Thomas von Steinaecker

Underdog Literature, March 2013: 15 fresh or overlooked, off-the-wall titles

Underdog Literature March 2013 WordPress.

Here are 15 books that caught my interest lately.

Fresh, off-beat, quirky or curious titles that might deserve more attention:

.

01: RUTH OZEKI, „A Tale for the Time being“, 432 pages, March 2013.

02: CHRISTINE SNEED, „Little-known Facts“, 304 pages, January 2013.

03: PETE WENTZ, „Gray“, 240 pages, January 2013. [Memoir of the „Fall Out Boy“ singer… and „One Tree Hill“ guest star.]

04: TY BURR, „Gods like us: On Movie Stardom and modern Fame“, 448 pages, 2012. [Cultural Studies]

05: SONALI DERANIYAGALA, „Wave“, 274 pages, March 2013. [Memoir about the 2004 tsunami]

06: KENT HARUF, „Benediction“, 272 pages, February 2013.

07: KATE SOUTHWOOD, „Falling to Earth“, 272 pages, February 2013.

08: MAY SARTON, „As we are now“, 144 pages, 1973.

09: JOHN GLASSCO, „Memiors of Montparnasse“, 296 pages, 1970. [Memoir about Paris in 1928]

10: DON CARPENTER, „Hard Rain Falling“, 308 pages, 1966. [Noir / Thriller]

11: CHLOE HOOPER, „Tall Man: The Death of Doomadgee“, 258 pages, 2008. [True Crime]

12: MICHAEL HAINEY, „After Visiting Friends“, 320 pages, February 2013. [Memoir]

13: ERNST-WILHELM HÄNDLER, „Der Überlebende“, 250 pages, 1992. [German, Sci-Fi / Philosophy, recommended by Thomas von Steinaecker]

14: DANIEL BROOK, „A History of Future Cities“, 352 pages, February 2013. [Cultural Studies, Architecture, Urban Planning]

15: VAHRAM MURATYAN, „Paris vs. New York“, 224 pages, 2011. [Cultural Studies, Graphic Design]

.

Here are three books that made me curious enough to buy them:

01: GERMAN KRATOCHWIL, „Scherbengericht“, 400 pages, 2006. [German / Austrian novel about expats in Patagonia; Perlentaucher]

02: MATTHEW QUICK, „The Silver Linings Playbook“, 289 pages, 2008.

03: CORY DOCTOROW, „Homeland“, 384 pages, 2013. [YA Sci-Fi: I’m a fan of Doctorow’s writing and activism, and I liked the first book of this series, „Little Brother“]

.

…and finally, here are three books that I read – and that were really good:

4 of 5 stars: T COOPER, „Real Man Adventures“, 272 pages, 2012. [Memoir / Cultural Studies about Female-to-Male transexuality. German edition here]

4 of 5 stars: MARIA DERMOUT, „The Ten Thousand Things“, 208 pages, 1955. [Dutch / Indonesian]

4 of 5 stars: ALEXANDER MAKSIK, „You deserve nothing“, 308 pages, 2011.

.

related Posts:

and:

Erzählen / Schreiben… mit „Dawson’s Creek“

prätenziös, mit 20, 2003.

Wenn ich meinen Freundeskreis und meine Jugend erklären will – und den Roman, den ich aus ihnen mache –, gibt es keinen besseren – schnellen, oberflächlichen – Vergleich als „Dawson’s Creek“…

eine US-Jugendserie (6 Staffeln, 1998 bis 2003), die mich im Jahr von „Zimmer voller Freunde“ (Juli 1999 bis Juli 2000: die 11. Klasse) beschäftigt, frustriert, entgeistert hat wie wenig sonst:

 .

Der Drehbuchautor Kevin Williamson erzählt mit Anfang 30 seine Jugend nach, als autobiografisches Ensemble-Drama. Er zeigt vier Freunde in unserem Alter – Jen, Joey, Pacey und Dawson. Dawson will Filmemacher werden: Er ist sehr klug und talentiert. Joey ist seine beste Freundin und bemerkt, dass sie ihn liebt. Pacey ist Dawsons abgebrühter Kumpel: Er schläft mit seiner Lehrerin und weiß nicht, was er aus sich machen soll. Und Jen ist neu in der Nachbarschaft: Sie lebt bei ihrer religiösen Großmutter, weil sie sich in New York mit vielen falschen Freunden eingelassen hat und dabei ihre sogar jungfräuliche Unschuld verspielte. Es kostet Dawson große Überwindung, Jen diese sexuellen Fehler zu verzeihen. Doch er ist trotzdem fasziniert – denn sie ist viel geheimnisvoller als seine hausbackene Joey.

