difference.]

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That’s all for today: a couple of quick book recommendations for anyone who felt sad or needed consolation. Enjoy!

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Related Links:

Underdog Literature, March 2012: 15 fresh or overlooked, off-the-wall titles

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Here are 15 books that caught my interest lately.

Fresh, off-beat, quirky or curious titles that might deserve more attention:

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01: CLAIRE BIDWELL SMITH, “The Rules of Inheritance”, 298 pages, 2012.C

02: ISMET PRCIC, “Shards”, 400 pages, 2011.

03: JEFF MARTIN, “The late American Novel: Writers on the Future of Books”, 165 pages, 2011.

04: GUY DELISLE, “Jerusalem”, 334 pages, 2011. [Graphic Novel; nonfiction]

05: LIZ MOORE, “Heft”, 352 pages, 2012.

06: EOWYN IVEY, “The Snow Child”, 389 pages, 2011.

07: AMY KROUSE ROSENTHAL, “Encyclopedia of an Ordinary Life”, 240 pages, 2005.

08: ERIC WALTERS, “Safe as Houses”, 160 pages, 2007. [Young Adult]

09: SHARON M. DRAPER, “Out of my Mind”, 295 pages, 2010. [Young Adult]

10: RYAN KNIGHTON, “C’mon Papa: Dispatches from a Dad in the Dark”, 272 pages, 2010. [Memoir]

11: ALISON BECHDEL, “Are you my Mother?”, 224 pages, 2012. [Graphic Novel / Memoir]

12: HAVEN KIMMEL, “She got off the Couch; and other Heroic Acts from Mooreland, Indiana”, 320 pages, 2005. [Humor]

13: JULIE ANNE PETERS, “Between Mom and Jo”, 240 pages, 2007. [Young Adult]

14: MILLEN BRAND, “The Outward Room”, 240 pages, 1937.

15: STEPHANIE COONTZ, “The Way we never were: American Families and the Nostalgia Trap”, 432 pages, 1992.

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Here are five books that made me curious enough to buy them:

01: WOLFGANG HERRNDORF, “Tschick”, 253 pages, 2010 [Young Adult, German].

02: SARAH OCKLER, “Twenty Boy Summer”, 290 pages, 2009 [Young Adult].

03: PATRICK DeWITT, “The Sisters Brothers”, 352 pages, 2011.

04: ROHINTON MISTRY, “A Fine Balance”, 603 pages, 1995.

05: REBECCA SKLOOT, “The Immortal Life of Henrietta Lacks”, 370 pages, 2010.

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…and finally, here are three books that I read – and that were really good:

1: 5 of 5 stars: STEWART O’NAN, “The Odds”, 179 pages, 2012.

2: 4 of 5 stars: BRIAN FRANCIS, “Natural Order”, 384 pages, 2011.

3: 4 of 5 stars: OCTAVIA E. BUTLER, “Kindred”, 288 pages, 1983.

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related Posts:

and:

Romane 2012: Neuerscheinungen, Empfehlungen

Interessante Bücher, 2012?

Update, Spätsommer 2012: Bis heute googeln viele Leser diesen Eintrag. Weil er schon älter ist (Dezember 2011), hier ein paar Ergänzungen / Empfehlungen.

Die besten Bücher, erschienen 2012, die ich bisher dieses Jahr gelesen habe?

  • Gerbrand Bakker, “Der Umweg”, Suhrkamp, März 2012. (große Empfehlung!)
  • Scott Snyder: “Batman: Court of Owls”, DC Comics, Mai 2012 (der beste Batman-Comic seit Jahren. Einsteigerfreundlich / kein Vorwissen nötig.)

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aktuelle Bücher von jungen deutschen Autoren / Freunden, auf die ich mich freue (noch nicht gelesen):

  • Sabrina Janesch, “Ambra”, Luchterhand, August 2012.