In jeder Folge gibt es Diskussionen und Spaziergänge am Hafen: Coming of Age in Capeside, einem verschlafenen Nest an der US-Ostküste. Provinzsorgen, ein Kuss am Pier, narzisstische Krisen auf der Veranda. Dawson und seine Freunde kennen jeden Film und jede Serie. Sie schauen nachts zusammen fern und in der Schule drehen sie eigene Projekte. Sie streiten sich im Kino und sie jobben in der Videothek. Sie reden pausenlos, und nur über sich selbst: Sie reden so wie wir, wie Stoff und ich.

Wenn Stoff und ich noch reden würden.“ [Zitat aus „Zimmer voller Freunde“]

 .

Hinter allen – augenfälligen – Parallelen gibt es zwei tiefe Kerben, die mir „Dawson’s Creek“ ins Welt- und Serienverständnis riss:

  • DC“ funktioniert (als Jugendserie), weil [nach Staffel 1 oft nur noch: wenn] es realistische, kleinliche Freunde zeigt, in realistischen, kleinlichen Konflikten.

  • DC“ funktioniert (als Charakterstudie, dörfliches Ensemble-Drama), weil [nach Staffel 1 oft nur noch: wenn] es die Beschränktheit und Pedanterie der Freunde ausstellt, ihre Privilegien und Selbstbezogenheit, die pubertären Vorstellungen von Sex, Moral, Integrität.

1989 bis 1998 zeigte „Seinfeld“ Ennui und Neurosen vier schnöseliger Freunde aus Manhattan: eine Sitcom, die sich – trotzig, subversiv – als „show about nothing“ verstand, und deren treibende Konflikte keine realistischen Sorgen waren, sondern – Woody Allens Figuren denken ähnlich – das Gestotter und die Kleinlichkeit von Menschen, die alles analysieren und zergrübeln, doch ihre eigene Hybris / Arroganz ausblenden. Narzisstische, sorgenfreie Kindsköpfe, die alles durchschauen. Außer sich selbst.

1996 schrieb Kevin Williamson die Horrorfilm-Satire „Scream“: eine Clique (zynischer, übertrieben film- und medienkompetenter) Schüler, die mit den Slasher-Hororfilmen der 70er und 80er Jahre aufgewachsen sind, werden von einem kostümierten Schlitzer gejagt, der die Klischees, Tropen und Regeln „seines“ Filmgenres durchschaut, neu durchspielt, unterminiert.

Dawson’s Creek“ ist Fortsetzung und Coming-of-Age-Version dieser 90er-Jahre-Narrative: Die erste Generation von (Drehbuch-)Autoren, die mit Privatfernsehen, endlosen Syndication-Wiederholungen und Videotheken aufwuchs, erzählt von Figuren, für die jedes Trauma, jede Schwelle, jede neue Erfahrung in einem (vermeintlich: hilfreichen / vertrauten) Referenzrahmen aus vergleichbaren Film- und Fernsehszenen steht:

062

  • 2003 („Sie ist wach“), 2006 („Dirac“) und 2007 („Waffenwetter“) u.a. stellt Dietmar Dath halb-autobiografische Berichte über seine Breisburger Provinz- und Jugendfreunde neben Nacherzählungen / Schlüsselszenen aus US-High-School-Serien wie „Roswell“ (1999 bis 2002) und „Buffy – im Bann der Dämonen“ (1997 bis 2003).

  • 2007, in Thomas von Steinaeckers Roman „Wallner beginnt zu fliegen“, „rutschen“ Dialoge und Bilder aus Filmen wie „Lola rennt“ (1998), „Matrix“ (1999) und „American Beauty“ (1999) in (ansonsten: dem trockenen Alltags-Realismus von US-Erzählern wie John Updikes oder Jonathan Franzen verpflichtete) Gespräche der Figuren; ganz ohne „Achtung: Hier wird ein Filmzitat montiert!“-Markierungen.