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Die ursprüngliche, erste Auswahl, von Dezember 2011:

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deutsche Autorinnen und Autoren:

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01) Christian Schüle: “Das Ende unserer Tage”: Hamburg-Roman

460 Seiten, Klett-Cotta, Februar 2012

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02) Franziska Gerstenberg: “Spiel mit ihr”: erotischer Thriller (?)

264 Seiten, Schöffling, 15. Februar 2012 [Artikel von mir über Gerstenbergs Kurzgeschichten: Link]

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03) Christian Kracht: “Imperium”: Abenteuerroman

256 Seiten, Kiepenheuer & Witsch, 16. Februar 2012

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04) Lisa-Maria Seydlitz: “Sommertöchter”: Reise-/Urlaubs-/Familienroman

208 Seiten, Dumont, 22. Februar 2012

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05) Thomas von Steinaecker: “Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing, zu träumen”: Gesellschaftsroman

400 Seiten, S. Fischer, 23. Februar 2012

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06) Bernd Schroeder: “Auf Amerika”: Dorfroman

200 Seiten, Hanser, 27. Februar 2012

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07) André Kubiczek: “Der Genosse, die Prinzessin und ihr lieber Herr Sohn”, DDR-Roman

612 Seiten, Piper, März 2012

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08) Felicitas Hoppe: “Hoppe”: Autobiografie / Satire

336 Seiten, S. Fischer, 8. März 2012

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09) Anna Katharina Hahn: “Am schwarzen Berg”, Stuttgart-Roman

236 Seiten, Suhrkamp, 12. März 2012 [Fortsetzung zu “Kürzere Tage”, 2009?]

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10) Klaus Siblewski, John von Düffel: “Wie Dramen entstehen”, Poetik / Ratgeber

288 Seiten, Luchterhand, 12. März 2012 [der Vorgänger “Wie Romane entstehen” von 2008 war sehr, sehr gut. Interessant auch DIESE Neuauflage [Link] zum selben Thema]

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11) Saskia Fischer: “Ostergewitter”: Familiendrama

220 Seiten, Suhrkamp, 16. April 2012

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12) Rainald Goetz: “Johann Holtrop”: Wirtschafts-/Gesellschaftsroman

200 Seiten, Suhrkamp, September 2012

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13) André Kubiczek: “Kopf unter Wasser”: Männerroman

240 Seiten, Piper, August 2012

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Übersetzungen:

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14) Sherwood Anderson: “Winesburg, Ohio”: Kleinstadt-Klassiker (1919), 3.78 von 5

328 Seiten, Schöffling, 2. Januar 2012 [Neuübersetzung von Mirko Bonné]

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15) Stephen King: “Der Anschlag”: Zeitreise-Thriler, 4.36 von 5

1056 Seiten, Heyne, 23. Januar 2012 [Titel der Originalausgabe: “11/22/63”]

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16) Ben Brooks: “Nachts werden wir erwachsen”: Szene-/Jugendroman, 3.62 von 5

272 Seiten, Berlin Verlag, 4. Februar 2012 [Übersetzer: Jörg Albrecht]

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17) Padget Powell: “Roman in Fragen”: experimenteller Roman (?)

192 Seiten, Berlin Verlag, 4. Februar 2012 [Übersetzer: Harry Rowohlt]

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18) Elisabeth Tova Bailey: “Das Geräusch einer Schnecke beim Essen”: Essay über chronische Krankheiten, 3.92 von 5

176 Seiten, Nagel & Kimche, 6. Februar 2012

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19) Rob Sheffield: “Mit Mädchen über Duran Duran reden”: Popliteratur / Musikjournalismus, 3.54 von 5

336 Seiten, Heyne, 13. Februar 2012

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20) Jennifer Egan: “Der größere Teil der Welt”: Baseball- und Punkroman, 3.65 von 5

392 Seiten, Schöffling, 15. Februar 2012 [Originaltitel: “A Visit from the Goon Squad”, Pulitzerpreis 2011]

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21) Joan Didion: “Blaue Stunden”: persönliches Essay über Selbstmord, 3.75 von 5