Menschen, die ihr Leben „dramaturgisieren“. Eine Welt aus Wiederholungen, Klischees, medialer Nostalgie, Verweisen. Narzissmus / Hybris der Idee, man selbst sei Hauptfigur, umgeben von „Nebenrollen“, „Gaststars“ und „Statisten“. Eine erste Liebe – die man als vierzigste, fünfzigste „Liebe“ erlebt, im Referenzrahmen von teen dramas, Coming-of-Age-Romanen, Seifenopern, Musikvideos. Trost, Lernen, Identifikation, (geborgte) Lebenserfahrung – via Privatfernsehen. Selbst-Stilisierung. Tagebücher. Die Kluft zwischen „Wirklichkeit“ und „Wahrheit“.

Mit 17 empfand ich „Dawson’s Creek“ als faszinierende, doch weitgehend missglückte Serie:

  • weil „Sympathieträger“ wie Dawson und Joey oft selbstsüchtig, bigott, arrogant und altklug über Fremde, Erwachsene und Freunde urteilten?

  • weil jedes Nicht-Problem zerredet wird, doch sich alle Hauptfiguren „Spaß“, „Mut“ und allen spontanen, pubertären Exzessen verweigern?

Nein:

  • Die altkluge Sprache kenne ich aus meinen eigenen Tagebüchern / Filmkritiken, und finde sie – als ironisches, oft rührendes Stilmittel – in der Figurensprache vieler „gernegroßer“ Erzähler, z.B. in C.D. Paynes „Youth in Revolt“-Romanen (ab 1993) oder Judith Zanders „Dinge, die wir heute sagten“ (2007).

  • Unsympathische“ Hauptfiguren sind (oft auch) überraschende Hauptfiguren. Ich muss den biederen, unfairen Dawson und die verdruckste, arrogante Joey nicht mögen, um mich (sehr produktiv, mit großem Vergnügen) an ihnen abzuarbeiten.

  • …und dass in Capeside „nie etwas passierte“, schien mir sehr tröstlich:

 .

An einem ihrer ersten Tage in der Nachbarschaft, in Folge 4 von „Dawson’s Creek“, trat Jen ins Krankenzimmer ihres komatösen Opas. Griff seine Hand und sagte müde, aber nicht unglücklich: „Das war wieder eine heftige Woche in Capeside.“

Es war nichts Großes geschehen.

Doch sie hatte Recht.

Die knirschenden Gespräche. Die täglichen, trüben Sorgen.

Wahrscheinlich gibt es jedes Jahr nur drei, vier Tage, die wirklich heftig sind, heftig auf Leben-oder-Tod-Niveau. Der Rest der Zeit, aller Alltag, hat nur die zähflüssige, zweite Sorte heftig im Programm; ein Heftig in Schattierungen, die keine eigenen Namen tragen. Wie oft schleudern Drogendealer Brandsätze durchs Fenster…? Oft handelt „Dawson’s Creek“ von nichts als konkurrierenden Ideen zwischen Freunden. Den vagen Ängsten und Gefühlen einer Gruppe Schülern. So ernst und gut, als sei das legitim, als Thema einer Serie. Als seien solche Tage, nur für sich, bereits erzählenswert.“ 

[Zitat aus „Zimmer voller Freunde“]

.

  • Dawson’s Creek“ fragt, was Fiktion und Erzählen leisten können; für Menschen, nervös, befangen, unerfahren, in einem nicht-fiktionalen, nicht-glamourösen, unsauberen, vielstimmigen Alltag.

  • Dawson’s Creek“ fragt, ob Fiktion und Erzählen Sinn stiften – oder schaden, wenn Wissen als Second-Hand-Erfahrung, medial vermittelt, aus Hollywood- und Trash-Filmen abgegriffen wird.

Und „Dawson’s Creek“ scheitert.

 .

Weil die „reale Welt“, das Leben in Capeside, glatt, sauber, film-/romanhaft alle Klischees reproduziert, von denen sich „Dawson’s Creek“ abgrenzen will: Die Serie stellt vier bis sechs dynamische, komplexe Jugendliche (und eine freche, amüsante christliche Großmutter) einsam und plump zwischen flachen Eltern- und Lehrer-Figuren, lustlose Pappkameraden, schnell vergessenen Gaststars:

  • Dass Dawson lebt und handelt, als gäbe es drei, vier „wertvolle“ Personen – und sonst nur Pöbel und Statisten, ist eine irrwitzige, toll pubertäre, bigotte, verkrachte, großartige erzählerische Perspektive.
  • Dass Dawson in einer Serienwelt leben / handeln darf, in der es wirklich nur drei bis vier wertvolle Personen gibt, ist oft so schäbig, öde, flach, verkitscht und pointenlos wie das Gerede von Joey – oder den „Seinfeld“-Freunden:

In „Zimmer voller Freunde“ träumt Frank von häuslichen, munteren Muttis; Figuren aus Sitcoms wie „Hör mal, wer da hämmert“. Stefan will Breitbild, Orchester, Steadicam-Fahrten und Dolby Surround. Antje („Wir haben nur drei Programme. Mich interessiert das nicht.“) versucht, ohne Helden, Leitbilder auszukommen. Und Stoff macht keinen Unterschied – zwischen „Menschen“ und „Figuren“.

Wenn ich meinen Freundeskreis und meine Jugend erklären will – und den Roman, den ich gerade aus ihnen mache –, gibt es… auch auf den zweiten Blick… keinen besseren Vergleich als „Dawson’s Creek“.

.

.

Stefan Mesch schreibt an “Zimmer voller Freunde”, seinem ersten Roman…

…und – hin und wieder – über Serien und Fernsehen, z.B. hier und hier.

„Zimmer voller Freunde“: Lesung beim 20. Open Mike

.

Ich bin Finalist beim 20. Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin (Details / Infos / Vorgeschichte hier).

Wie war meine Lesung…?

.

„Kuckst du ‚Mad Men‘?“, fragte ich einen Freund, im Frühling.

„Ich weiß, wie viele Leute ‚Mad Men‘ mögen…“, antwortete er. „Aber jedes Mal, wenn es im Fernsehen läuft, schalte ich in dieselbe Szene: eine Frau sitzt am Schreibtisch. Eine andere Frau tritt hinzu. Sie sagt: ‚Hier ist der… Tacker.‘ Dann starren sich beide an – schweigend und ernst.“

Ich bin auf Seite 300 eines Romans (Link) mit Dutzenden Figuren, Wendungen, Konflikten. Ich habe 15 Minuten Zeit für diese Lesung. Das reicht nicht, um ein Panorama aufzuspannen, alle Figuren zu erklären.

Wofür bleibt Zeit?

Für eine „Hier ist der… Tacker.“-Szene.

.

.

  • Das Licht? Warm. Freundlich.
  • Das Publikum? Anspruchsvoll. Wach / konzentriert.
  • Mein Vortrag? Entspannt! (Huch? Kein Lampenfieber, kein Haspeln.)
  • Mein Text? 15 Minuten, ab Seite 220: Sonja und Frank. Stoffs Party-Zimmer. Ein schmutziger Pool. Ein „Tacker!“-Moment.

.

  • …als Dritter gelesen, vor ausgeruhtem Publikum. Guter Zeitpunkt / Slot!
  • schwierig / unsympathisch: dass die Lektoren, die den Autor eingeladen haben, einleitende Worte sprechen. Den Autor vorstellen. Und Wendungen, Motive, Stimmungen des Texts benennen – noch bevor der Text gelesen wird.
  • großes Glück: dass Birgit Schmitz (Berlin Verlag), die „Zimmer voller Freunde“ auswählte, dem Text eine Hammer-Vorstellung schenkt, und die richtigen Fragen stellt: Ist das Pop? Oberfläche? Ironie? Namedropping?
  • „Hier läuft doch noch was anderes…“, knurrt ein Ermittler in „Salt“ [mit Angelina Jolie]. Birgit Schmitz sagt: Kuckt hin. Findet die Zwischentöne. Das andere. [Yeah! Danke!]
  • schade / verschenkte Chance: dass die Jury (Silke Scheuermann, Thomas von Steinaecker, Marcel Beyer) schweigen muss, und erst zur Verkündung der Gewinner kurz spricht.
  • die Freunde…? Loben mein „Tacker“-Intro und meinen Vortrag.
  • aber…: „Stefan? Pass auf: Kaum jemand konnte verstehen, dass Frank viel jünger ist als Sonja. Dass Sonja Maklerin ist. Wie Timo in die Szene passt, und Franks Eltern. Der Text hat Sog – aber diese Verrätselung braucht kein Mensch! Sag das nächste Mal klar: Sonja ist 37. Frank 18. Das muss sein!“

.

und: Anika war hier! Sebastian. Simone. Kai. David! „Nimm erstmal Baldrian“, sagt Vea. „Du bist ganz durcheinander…!“

Ich bin fahrig. Glücklich. Umgeben von Freunden. Wach / aufgekratzt. In meinem Element.

.

Romane 2012: Neuerscheinungen, Empfehlungen

Interessante Bücher, 2012?

Update, Spätsommer 2012: Bis heute googeln viele Leser diesen Eintrag. Weil er schon älter ist (Dezember 2011), hier ein paar Ergänzungen / Empfehlungen.

Die besten Bücher, erschienen 2012, die ich bisher dieses Jahr gelesen habe?

  • Gerbrand Bakker, „Der Umweg“, Suhrkamp, März 2012. (große Empfehlung!)
  • Scott Snyder: „Batman: Court of Owls“, DC Comics, Mai 2012 (der beste Batman-Comic seit Jahren. Einsteigerfreundlich / kein Vorwissen nötig.)

.

aktuelle Bücher von jungen deutschen Autoren / Freunden, auf die ich mich freue (noch nicht gelesen):

  • Sabrina Janesch, „Ambra“, Luchterhand, August 2012.

.

Die ursprüngliche, erste Auswahl, von Dezember 2011:

.

deutsche Autorinnen und Autoren:

.

01) Christian Schüle: „Das Ende unserer Tage“: Hamburg-Roman

460 Seiten, Klett-Cotta, Februar 2012

.

02) Franziska Gerstenberg: „Spiel mit ihr“: erotischer Thriller (?)

264 Seiten, Schöffling, 15. Februar 2012 [Artikel von mir über Gerstenbergs Kurzgeschichten: Link]

.

03) Christian Kracht: „Imperium“: Abenteuerroman

256 Seiten, Kiepenheuer & Witsch, 16. Februar 2012

.

04) Lisa-Maria Seydlitz: „Sommertöchter“: Reise-/Urlaubs-/Familienroman

208 Seiten, Dumont, 22. Februar 2012

.

05) Thomas von Steinaecker: „Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing, zu träumen“: Gesellschaftsroman

400 Seiten, S. Fischer, 23. Februar 2012

.

06) Bernd Schroeder: „Auf Amerika“: Dorfroman

200 Seiten, Hanser, 27. Februar 2012

.

07) André Kubiczek: „Der Genosse, die Prinzessin und ihr lieber Herr Sohn“, DDR-Roman

612 Seiten, Piper, März 2012

.

08) Felicitas Hoppe: „Hoppe“: Autobiografie / Satire

336 Seiten, S. Fischer, 8. März 2012

.

09) Anna Katharina Hahn: „Am schwarzen Berg“, Stuttgart-Roman

236 Seiten, Suhrkamp, 12. März 2012 [Fortsetzung zu „Kürzere Tage“, 2009?]

.

10) Klaus Siblewski, John von Düffel: „Wie Dramen entstehen“, Poetik / Ratgeber

288 Seiten, Luchterhand, 12. März 2012 [der Vorgänger „Wie Romane entstehen“ von 2008 war sehr, sehr gut. Interessant auch DIESE Neuauflage [Link] zum selben Thema]

.

11) Saskia Fischer: „Ostergewitter“: Familiendrama

220 Seiten, Suhrkamp, 16. April 2012

.

12) Rainald Goetz: „Johann Holtrop“: Wirtschafts-/Gesellschaftsroman

200 Seiten, Suhrkamp, September 2012

.

13) André Kubiczek: „Kopf unter Wasser“: Männerroman

240 Seiten, Piper, August 2012

.

Übersetzungen:

.

14) Sherwood Anderson: „Winesburg, Ohio“: Kleinstadt-Klassiker (1919), 3.78 von 5

328 Seiten, Schöffling, 2. Januar 2012 [Neuübersetzung von Mirko Bonné]

.

15) Stephen King: „Der Anschlag“: Zeitreise-Thriler, 4.36 von 5

1056 Seiten, Heyne, 23. Januar 2012 [Titel der Originalausgabe: „11/22/63“]

.

16) Ben Brooks: „Nachts werden wir erwachsen“: Szene-/Jugendroman, 3.62 von 5

272 Seiten, Berlin Verlag, 4. Februar 2012 [Übersetzer: Jörg Albrecht]

.

17) Padget Powell: „Roman in Fragen“: experimenteller Roman (?)