176 Seiten, Ullstein, 29. Februar

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22) Edmund White: “Und das schöne Zimmer ist leer”: Memoir, 3.79 von 5

256 Seiten, Gmünder, 1. März [Neuausgabe von “The beautiful Room is empty”, 1988]

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23) Erin Morgenstein: “Der Nachtzirkus”: Fantasy-Romanze, 4.08 von 5

464 Seiten, Ullstein, 15. März

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24) Francis Spufford: “Rote Zukunft”, Sowjet-Roman, 3.98 von 5

576 Seiten, Rowohlt, 2. April 2012

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25) Yu Hua: “Brüder”: Gesellschaftsroman über Shanghai, 3.88 von 5

768 Seiten, S. Fischer, 12. April 2012

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26) Tina Fey: “Bossypants: Haben Männer Humor?”: Comedy / Memoir, 3.96 von 5

256 Seiten, Rowohlt, 1. Juni 2012

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27) Patrick DeWitt: “Die Sisters Brothers”: Western / Satire, 3.88 von 5

368 Seiten, Goldmann, 25. Juni 2012

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28) Frank Bill: “Cold Hard Love”: Hinterwäldler-Kurzgeschichten, 3.98 von 5

ca. 288 Seiten, Suhrkamp, 16. Juli 2012

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29) Isabel Allende: “Mayas Tagebuch”: Frauenroman über Chile, 3.79 von 5

450 Seiten, Suhrkamp, 13. August 2012

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bereits gelesen – und nicht zu empfehlen:

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30) Stewart O’Nan: “Emily, allein”: Alltagsroman, 3.65 von 5

384 Seiten, Kiepenheuer und Witsch, 16. Januar 2012 [O’Nan ist einer meiner Lieblingsautoren. Alternative Empfehlungen: “Halloween”, “Abschied von Chautauqua”, “Das Blut der anderen”]

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31) Manu Joseph: “Genie ist relativ”: Farce / Satire, 3.59 von 5

370 Seiten, Suhrkamp, 18. Juni 2012.

[Bereits 2010 unter dem Titel “Ernste Männer” bei Klett-Cotta veröffentlicht.]

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32) Doug Johnstone: “Smokeheads”: Survival-Thriller, 2.95 von 5

320 Seiten, btb, 9. Juli 2012

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verwandte Links:

  • “Futter für die Bestie”: Literaturkritik in digitalen Zeiten [Essay, Link]
  • große Literatur: 250 Empfehlungen [Link]
  • große Literatur: 250 Entdeckungen [Link]
  • deutschsprachige Literatur: Entdeckungen 2011 [Link]
  • junge Literatur: 50 Empfehlungen [Link]
  • Buchtipps: Dezember 2011 [Link]

Netzspiegel: BookDNA, Booklamp, Empfehlungen… und Stichworte

 Buchcover und Klappentexte lügen. Erst in absurden Online-Datenbanken wie „BookDNA“ wird das Genom großer Geschichten entschlüsselt.

von Stefan Mesch

 

Für die “Netzspiegel”-Kolumne des Berliner “Tagesspiegel” habe ich eine kurze Glosse geschrieben über Tags, Buchempfehlungen und Netzwerke, die Texte analysieren.

Die Printversion erscheint morgen, im gedruckten “Tagesspiegel”.

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Den Anfang machten die Nationalbibliotheken mit ihren CIP-Registern, noch vor den digitalen Netzwerken: Statt jeden neuen Roman allein unter dem Stichwort „Fiction“ abzulegen, erfand etwa die Library of Congress für ihr Suchregister tausende Hilfs- und Suchbegriffe, mit denen jedes Buch in eigenen Sach- und Themenwelten gefunden werden kann:

Stewart O’Nans „Emily, allein“ etwa erzählt von einer alten Frau mit Herzproblemen und einem kranken Hund in Pittsburgh. Die Suchbegriffe? „Witwen“, „ältere Frauen“, „Ereignisse, die das Leben verändern“ und „häusliche Geschichten“. Vier große Themen. Vier Anschluss- und Verknüpfungspunkte, die Lesern bei der Suche nach der nächsten Lektüre helfen.