192 Seiten, Berlin Verlag, 4. Februar 2012 [Übersetzer: Harry Rowohlt]

.

18) Elisabeth Tova Bailey: „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen“: Essay über chronische Krankheiten, 3.92 von 5

176 Seiten, Nagel & Kimche, 6. Februar 2012

.

19) Rob Sheffield: „Mit Mädchen über Duran Duran reden“: Popliteratur / Musikjournalismus, 3.54 von 5

336 Seiten, Heyne, 13. Februar 2012

.

20) Jennifer Egan: „Der größere Teil der Welt“: Baseball- und Punkroman, 3.65 von 5

392 Seiten, Schöffling, 15. Februar 2012 [Originaltitel: „A Visit from the Goon Squad“, Pulitzerpreis 2011]

.

21) Joan Didion: „Blaue Stunden“: persönliches Essay über Selbstmord, 3.75 von 5

176 Seiten, Ullstein, 29. Februar

.

22) Edmund White: „Und das schöne Zimmer ist leer“: Memoir, 3.79 von 5

256 Seiten, Gmünder, 1. März [Neuausgabe von „The beautiful Room is empty“, 1988]

.

23) Erin Morgenstein: „Der Nachtzirkus“: Fantasy-Romanze, 4.08 von 5

464 Seiten, Ullstein, 15. März

.

24) Francis Spufford: „Rote Zukunft“, Sowjet-Roman, 3.98 von 5

576 Seiten, Rowohlt, 2. April 2012

.

25) Yu Hua: „Brüder“: Gesellschaftsroman über Shanghai, 3.88 von 5

768 Seiten, S. Fischer, 12. April 2012

.

26) Tina Fey: „Bossypants: Haben Männer Humor?“: Comedy / Memoir, 3.96 von 5

256 Seiten, Rowohlt, 1. Juni 2012

.

27) Patrick DeWitt: „Die Sisters Brothers“: Western / Satire, 3.88 von 5

368 Seiten, Goldmann, 25. Juni 2012

.

28) Frank Bill: „Cold Hard Love“: Hinterwäldler-Kurzgeschichten, 3.98 von 5

ca. 288 Seiten, Suhrkamp, 16. Juli 2012

.

29) Isabel Allende: „Mayas Tagebuch“: Frauenroman über Chile, 3.79 von 5

450 Seiten, Suhrkamp, 13. August 2012

.

.

bereits gelesen – und nicht zu empfehlen:

.

30) Stewart O’Nan: „Emily, allein“: Alltagsroman, 3.65 von 5

384 Seiten, Kiepenheuer und Witsch, 16. Januar 2012 [O’Nan ist einer meiner Lieblingsautoren. Alternative Empfehlungen: „Halloween“, „Abschied von Chautauqua“, „Das Blut der anderen“]

.

31) Manu Joseph: „Genie ist relativ“: Farce / Satire, 3.59 von 5

370 Seiten, Suhrkamp, 18. Juni 2012.

[Bereits 2010 unter dem Titel „Ernste Männer“ bei Klett-Cotta veröffentlicht.]

.

32) Doug Johnstone: „Smokeheads“: Survival-Thriller, 2.95 von 5

320 Seiten, btb, 9. Juli 2012

.

verwandte Links:

  • „Futter für die Bestie“: Literaturkritik in digitalen Zeiten [Essay, Link]
  • große Literatur: 250 Empfehlungen [Link]
  • große Literatur: 250 Entdeckungen [Link]
  • deutschsprachige Literatur: Entdeckungen 2011 [Link]
  • junge Literatur: 50 Empfehlungen [Link]
  • Buchtipps: Dezember 2011 [Link]

junge Literatur: 50 Empfehlungen

1) Günter Grass, 2) Martin Walser, 3) Herta Müller: als Antwort auf die staubige und deprimierende „Unsere Besten“-Liste im Focus 23/2011…

[jüngster Autor: Mitte 30. Frauen: 14. Publikumslieblinge wie Walter Moers oder Sven Regener: totgeschwiegen / außen vor]

…hier mein persönliches Ranking der 20 besten – jungen! – deutschsprachigen Bücher seit den 1980ern:

01: DIETMAR DATH: ‚Dirac‘, 2006

02: THOMAS VON STEINAECKER: ‚Wallner beginnt zu fliegen‘, 2007

03: ALEXA HENNIG VON LANGE: ‚Woher ich komme‘, 2003

04: MONIKA MARON: ‚Flugasche‘, 1981

05: MARCUS BRAUN: ‚Delhi‘, 1999

06: BJÖRN KERN: ‚Einmal noch Marseille‘, 2005

07: KEVIN VENNEMANN: ‚Nahe Jedenew‘, 2005

08: KIRSTEN FUCHS: ‚Die Titanic und Herr Berg‘, 2005

09: SVEN REGENER: ‚Neue Vahr Süd‘, 2004

10: ELSE BUSCHHEUER: ‚www.else-buschheuer.de: Das New-York-Tagebuch‘, 2002

11: MAX GOLDT: ‚Die Kugeln in unseren Köpfen‘, 1995

12: RAINER MERKEL: ‚Das Jahr der Wunder‘, 2001

13: BARBARA HONIGMANN: ‚Alles, alles Liebe!‘, 2001

14: BENJAMIN VON STUCKRAD-BARRE: ‚Livealbum‘, 1999

15: RAINALD GOETZ: ‚Dekonspiratione‘, 2002

16: GREGOR HENS: ‚Matta verläßt seine Kinder‘, 2004

17: TEREZIA MORA: ‚Alle Tage‘, 2005

18: CHRISTIAN KRACHT: ‚1979‘, 2001

19: JENNY ERPENBECK: ‚Heimsuchung‘, 2008

20: DANA BÖNISCH: ‚Rocktage‘, 2003

ohne Ranking, und mit gewissen Vorbehalten (der wichtigste Vorbehalt: vielleicht haben die Autoren jeweils noch bessere Bücher – die ich nur noch nicht kenne?)…

30 weitere empfehlenswerte, junge Bücher:

– KATZ & GOLDT: ‚Adieu, Sweet Bahnhof‘, 2004

– KOLJA MENSING: ‚Wie komme ich hier raus? Aufwachsen in der Provinz‘, 2002

– TILMAN RAMMSTEDT: ‚Wir bleiben in der Nähe‘, 2005

– NADJA EINZMANN: ‚Dies und das und das‘, 2006

– PETER STAMM: ‚Blitzeis. Erzählungen‘, 1999

– SASA STANISIC: ‚Wie der Soldat das Grammofon repariert‘, 2006

– ECKHART SCHUHMACHER: ‚Gerade eben jetzt. Schreibweisen der Gegenwart‘, 2003

– SUSANNE HEINRICH: ‚In den Farben der Nacht‘, 2005

– FLORIAN ILLIES: ‚Generation Golf. Eine Inspektion‘, 2000

– RICARDA JUNGE: ‚Kein fremdes Land‘, 2005

– JÖRG ALBRECHT: ‚Drei Herzen‘, 2006

– WLADIMIR KAMINER: ‚Militärmusik‘, 2001

– MARIANA LEKY: ‚Erste Hilfe‘, 2004

– DIEDRICH DIEDERICHSEN: ‚Sexbeat‘, 1985

– BENJAMIN MAACK: ‚Die Welt ist ein Parkplatz und endet vor Disneyland. Erzählungen‘, 2007

– JOACHIM BESSING u.a.: ‚Tristesse Royale‘, 2000

– JUDITH HERMANN: ‚Nichts als Gespenster. Erzählungen‘, 2003

– HENNING AHRENS: ‚Lauf Jäger lauf!‘, 2002

– KRISTOF MAGNUSSON: ‚Zuhause‘, 2005

– ANTJE RÁVIC STRUBEL: ‚Kältere Schichten der Luft‘, 2007

– ANDREAS NEUMEISTER: ‚Äpfel vom Baum im Kies‘, 1990

– HANNS-JOSEF ORTHEIL, KLAUS SIBLEWSKI: ‚Wie Romane entstehen‘, 2008

– KATJA OSKAMP: ‚Die Staubfängerin‘, 2007

– DANIELA DANZ: ‚Türmer‘, 2006

– NIKOLA RICHTER: ‚Die Lebenspraktikanten‘, 2006

– ROLAND KOCH: ‚Unter fremdem Himmel‘, 2010

– JAGODA MARINIC: ‚Die Namenlose‘, 2007

– THOMAS MELLE: ‚Raumforderung. Erzählungen‘, 2007

– BENJAMIN LEBERT: ‚Kannst du‘, 2006

– LEIF RANDT: ‚Leuchtspielhaus‘, 2009