Es gibt das Stichwort „Frisöre“, das Stichwort „Japan – 1926 bis 1945“ und das Stichwort „Brandwunden und Verbrühungen“. Und wer jetzt schimpft „Aber die Bibliothekare haben den kranken Hund vergessen!“, darf gerne selbst mithelfen und sortieren: Man kann dem „Hund“, den die Bibliothekare nicht so wichtig fanden, heute bequem auf Amazon.de nachspüren.

Dort gibt es 800 Produkte zum Thema „Hunde“. Und wie mit Stickern, Klebezetteln oder kleinen Umhängeschildern – englisch: Tags – darf jeder Kunde jedes Produkt mit einer Unzahl beliebiger neuer Hilfsbegriffe verschlagworten.  Helene Hegemanns „Axolotl Roadkill“ etwa ist unter den Begriffen „Berlin“, „Teenies“ und „Drogen“ abgelegt. Und, für acht enttäuschte Leser, unter „pseudo-intellektuell“.

US-Netzwerke sortieren noch viel feiner: Mit dem „Plot Keyword“ „Death of Dog“ findet man 53 Filme und Serien in der Filmdatenbank IMDb. In der „Listopia“-Rubrik des Büchernetzwerks Goodreads haben 60 Leser über das traurigste Buch mit toten Hunden abgestimmt und eine eigene „The Dog dies!“-Liste angelegt. Und auf TVTropes.org – der schönsten Plattform zum Beschreiben und Erkennen erzählerischer Motive und Klischees –, listet das Verzeichnis „A Boy and his X“ die größten, markantesten und traurigsten Geschichten über die Freundschaft zwischen Mensch und Tier.

Aber helfen solche Werkzeuge wirklich bei der Suche nach der passenden Lektüre? Romane sind schwer zu „erkennen“, schwer zu „durchschauen“, schwer zu sortieren und schwer zu vergleichen. Empfehlungen sind Feinarbeit, Geschmacksprognosen fast Psychologie. Welche Zutaten braucht ein politischer Roman? Wie viele Spannungs-, Erotik- oder Anspruchs-Punkte verdient Hemingway? Wie ließen sich die spröden Kurzgeschichten Judith Hermanns fassen? „Bildsprache: 83 Prozent. Satzrhythmus: 90 Prozent. Erzählfluss: 62 Prozent. Lesespaß: 78 Prozent“? Oder einfach: „Kann Spuren von Sehnsucht, Tränen und Küssen enthalten“?

Keine Website geht dieses Problem verkopfter (und amüsanter!) an als Booklamp.org. Der Empfehlungs- und Katalogdienst für Bücher will die „BookDNA“ jeder Geschichte entschlüsseln – und in präzisen Prozentzahlen bemessen. Der Schreibstil wird erfasst in den fünf Kategorien „Bewegung“, „erzählerische Dichte“, „Rhythmus“, „Dialog“ und „Beschreibung“. Der Inhalt mit trockenen Schlagworten wie „entfernte Verwandtschaft und Cousins“ oder „Terminplanung / Zeitfragen“.

Die Fantasy-Reihe „Ein Lied von Eis und Feuer“ enthält „62 Prozent körperliche Merkmale“ und doppelt so viel Dialog wie Beschreibung. Die Hauptzutaten von „Anna Karenina“ sind „Beziehungen und Eheleben“, „Gefühlsbekundungen“ und „nonverbale Kommunikation“.

Noch ein paar Jahre, und wir können Bücher bestellen wie Pizza: „Einmal sterbender Hund, mit 80 Prozent ‚Bewegung’ und ‚erzählerischer Dichte’. Bloß keine Cousins oder Witwen! Aber viele ‚körperliche Eigenheiten’.“ Die Frage ist nur, ob wir dann wirklich finden, was wir suchen.

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verwandte Links: